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Vergleichstest Zwei Laufwerk-Wandler-Kombis im Test

Laufwerk-Wandler-Kombis galten als ausgestorben. Jetzt erfährt die alte Idee eine Renaissance – aus gutem Grund, wie zwei ganz unterschiedliche Gespanne aus Deutschland und China zeigen.
Laufwerk-Wandler-Kombis im Test © J. Bauer, MPS

Laufwerk-Wandler-Kombis im Test

Als D/A-Wandlung noch sündhaft teure Bauteil-Armeen erforderte, Scharen aktiver und passiver Komponenten, die nur nach peniblem, manuellem Abgleich ihr klangliches Potential ausspielen konnten, lag es auf der Hand, jede noch so geringe Störquelle aus der Umgebung dieser musikalischen Rechenzentren zu entfernen. Top-CD-Spieler waren daher meist zweihäusig, aufgeteilt in ein reines Laufwerk und einen reinen D/A-Wandler, verbunden nur durch ein Datenkabel.

Mit jeder Generation wurden die DACs dann aber nicht nur einfacher und bei gleicher Qualität preiswerter, sondern reagierten auch unempfindlicher auf ihr elektrisch-physikalisches Umfeld, auf Temperaturschwankungen, zappelige Versorgungsspannungen, Abweichungen im Datentakt und hochfrequente Störgeister. Da mit der Anspruchslosigkeit zudem eine immer kompaktere Bauform einherging, waren die Tage der Separat-Kombis bald gezählt.

Acoustic Plan Drivemaster/Digimaster

Acoustic Plan Drivemaster/Digimaster, ab 5.000 Euro

Der Drive-Master kommuniziert mit dem Digimaster (Mitte) am liebsten über die I2S-Buchse (Nummer 2 am DAC). Das Edelnetzteil PowerMaster (rechts) ist optional und kostet 800 Euro Aufpreis.

Zumal die Entwickler zunehmend auch die Vorteile des einhäusigen Aufbaus schätzen lernten: So konnten sie von vornherein dem Wandler die Kontrolle über den Datentakt geben, statt ihn nach der Ankunft am Digitaleingang erst mühsam und fehleranfällig wieder rekonstruieren zu müssen. Der für HiFi standardisierte Übertragungsweg S/PDIF musste nämlich mit einer einzigen Leitung auskommen, ein separates Clocksignal, wie es etwa Studios verwendeten, war zugunsten von Kompatibilität und Einfachheit nicht vorgesehen. Ein Manko, das Firmen wie Linn und Accuphase schon früh mit hauseigenen Zusatzkabeln zu reparieren versuchten, mit der Einschränkung, dass diese Sync-Leitungen dann nur zwischen Laufwerken und Wandlern des jeweils gleichen Herstellers Vorteile brachten.

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Das Comeback der D/A-Wandler in den letzten Jahren war dann auch nicht primär von einer neuen, nur so erreichbaren Qualität getrieben, sondern von der explodierenden Artenvielfalt im digitalen Audio-Ökosystem. Hing an den DACs der ersten Generationen meist nur das CD-Laufwerk, sind heute PCs, Sat-Empfänger, DVD- und Blu-ray-Spieler sowie die Netzwerkplayer und Internetradios als potentielle Quellen hinzugekommen. Der zentrale Wandler ist nun also auch ökonomisch sinnvoll. Es war nur eine Frage der Zeit, bis dann auch wieder separate CD-Laufwerke und nun sogar rein digitale Streamer auftauchten.

Zwei vollständige Digitalkombis sind in diesem Test gelandet – vor wenigen Monaten hätte die Redaktion noch Mühe gehabt, auch nur eine einzige zu finden. So können wir hier das minimalistisch-edle Gespann von Acoustic Plan und das preislich hochinteressante Duo von Shanling kümmert.

Fazit

Zwei Laufwerk-Wandler-Kombis der etwas anderen Art, die auch Skeptiker überzeugen und Musikfreunde begeistern: Acoustic Plan mit einem hoch kultivierten, technisch stringenten CD-Duo, Shanling mit einem Streaming-Gespann, das in dieser Form und zu diesem Preis nahezu allein auf dem Markt ist.

 
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