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Vergleichstest Zwei AV-Receiver-/ Blu-ray-Player-Kombis im Test

Pioneer und Denon bieten Player/Verstärker-Kombinationen an, deren digitales Zusammenspiel dank gleichgeschaltetem Takt besseren Klang bringen soll. stereoplay protokollierte bei zwei Paaren den erzielten Fortschritt.

Denon AVR 3313, DBT 3313 UD und Pioneer SC LX 76, BDP 450 © Julian Bauer MPS-Fotostudio / Archiv

Player-/Verstärker-Kombis im Test

Blu-ray-Player gelten trotz Wiedergabe von hochauflösenden Signalen als nur bedingt audiophil. Selbst mittelklassige CD-Spieler hängen ein solches Hightech-Monster leicht ab. Einen Komplex, mit dem die modernen Player zu kämpfen haben, bilden die verschiedenen Systemtakte und die Kommunikation nach außen mittels HDMI-Verbindung. Diese trägt das Erbgut von DVI, mit der man Grafikkarte und Computermonitor verbindet: hochauflösendes Bild über kurze Strecke. Ton? Nebensache. Der wird, vereinfacht ausgedrückt, auf den Takt des Videosignals gezwungen und diesen bestimmt das letzte Glied in der Kette. Diese Senke repräsentiert in der Regel der Fernseher. Dass es nicht gut für den Klang ist, wenn ein TV-Gerät die Qualität des Musiksignals bestimmt, kann man sich leicht ausmalen. Gute AV-Verstärker mühen sich schon lange darum, den Takt selbst zu bestimmen, ihn vom Player kommend aufzufrischen und zu reinigen, was zunehmend gut gelingt.

Man schaue nur, wie Profis im Tonstudio arbeiten. Diese nutzen meist eine Masterclock und koppeln sämtliche Geräte auf diesen einen Takt. Ähnliches probieren nun Denon und Pioneer auf zwei unterschiedlichen Wegen.

Denon Link HD und Pioneers PQLS

Denon bietet hierfür das neue Blu-ray-Player-Topmodell DBT 3313 UD, gepaart mit dem AV-Receiver AVR 3313, und später auch den AVR 4520 mit der neu entwickelten Schnittstelle Denon Link HD an. Pioneer hat schon seit längerem Geräte mit PQLS (Precision Quartz Lock System) im Programm. Hier bestellten sich die Tester auch den aktuellen Player BDP 450 sowie den zweitgrößten AV-Receiver SC LX 76. Beide Kombis kosten exakt gleich viel. Nur ist bei Denon der Player deutlich teurer, während bei Pioneer der Verstärker das Budget schwerer belastet.

Denon DBT 3313 UD
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© Hersteller / Archiv
Denon DBT 3313 UD

Die Herangehensweise der Entwicklerteams an das gleiche Problem weist in komplett unterschiedliche Richtungen. Denon-Link-Verbindungen bestanden bislang aus einer von HDMI unabhängigen, verschlüsselten Tonübertragung mit eigenem Takt. Das neue Denon Link HD überträgt Bild und Ton konventionell über HDMI und gibt via Cinch-Anschluss den Systemtakt des Verstärkers diskret an den Player weiter; dieser rastet seine Tonwiedergabe darauf ein.

Auch Pioneer entwickelte sein PQLS weiter. Funktionierte es ursprünglich nur bei PCM-Stereosignalen, arbeitet es nun wie das Denon mit allen Übertragungsarten und nutzt eine für andere Zwecke reservierte Datenleitung im HDMI-Stream zur Synchronisation der Clock des Amps mit der Taktung des Players, statt den Takt selbst zu übertragen.

Test: Denon DBT 1713 UD

Sinn und Zweck gleichen sich jedenfalls: Die Audiobits des Players laufen nun statt synchron zum Videosignal im perfekten Gleichschritt mit der Audio-Verarbeitung des Verstärkers. Der Jitter, also das "Zittern" und die damit verbundene klangliche Beeinflussung, reduzieren sich deutlich. Nachteil beider Verfahren: Sie sind proprietär und funktionieren nur innerhalb der Marken- und Produktfamilie. Für andere Player klingen die Receiver nicht besser, und die Player haben an anderen Verstärkern auch keinen Vorteil. Nachteile gibt es allerdings auch keine.

Pioneer BDP 450
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© Hersteller / Archiv
Pioneer BDP 450

Hörtest

Im Hörraum mussten sich die beiden Duos im Doppel wie auch einzeln beweisen. Beide Blu-ray-Player machten einen angenehmen Eindruck mit präzisem und musikalischem Klang sowie superknackigem Bild in allen Formaten. Der Denon erarbeitete in Bild und Ton stets etwas mehr Ruhe und Detailreichtum. Den größeren mechanischen Aufwand merkt man eben in der Performance.

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Die Verstärker schlugen sich ebenso tapfer und boten für ihr jeweiliges Preisniveau eine gute Show. Der Denon klang – egal ob vom integrierten Streamer oder von externem CD- oder Blu-ray-Player – klar und strukturiert, eher auf der schlanken, konturenreichen Seite. Den Pioneer charakterisierte ein wuchtigeres, erdigeres Klangbild, dessen etwas zurückhaltendere Höhen dennoch etwas feiner auflösten. In den Mitten malte der Pioneer reichere Klangfarben als der Denon, der dort den Raum etwas klarer zeichnete. Zusammenfassen lässt sich das mit "vollmundig" für den Pioneer und "elegant" für den Denon. Dabei wirkte der SC LX 76 stets eine Spur souveräner und ließ sich dank der wählbaren Digitalfilter auch geschmacklich ein wenig tunen.

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Nun stöpselten die Tester die jeweiligen Player und Receiver zusammen und probierten das Ganze mit der jeweiligen Jitter-Unterdrückung. Die erste erstaunliche Feststellung: Der teure Denon-Player mit dem preiswerten Receiver klang in der Kette ähnlich gut wie der teurere Pioneer-Receiver mit seinem preiswerten Zuspieler. Schalteten die Tester Denon Link HD und PQLS ab, ließ sich das jeweils schwächere Glied in der Kette wieder deutlich hören. Schalteten sie erneut ein, löste sich mit beiden Verfahren das Klangbild signifikant besser von den Lautsprechern, Details in Raum und Klangfarben ließen sich leichter separieren, und irgendwie zog die Musik mehr in die Füsse. Je nach Material und Medium sprangen die Wertungen locker ein bis drei Klangpunkte nach oben. Die Ohrenzeugen waren sich alle einig: Ja, das will man haben. Schade, dass es nicht mit allen Playern und Verstärkern geht.

Fazit

Beide Hersteller liefern erwartungsgemäß hervorragende Receiver und Player ab. Sehr bemerkenswert sind die Einrichtungs-Assistenten. Die Player streamen auch Mehrkanaliges in audiophiler hoher Auflösung, agieren leise und flott – Blu-ray-Discs starteten in weniger als 15 Sekunden.

Dass HDMI für die Videowiedergabe einen echten Segen darstellt, ist bekannt, leider auch, dass es eine nicht unerhebliche Klangbremse darstellt. Diese Bremse verstehen Denon Link HD und PQLS aufs Effizienteste zu lösen. Der Klanggewinn verblüffte, es ärgert im Grunde nur, dass nicht alle Hersteller diese Lösungen anbieten und dass sie leider auch nicht austauschbar sind. Diese zwei AV-Kombis jedenfalls heben damit klanglich ab.

 
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