AUDIO


15. Januar 2009
Vergleichstest Mehrkanal-Ketten mit Zusatzfunktionen per HDMI Pioneer SC-LX 71 mit Pioneer BDP-LX 08, Sony STR-DA 5400ES mit SCD-XA 5400ES Bild vergrößern 500 500 http://img4.magnus.de/image-r500x500-C-3ef0be4b-14620833.jpg

Vergleichstest Mehrkanal-Ketten mit Zusatzfunktionen per HDMI Pioneer SC-LX 71 mit Pioneer BDP-LX 08, Sony STR-DA 5400ES mit SCD-XA 5400ES

Die beiden Mehrkanal-Pärchen AV-Receiver Pioneer SC-LX 71 (1700 Euro) mit Blu-ray Player Pioneer BDP-LX 08 (1000 Euro) und AV-Receiver Sony STR-DA 5400ES (1900 Euro) mit SACD-Player Sony SCD-XA 5400ES (2000 Euro) pflegen eine ganz besondere Verbindung: HDMI mit Zusatzfunktionen. Ob es zum Bund fürs Leben reicht?

Dass Hersteller gerne Quelle und Verstärker als Kombi vermarkten, entspricht guter Kaufmannstradition. Die Geräte passen dann nicht nur optisch zusammen, sie lassen sich auch mit ein paar technischen Spielereien hervorragend aufeinander abstimmen. Dies wussten lange auch Mehrkanal-Fans zu schätzen: Lösungen, die mit einer einzigen Strippe den Cinch-Kabelsalat von Universal-Player zu Receiver ersetzen konnten, waren beliebt, wie etwa Denon-Link oder die Firewire-Variante iLink für SACD-Player.

Nun aber gibt es ja HDMI – einen Standard für fast alle erdenklichen digitalen Formate. Diese finden dank des Super-Daten-Highways unbeirrt den Weg zum Receiver. Jedoch, dieser Highway hat seine Tücken für sensible Audiodaten. Zwar dürfen Videosignale auf einer großzügigen, dreispurigen Bahn dahin sausen; die digitalen Audiosignale aber reisen nur per Anhalter mit. Zu allem Überfluss müssen sie vor der Fahrt auch noch ihr gesamtes Gepäck aufgeben: Das Audio-Taktsignal wird mit dem Video-Referenztakt in einen Waggon geworfen und dieser reist seperat auf einer eigenen Spur zum Receiver.

Reisen zweiter Klasse

Am Bestimmungsort müssen die durchgeschüttelten Audiosignale erst mal wieder ihre eigene Taktfrequenz erhalten. Berechnet wird immer in Bezug zur Video-Samplingrate. Andersherum bedeutet dies, dass Audiosignale nur in Begleitung eines Video-Vormunds die Reise überhaupt antreten dürfen – wenigstens ein Standbild muss also stets vom Player erzeugt werden, will er auch nur einen Ton zum Receiver schicken. Bei dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft kann es schon mal zu Laufzeitfehlern im Audio-Takt kommen. Das war auch stets hörbar – in jedem Vergleich musste sich Zweikanal-PCM per HDMI bislang der koaxialen Variante geschlagen geben. Der Super-Highway birgt also augenscheinlich audiophile Schlaglöcher.


Bild vergrößern 937 710 http://img1.magnus.de/image-r937x709-C-8a3f38f4-14620901.jpg So reisen die Daten in einem HDMI-Kabel © M.Rutz (AUDIO)
© M.Rutz (AUDIO)

So reisen die Daten in einem HDMI-Kabel

Glücklicherweise gibt es Sanierungsarbeiten an der Datenstrecke. Seit der Version 1.3a ist es möglich, über den Kommunikationskanal (CEC; Consumer Electronics Control) zwischen Amp und Player einen sogenannten „Audio Rate- Control“-Befehl zu übermitteln. Der Receiver kann somit dem Player einen bestimmten Abtast-Takt vorgeben. Dazu bedarf es zweier Dinge: erstens eines Receivers mit HDMI-Version 1.3a, der einen solchen Befehl geben kann, und zweitens eines Players mit HDMI-Version 1.3a, der die Order auch versteht. So bekommt der Ketten-Gedanke in Zeiten von HDMI eine ganz neue Bedeutung. Es geht weniger um Marketing-Spielerei, als tatsächlich um die Verbesserung der Audiosignal-Übertragung.

Im Test: AV-Receiver SC-LX 71, um 1700 Euro mit Blu-ray Player Pioneer BDP-LX 08, um 1000 Euro; AV-Receiver Sony STR-DA 5400ES, um 1900 Euro; mit SACD-Player Sony SCD-XA 5400ES, um 2000 Euro.



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