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Vergleichstest Elf Outdoor-Lautsprecher im großen Praxisvergleich

Zu jeder Jahreszeit laden Terrasse und Garten zum Entspannen ein. Die musikalische Untermalung dazu kommt aus wetterfesten Lautsprechern. Elf Vertreter hat AUDIO zum Praxistest geladen.

Elf Outdoor-Lautsprecher im großen Praxisvergleich © Archiv

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Kein Mensch würde auf die Idee kommen, seine sündhaft teuren Lautsprecherboxen auf die Terrasse oder gar in den Garten zu stellen. An einem einzigen Partyabend mag das mal gehen, aber für den dauerhaften rauhen Einsatz im Freien sind die Holzgehäuse in keiner Weise gewappnet.

Für draußen bieten viele Hersteller daher „Allweather“- beziehungsweise „Outdoor“-Lautsprecher an, die gegen Regen, Schnee, Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung bestehen sollen. Vom Gastronomie-Betrieb bis zur Wellness-Anlage greift man gerne auf diese robuste Art der Beschallung zurück – aber ist das auch was für dem Einsatz auf der Einfamilienhaus-Terrasse?

Manch ein Zier-Stein entpuppt sich bei näherem Hinsehen als viel mehr denn nur eine gelungene Deko.
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Manch ein Zier-Stein entpuppt sich bei näherem Hinsehen als viel mehr denn nur eine gelungene Deko.

Allein von den elf Herstellern unserer Testkandidaten gibt es insgesamt über 40 verschiedene Typen, also fast vier Modelle pro Marke. Von ­jedem Hersteller haben wir uns je einen Probanden zum Praxis-Test geladen. Die Preisspanne liegt pro Paar zwischen 220 und 700 Euro, der Klipsch-Stein wird pro Stück für 440 Euro verkauft.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Die Definition von „Allweather“ sehen die Hersteller allerdings unterschiedlich. Während der „Stein-Lautsprecher“ von Tannoy gegen alle Elemente wie Regen, Hagel, Graupel, Schnee und salzhaltige Luft klaglos bestehen soll, schränkt JBL die Verwendung stark ein. Laut Datenblatt sind die aktiven Funk-Lautsprecher nicht wasserdicht und dürfen „weder Eis noch Schnee oder ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt werden.“

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Die Norm „Schutzarten durch Gehäuse“ sieht eine Klassifizierung nach IP-Codes vor, doch die Hersteller wollen dies­bezüglich nicht recht Farbe bekennen. Bis auf zwei Ausnahmen: Der Tannoy-Stein hat die Klassifizierung IP64, ist ­also gegen Fremdkörper ab 1 mm Durchmesser sowie gegen allseitiges Spritzwasser geschützt. Yamaha sagt zwar mit IPx6 nichts über den Berührungsschutz, geht mit seinem „Schutz gegen starkes Strahlwasser“ aber sogar noch zwei Stufen höher.

Die Mitbewerber umschreiben die ­Resistenz etwas blumiger: „Widersteht ziemlich allem, was Mutter Natur ihnen entgegensetzen kann“ oder „Selbst härtesten Bedingungen wie denen auf einer Hochseejacht widersteht diese Box“. ­Eine weitere Frage ist die Ansteuerung der Lautsprecher. Da man sich eher selten im Sweet-Spot des Stereo-Dreiecks aufhält, stellt sich die Frage, ob nicht ­eine monaurale Ansteuerung sinnvoller ist als übliches Stereo. Und welche ­Ansteuerung passt dann bei mehreren Lautsprechern am besten? Auch diesen Überlegungen ist AUDIO auf den Grund gegangen.

 

Bose 151 Environmental Speakers
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Bose 151 Environmental Speakers

Dank beigepackten Wandhaltern, Schrauben und Dübeln sind die Bose-Lautsprecher schnell montiert; ein verzahntes, per Schraube sicher arretier­bares Scharnier erlaubt die Ausrichtung des Lautsprechers, wenn auch nur in ­einer Achse: Bei liegender Montage lässt er sich vertikal schwenken, bei aufrechter Montage horizontal. Da Bose die Halter mit einem Kabeldurchlass bedacht hat, lassen sich dahinter ­eventuelle Unterputz-Kabel diskret zu Tage führen.

Hinter der fein perforierten Metallfront sitzen gleich drei der Bose-typischen 6-cm-Breitbänder in wetterfester Ausführung. Die 151 toleriert laut Anleitung Ganzjahres-Outdoor-Betrieb, arktische wie afrikanische Temperaturen, kalte Güsse mit dem Gartenschlauch und sogar Salzwasser-Nebel – wer die Firma kennt, ahnt, dass sie das nicht nur ­behauptet, sondern mit kreativ-fiesen Prüfmethoden auch ausprobiert.

Da das leicht bogenförmig angeordnete Treiber-Trio über das gesamte Frequenzband parallel läuft, sind winkelabhängige  Frequenzgang-Einbrüche nicht zu vermeiden. Je nach Hörplatz kann die 151 daher rund und vornehm bedeckt klingen, oder im ungünstigsten Fall der Musik – besonders Stimmen – eine deutlich nasale Färbung geben.

Ob das auf der Terrasse oder dem Achterdeck wirklich jemand stört, steht aber auf einem anderen Blatt. Jedenfalls ist die Bose-Box ausgesprochen pegelfest und mit einem Impedanzminimum von 6 Ohm zudem eine sehr gutmütige Last für den Verstärker – man kann, wenn es sein muss, auch zwei davon parallel an einen Endstufenkanal hängen.

Fazit

In diesem Vergleich für Wind und Wetter ist für jeden etwas dabei: Klanglich glänzten B&W, KEF, psb und Monitor Audio, die auch anspruchsvollen Hörern adäquaten Musikgenuss bescheren. Die Günstigen von Infinity und Yamaha sind ihr Geld absolut wert. Von den beiden Steinen entpuppte sich der Tannoy als pegelfester Cheap-Trick-Equa­lizer. JBL steuert einen begrenzt ­wetterfesten Problemlöser bei.

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