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Vergleichstest Drei Netzwerk-Festplatten im Test

Netzwerk-Player beziehen ihre Daten vom Netzwerk-Speicher. Das kann entweder ein Computer oder eine Netzwerk-Festplatte (NAS) sein. Wir haben drei NAS-Server für verschiedene Anforderungen getestet.
Netzwerk-Festplatten © Hersteller/Archiv

QNAP TS-412
Gesamtwertung: gut – sehr gut - 74 Punkte
Preis/Leistung: befriedigend
  • +sehr solide Verarbeitung
  • +umfangreiche Ausstattung
  • +bis zu vier HDD-Slots mit RAID-5
  • -keine Spitzenwerte in der Performance

NAS ist die Abkürzung für Network Attached Storage, also ans Netzwerk angebundene Speicher. NAS-Server versorgen die Netzwerk-Teilnehmer mit beliebigen Daten, wobei diese im Heimnetzwerk hauptsächlich multimedialer Art sind. Damit schaffen NAS-Server die Voraussetzung dafür, dass in jedem Raum Musik gestreamt werden kann, aber auch für das Betrachten von Fotos und Videos über den Fernseher. Die Wiedergabe erfolgt dann über Netzwerk-Player für Audio oder Audio/Video/Foto bzw. über die in Smart-TV-Geräten enthaltenen Streaming-Funktionen.

Neben der Bereitstellung der Multimedia-Daten bieten moderne NAS-Server noch weitere Netzwerk-Features. Dazu zählen etwa Cloud-Speicher-, Datensicherungsfunktionen und Features für den Einsatz als Web- und FTP-Server oder für den Datenzugriff via Internet. 

NAS-Server gibt es in mehreren Preisklassen. Wir haben drei Modelle für verschiedene Anforderungen für Sie ausgewählt. Die genannten Preise verstehen sich ohne HDDs.

  • Der NSA325 von Zyxel für 169 Euro entstammt dem gehobenen Einsteigerbereich. Er lässt sich mit zwei Festplatten (HDDs) bestücken.
  • Der TS-412 von QNAP kostet 340 Euro. In ihn lassen sich vier Platten einsetzen.
  • Der QNAP TS-469 Pro schlägt mit 810 Euro zu Buche. Er kann ebenfalls vier HDDs aufnehmen, ist aber auch in Ausführungen mit zwei, fünf, sechs und acht HDD-Einschüben erhältlich. Er stammt aus der Profi-Serie von QNAP, kann also mühelos die Netzwerk- Aufgaben für kleinere Firmen übernehmen.

Außer mit dem Zugriff per Dateifreigabe (SMB) arbeiten die drei NAS-Server im Multimedia-Heimnetz mit UPnP AV, iTunes und Squeeze Server. Als Leckerbissen bietet QNAP die Vollversion von Twonky. © Hersteller / Archiv
Außer mit dem Zugriff per Dateifreigabe (SMB) arbeiten die drei NAS-Server im Multimedia-Heimnetz mit UPnP AV, iTunes und Squeeze Server. Als Leckerbissen bietet QNAP die Vollversion von Twonky.

Das muss ein NAS können

Als Qualitätskriterien für NAS-Server sind in erster Linie die Speicherkapazität und die Performance für den Datentransfer zu nennen. Die Speicherkapazität kann je nach Anwendung sehr unterschiedlich ausfallen. Sollen nur Musik und Fotos gespeichert werden, reicht ein Gerät für zwei HDDs aus. Zwar haben wir den Test mit 3-Terabyte- Platten durchgeführt, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dürften aber Disks mit 4 TByte State of the Art sein.

QNAP TS-469 Pro
Gesamtwertung: sehr gut - 91 Punkte
Preis/Leistung: befriedigend
  • +kompromisslose Ausstattung
  • +hohe Lese- und Schreib-Performance
  • -hoher Preis

Abgesehen von der frühen Markteinführungsphase empfehlen sich HDDs mit der höchsten Kapazität, denn dann liegt der Preis pro TByte am niedrigsten, außerdem kann dann der Server kleiner ausfallen. Im Normalbetrieb (JBOD) bieten zwei 4-TByte-Platten insgesamt 8 TByte, allerdings läuft das System dann ohne Datensicherung.

Für Musik und vor allem für private Fotos oder Videos ist Datensicherung ein Muss und bei den heutigen HDD-Preisen auch erschwinglich. Läuft ein NAS-System mit zwei HDDs im sogenannten RAID-1-Modus (RAID = Redundant Array of Independent Disks), kann eine Platte die andere spiegeln. Dafür stünde dann nur die halbe Kapazität zur Verfügung, was aber für Musik, Fotos und Videos immer noch ausreicht. Beim Crash einer Festplatte ließe sich das RAID-System mit allen Daten wiederherstellen.

Der NAS-Server TS-469 Pro von QNAP stammt aus der Profi-Serie und ist mit verriegelbaren HDD-Einschüben ausgestattet. Eine als defekt markierte Platte lässt sich im laufenden RAID-5-Betrieb austauschen. © Hersteller / Archiv
Der NAS-Server TS-469 Pro von QNAP stammt aus der Profi-Serie und ist mit verriegelbaren HDD-Einschüben ausgestattet. Eine als defekt markierte Platte lässt sich im laufenden RAID-5-Betrieb austauschen.

Empfehlenswert: RAID 5

Ab drei HDDs bieten die QNAP-Server auch den RAID-5-Modus, der eine günstige Kombination für Datensicherheit und Lesegeschwindigkeit darstellt. Dabei steht dann eine maximale Nettokapazität von drei Disks zur Verfügung, während die Kapazität der vierten für die Datenwiederherstellung (Redundanz) dient. Beim Defekt einer Platte lässt sich diese sogar im Betrieb austauschen (Hot Swap). Die QNAP-Geräte können auch Benachrichtigungen über Störungen per E-Mail versenden.

Zyxel NSA325
Gesamtwertung: gut – sehr gut - 74 Punkte
Preis/Leistung: überragend
  • +günstiger NAS-Server
  • +zwei Festplatten
  • +geeignet als eigener Cloud-Server
  • -hohe Lüftergeräusche

Im gesicherten RAID-5-Modus bieten die beiden QNAP-Server mit vier 4-TByte-HDDs die gigantische Nettokapazität von 12 TByte, viel zu viel für Musik und Fotos, nicht aber für größere Videosammlungen in HD-Qualität. Als Beispiel sei das ISO-File von „Avatar“ in 3D Full HD genannt, das 50 GByte beansprucht.

Geht es um unwiederbringliche Daten – wie etwa eigene Musik oder Kinderfotos –, empfiehlt sich die zusätzliche Sicherung auf externen HDDs. Dafür und für die – auch automatisierte – Sicherung von PC-Daten enthalten die NAS-Server Extra-Funktionen.

Ausstattung © Hersteller / Archiv
Ausstattung

Sowohl die Datensicherung als auch die Speicherung an sich sind heute auch in der Cloud möglich. Der Vorteil: Der Nutzer muss sich nicht um die nötigen Speicher nebst Verwaltung kümmern und kann von beliebiger Stelle auf die Daten zugreifen. Dazu gehört zum Beispiel das Hochladen von Urlaubsfotos und Bereitstellen für Freunde. Für Musik, Fotos und viele Videos funktioniert die Cloud mit heutigem DSL bzw. VDSL schon recht gut und künftig auch für Videos mit sehr hohen Datenübertragungsraten. Problematisch ist aber, dass der Nutzer nicht weiß, was mit seinen Daten passiert, und da bieten NAS-Server eine echte Alternative.

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Von den vielen verfügbaren Services der getesteten NAS-Geräte seien noch der Web- Server für die Bereitstellung eigener Webseiten sowie der FTP-Server für den Transfer größerer Datenmengen – auch gesichert – zu erwähnen. Ansonsten verweisen wir auf unsere Tabelle, die aber trotz ihrer vielen Einträge nicht ganz vollständig ist.

Für den Alltagsbetrieb lassen sich die Server zeitgesteuert hoch- und herunterfahren, mit dem TS 469 Pro und dem NSA 325 klappt das dank der Funktion Wake on LAN auch per PC oder App. Damit kann der NAS-Server im Büro oder Abstellraum platziert werden – im Wohnzimmer stören die oft recht lauten Lüftergeräusche.

QNAP und Zyxel bieten für ihre NAS-Server kostenlose Apps, die den Zugriff auf multimediale und andere Daten erlauben. Zudem unterhalten beide Hersteller Services, die die Erreichbarkeit der eigenen NAS-Cloud über feste IP-Adressen ermöglichen. © Hersteller / Archiv
QNAP und Zyxel bieten für ihre NAS-Server kostenlose Apps, die den Zugriff auf multimediale und andere Daten erlauben. Zudem unterhalten beide Hersteller Services, die die Erreichbarkeit der eigenen NAS-Cloud über feste IP-Adressen ermöglichen.

Fazit

Unser Test aktueller NAS-Server hat gezeigt, dass heute schon für wenig Geld eine gute Performance zu haben ist. So bietet der NSA325 von Zyxel für nur 169 Euro immerhin eine Lesegeschwindigkeit von 90 MByte/s. Noch mehr – vor allem beim Schreiben – schafft nur der QNAP-Profi TS-469 Pro, mit bis zu 100 MByte/s ein Superwert, der praktisch im Bereich Netzwerk-Performance liegt. Dafür ist der Profi mit 2,13-GHz-Dual-Core-Prozessor ausgestattet, der auch eine höhere Leistung aufnimmt. Den klaren Testsieg verdient er gleichermaßen für seine professionelle Ausstattung, die selbst für Freiberufler und kleine Firmen keine Wünsche offen lässt. Ein Highlight ist der Zyxel NSA 325, mit dem viel möglich ist, der aber wegen seines lauten Lüfters nicht im Wohnzimmer stehen sollte.

 
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