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Vergleichstest Drei Standlautsprecher im Test

Bezahlbare Standboxen sind oft besonders bassintensiv abgestimmt. Gibt es Alternativen für kleinere Räume? Wir stellen drei vielversprechende Waveguide-Konzepte vor.
Standboxen im Vergleichstest © Hersteller / Archiv

Standboxen im Test

Gerade in kleineren Räumen können Standboxen nur schwer ihre Qualitäten ausspielen. Ein tiefer Bassreflex ist zwar eine feine Sache, pumpt aber genau dort zusätzliche Energie in den Raum, wo die meisten Raummoden angeregt werden. Das führt schnell zu unangenehmen Dröhneffekten. Aber viele Musikhörer wollen Boxen gar nicht stundenlang herumschieben, bis es irgendwann mal gut klingt. Im Gegenteil: Laut und breitbandig soll es tönen, aber ohne zu nerven!

Vor allem in kleinen Räumen ist ein harmonisches Abstrahlverhalten von Mittel- und Hochtöner bereits bei geringer Distanz wichtig, sonst entstehen unerwünscht starke Winkelabhängigkeiten. Manchmal nützt es, so lange mit der Winkelung der Boxen zu spielen, bis es passt. Oft bleibt aber das Problem bestehen, da im Gegensatz zum Tiefmittel- ein Hochtöner im Präsenzbereich (1 – 4 kHz) seitlich weit mehr Energie abgibt. Das kann gerade bei wandnaher Aufstellung sehr hart klingen.

Kaufberatung: Vier Standboxen ab 440 Euro

Eine Lösung kann eine stärkere Schallbündelung im unteren Einsatzbereich des Hochtöners sein. Die Hersteller arbeiten hier immer öfter mit akustischen Schallführungen wie Waveguides, was sich in den Hörtests auch als überlegen herausstellte.

Canton GLE 476

Canton GLE 476, Paarpreis: 720 Euro

Sinn und Zweck von Waveguides

Ein Waveguide führt zu einem akustischen Schalldruckanstieg im unteren Einsatzbereich des Hochtöners. Das entlastet die elektrische Weiche und reduziert den Klirr. Durch die vorgebaute Schallführung wird die Kalotte außerdem nach hinten versetzt und näher an einen mechanischen Schallentstehungsort mit dem Mitteltöner positioniert. Geht die Frequenzweiche darauf ein, reduziert dies die Winkelabhängigkeit der vertikalen Abhörposition. Idealerweise bündelt die Kalotte im Übernahmebereich dann genau gleich stark wie der Mitteltöner, was zusätzlich das horizontale Abstrahlverhalten harmonisiert. Im Endeffekt wird die Box dadurch flexibler in der Aufstellung.

Prinzipieller Unterschied bei der horinzontalen Abstrahlung mit und ohne Waveguide im Übernahmebereich © Hersteller / Archiv
Prinzipieller Unterschied bei der horinzontalen Abstrahlung mit und ohne Waveguide im Übernahmebereich

Die Beste Box für einen kleinen Raum

Nicht alle Hörer haben riesige Säle, um dort ihre Boxen optimal aufzustellen. Das deutsche Durchschnitts-Wohnzimmer misst kaum mehr als 20 Quadratmeter – die Lautsprecher spielen daher fast zwangsweise in die Raumecken. Wie reagieren nun die einzelnen Boxen auf eine solche Aufstellung? Der RaumRechenService gibt Aufschluss. Wir haben einen Raum von 4,5 m x 4 m und einer Deckenhöhe von 2,4 Metern angenommen. In einem solchen Raum zeigen die beiden basskräftigeren Vertreter von Canton und Quadral eine deutliche (und sehr störende) Spitze bei 63 Hertz. Die auf kleinere Räume abgestimmte Teufel läuft hier deutlich ausgewogener.

Hörtest

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Auf dem 2010er-Album "Volcanic" sind die isländischen Funk-Fusionisten von Mezzoforte keineswegs halblaut, wie der italienische Bandname es andeutet. Den knarzigen E-Bass-Groove formuliert die Canton schnell und detailreich, jedoch minimal weich, während die abgedämpfte Miles-Davis-Trompete schön offen klingt. Die Quadral bringt den Boogie auf den Punkt und knurrt richtig im Basskeller, vermag aber bei hohen Pegeln die Trompete nicht mehr homogen einzubinden. Die Teufel holt noch mehr Feinauflösung aus der Aufnahme und zeigt, wie natürlich Trompete und Bass klingen können. Hinzu kommt eine raumgreifende und locker-dynamische Gangart, die jeden Gedanken an die Stop-Taste vergessen macht.

Fazit

Aufdrehen und abdrehen! Klare konstruktive Entscheidungen und die Reduktion aufs Wesentliche bringen großen Klang in kleine Räume.

 
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