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Vergleichstest Drei Audio-Rekorder mit Flash-Speicher im Test

Audio-Rekorder nutzen heute als Aufnahmemedium fast ausschließlich Flash-Speicher. Vor allem bei Mobilgeräten spielen die winzigen Flash-Karten ihre Stärken aus. stereoplay hat drei Rekorder-Modelle für Sie getestet.
Flash-Rekorder © Hersteller/Archiv

Olympus LS-100
Gesamtwertung: sehr gut - 82 Punkte
Preis/Leistung: gut
  • +erlaubt Multitrack-Aufnahmen per Mini-Flash-Rekorder
  • +Aufnahmen über eingebaute Mikrofone gelingen in hochwertiger Audioqualität

Flash-Rekorder sind die Nachfolger von DAT- und MD-Rekordern und zweifellos besonders pfiffige Konvergenz-Produkte. Ermöglicht durch Jahrzehnte lange Erfahrung in den beiden Bereichen (digitale) Audio- und Computertechnik, erweisen sich Flash-Rekorder als ungemein praktisch und dazu hochwertig in der Aufnahmequalität. So geraten selbst ausgefuchste Recording-Freaks gern mal ins Schwärmen.

Wie weit das für unsere drei aktuellen Testkandidaten angebracht ist, hat stereoplay überprüft. Immerhin möchten die erfolgreichsten Hersteller dieser Gerätekategorie den diesbezüglich neuesten Stand der Technik dokumentieren. Mit dabei sind der LS-100 von Olympus und der DR 100 MK II von Tascam (erhältlich für jeweils 450 Euro) sowie der H2n von Zoom zum Preis von 200 Euro. Bei Letzterem handelt es sich um die überarbeitete Version des H2, mit dem Zoom diese – auch Handy-Rekorder genannte – Geräteklasse begründet hatte.

Auch der DR 100 MK II ist stereoplay-Lesern kein Unbekannter, da er die Erstversion des Tascam-Profis ablöst. Während sich Letzterer nur geringfügig von seinem Vorgänger unterscheidet, hat Zoom den H2n mit einem deutlich größeren Display ausgestattet.

Um eine echte Neuentwicklung handelt es sich beim LS-100 von Olympus, der – erstmalig in dieser Geräteklasse – Multi-Track-Aufnahmen und die Nutzung von SDXC-Speicherkarten erlaubt.

Olympus LS-100

Olympus LS-100, 450 Euro, bei Amazon kaufen

SDXC-Flash-Speicherkarten

Als maximale Kapazität gibt Olympus 64 Gigabyte an. 128-GB-Karten standen bei Markteinführung des LS-100 noch nicht zur Verfügung, die Funktion sollte damit aber möglich sein. 128 GB reichen bei 24 Bit/96 kHz satte 60 Stunden, bei 16 Bit/44 kHz sogar knapp 200 Stunden. Die Rekorder von Tascam und Zoom lassen sich mit SDHC-Karten füttern, die maximal 32 GB fassen und 15 bzw. 50 Stunden reichen. Blickt man zurück auf DAT- oder MD-Zeiten, ist das bereits viel.

Zoom H2n
Gesamtwertung: gut – sehr gut - 71 Punkte
Preis/Leistung: überragend
  • +hat für nur 200 Euro eine Menge zu bieten
  • +durch geringe Größe gut als hochwertiger Mobil-Player nutzbar

Für den LS-100 ist die Nutzung von SDXC-Karten deshalb sinnvoll, da er bis zu acht Tracks aufnehmen kann. Dies erfolgt nacheinander, wobei ein Stereo-Mix der bis dahin aufgenommenen Tracks gleichzeitig abgehört werden kann. Als Resultat steht ein vollständiger Stereo-Mix zur Verfügung. Durchgeführt wird der Multitrack-Modus mit 16/44. Aufgrund der geringen Geräteabmessungen läuft die Bedienung fürs Multitracking über Menüs und gestaltet sich damit nicht sehr übersichtlich.

Über die beiden integrierten Mikrofonpaare kann der Zoom H2n vierkanalig aufnehmen, beim Downmix lässt sich dann die Balance zwischen  den vorderen und hinteren Stereokanälen einstellen.

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Wie bei portablen Flash-Rekordern üblich, ist die maximale Dateigröße auch für den LS-100 auf 2 GB begrenzt. Im Stereobetrieb erzeugt dieser – wie auch der Zoom H2n – während der Aufnahme automatisch solche 2-GB-Dateien. Beide Rekorder geben die Dateien lückenlos wieder, per Audio-Editor am Computer lassen sich die PCM-Dateien dann Frame-genau zu einem Gesamttitel zusammenfügen. Beim Multitracking funktioniert das nicht; dabei erzeugt der Olympus acht Einzeldateien bis zu 2 GB, sodass sich die Grenze auf maximal 16 GB erhöht.

Stromversorgung

Im mobilen Betrieb wird die Aufnahmezeit durch die Stromversorgung begrenzt – zumindest theoretisch, denn mit einem Batteriesatz läuft der Zoom 20 Stunden, der Olympus mit einer Akkufüllung zwölf Stunden. Tascam bietet eine Kombination daraus; so kann der Akku die Stromversorgung während des Batteriewechsels im laufenden Betrieb übernehmen.

Die von den kleinen Flash-Rekordern ausgehende Faszination liegt insbesondere darin, dass sie alle für Audio-Aufnahmen erforderlichen Elemente – bis hin zu den Mikrofonen – in sich vereinen und dennoch voll mobil einsetzbar sind. Dabei setzen die von allen drei Testkandidaten gleichermaßen unterstützten Tonformate wichtige Eckpunkte für die erzielbare Aufnahmequalität. Im Einzelnen sind das PCM von 16 Bit/44 kHz bis 24 Bit/96 kHz und MP3 mit den üblichen Datenraten.

Tascam DR-100 MK II
Gesamtwertung: sehr gut - 86 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +bietet viele professionelle Features
  • +übersichtliche Bedienphilosophie

Da die Geräte diese Formate auch wiedergeben, bieten sie dem audiophilen Musikliebhaber den Zusatznutzen der hochwertigen mobilen Wiedergabe; das können MP3-Player und Mobiltelefone nicht. Insofern bilden die drei Flash-Rekorder überaus praktische Glieder einer audiophilen Kette, denn auch hochwertige Netzwerk-Player und andere HiFi-Komponenten unterstützen das Format 24/96.

Da die Multi-Track-Aufnahme für den HiFi-Fan von geringerer Bedeutung ist, dürfte für diesen der Tascam-Rekorder das interessanteste Ausstattungspaket zu bieten haben. Das gilt ganz besonders für die vielen separat ausgeführten Bedienungselemente, die dem Nutzer eine einfachere Handhabung ermöglichen als über verschachtelte Menüs.

Aufnahme-Ausstattung auf kleinstem Raum

Den Aufnahme-Freak begeistern dürften Features wie die Automatik für Aufnahme-Start und -Stop, Pre-/Post-Record für ungestörten Ein-/Ausstieg sowie Kompressor-/Limiter-Funktionen inklusive der selbstverständlich abschaltbaren Aussteuerungsautomatik. Wichtig für Aufnahmen über die internen Mikrofone sind die bei allen drei Rekordern zuschaltbaren Hochpass-Filter, bei Tascam ist dieses sogar auf drei Frequenzen einstellbar.

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Sinnvoll ist auch die wahlweise per Infrarot oder Kabel nutzbare Fernbedienung des Tascam-Rekorders. Als Besonderheit kann der Olympus Schalldruckpegel bis zu 140 dB verkraften, während Tascam und Zoom bis zu 120 dB verarbeiten. Damit wird auch die Aufnahme sehr lauter Rock-Konzerte möglich.

Die erzielbare Klangqualität haben wir unter verschiedenen Aspekten ermittelt. Zunächst für Aufnahmen über die eingebauten Mikrofone. Als recht ausgewogen erweist sich der Olympus, man muss jedoch meist den Bassfilter zuschalten.

Ausstattungsvergleich der Audio-Rekorder © Hersteller / Archiv
Ausstattungsvergleich der Audio-Rekorder

Alle Rekorder sind als Top-Mobil-Player nutzbar

Die Rekorder von Tascam und Zoom geben sich in dieser Hinsicht von vornherein schlanker, der Zoom wirkt zuweilen etwas höhenbetont. Beim Anschluss externer Quellen – Line oder Mikrofone – nimmt der Zoom erneut die Tiefbässe zurück. Insbesondere bei Mikrofon-Aufnahmen von Stimmen und Geräuschen kann das von Vorteil sein.

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Eine bessere Figur  machen Olympus und Tascam. Vor allem Letzterer erlaubt sehr breitbandige Aufnahmen – und das praktisch verfärbungsfrei.

Die Flash-Rekorder liefern exzellente Klangresultate bei der Wiedergabe hoch aufgelöster Musik, was auch für den Kopfhörerbetrieb gilt. Dabei hat der Tascam die Nase vorn.

Fazit

Selbst nach mehrjähriger Marktpräsenz haben mobile Flash-Rekorder nichts an Faszination verloren. Dafür sorgt die Verfügbarkeit von Speicherkarten mit immer größerer Kapazität zu immer günstigeren Preisen. Das bewirken aber auch die professionelle Ausstattung und das einfache Handling für das Erstellen klanglich sehr guter Live-Aufnahmen. Hinzu kommt die Möglichkeit, hochaufgelöste Musik im Format 24/96 mobil wiederzugeben, damit sind die Rekorder – wie wir meinen - allemal ihr Geld wert.

Mit nur 200 Euro besonders günstig ist der H2n von Zoom, der daher ein Highlight verdient. Noch mehr bieten Olympus und Tascam, der auch wegen seiner überzeugenden Bedienung, der HiFi-gerechten Ausstattung und wegen des tollen Klangs den Testsieg erringt.

 
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