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Vergleichstest Fünf Subwoofer im Test

Krachmacher sind sie nicht, sondern Musikspezialisten: Ist der ideale Subwoofer ein geschlossener oder ein Bassreflex? Wir haben fünf Modelle getestet.
Subwoofer im Test © Hersteller/Archiv

Subwoofer im Test

Subwoofer haben unter Puristen nicht den besten Ruf, setzen sie viele High-Ender doch mit lärmenden Kisten fürs Action-Kino oder halbstark lärmenden Car-HiFi-Installationen gleich. Doch diese Klischees halten einem Realitäts-Check nicht mehr stand, wenn man sich die aktuellen Woofer-Entwicklungen der HiFi- und High- End-Hersteller anschaut.

Auch in der 800-Euro-Klasse wird schon mit allen technischen Tricks gearbeitet, um den Bass präziser zu machen, die Woofer mittels automatischer Einmessung an den Raum anzupassen oder einen harmonischeren Übergang zu den Satelliten zu ermöglichen.

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Noch ein Trend lässt sich an den Kreationen des Jahres 2013 ablesen: Die Mehrzahl der Tiefton-Erzeuger wird immer kleiner. Die Miniaturisierung wird einerseits durch die modernsten Passivmembranen und Chassis ermöglicht, die imstande sind, extreme Hübe und Tiefgang auch aus sehr kleinen Gehäusen zu zaubern. Weil sich die Physik aber nicht überlisten lässt, sind hierzu gigantische Leistungsreserven erforderlich, die überhaupt erst von Schaltnetzteilen und Class-D-Verstärkern zu akzeptablen Bedingungen geliefert werden. Und die im Zweifelsfall ein Mehrfaches kosten.

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Diese Ingredienzien ermöglichen einen weiteren Trend: Immer mehr Sub-Hersteller besinnen sich auf geschlossene Woofer, denen HiFi-Fans zwar schon immer eine präzisere Wiedergabe nachsagen, was aber früher oft mit einem deutlichen Verlust an Maximalpegel und Tiefgang erkauft wurde.

Interessant in diesem Zusammenhang ist das Engagement des norwegischen Spezialisten SVS: Sein 12-Zoll-Chassis wird als geschlossenes und auch im Reflexgehäuse angeboten, der User kann also wählen.

Gehäuseprinzipien bei Subwoofern © Hersteller / Archiv
Gehäuseprinzipien bei Subwoofern

Gehäuseprinzipien bei Subwoofern

Ein Bass-Chassis ohne Gehäuse kann keinen Bass spielen, weil sich bei den langen Schwingungsperioden vordere und hintere Schallanteile auslöschen. Der phaseninvertierte rückwärtige Schall kann also entweder vernichtet werden (geschlossenes Gehäuse), per Resonator zusätzlichen Tiefbass erzeugen (Bassreflex, Passivmembran) oder halboffen zur Auslöschung des seitlichen Schalles und damit zu einer Richtwirkung beitragen (Dipol, Niere). Andere Gehäuseformen sind möglich, aber im HiFi-Bereich kaum noch verbreitet. Hörner, Eckhörner und Transmissionlines sind zu groß und schwer, Bandpässe nicht präzise oder nicht breitbandig genug.

Fazit

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Wer 800 Euro für einen Subwoofer ausgibt, steht vor der Gretchenfrage: Bassreflex oder geschlossen? Die von den jeweiligen Fans gepflegten Vorurteile gegenüber schwachbrüstigen geschlossenen und langsamen Reflexen gelten 2013 nicht mehr. Trotzdem gibt es klare Richtungen: Der SVS pflegt bei Zweikanal Tiefe und Präzision, der Canton ist der kraftvollste. Wer beides auf einmal will, muss zum dreimal so teuren Paradigm greifen. Er zeigt, warum in der High-End-Klasse fast nur noch geschlossen gebaut wird: Die Kombination aus höchster Präzision, extremem Pegel und Tiefgang ist mit viel Aufwand möglich. Wer für weniger Geld den besten Allrounder sucht, findet ihn bei Nubert: So viel Woofer für unter 1.000 Euro gab es noch nie.

 
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