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Vergleichstest Drei AMC-Endstufen im Test

Der anglo-amerikanische Hersteller AMC hat klangstarke Röhren- und Transistor-Endstufen im Programm. Wir haben drei davon getestet, zusammen mit der Vorstufe CVT 1030 Mk2.

AMC-Endstufen
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© Hersteller / Archiv
AMC-Endstufen

Vor-/Endstufen im Test

  • Röhren-Vorstufe: AMC CVT 1030 Mk2 (900 Euro)
  • Transistor-Endstufe: AMC 2100 Mk2 (600 Euro)
  • Röhren-Endstufe: AMC CVT 2030 Mk2 (1000 Euro)
  • Röhren-Endstufe: AMC CVT 2100 Mk2 (1300 Euro)

Die Frage, ob Röhre oder Transistor, haben die beiden AMC-Macher, Peter Bart und Namensgeber Amcli Lin, für sich längst beantwortet: beides, aber mit eindeutiger Vorliebe für die Röhrentechnik.

Und weil man sich – als man noch OEM-Zulieferer für NAD war – dem bezahlbaren HiFi verschrieben hat, sind alle Komponenten zwischen 600 und 1250 Euro zu haben. "Röhre" ist für AMC Teil der Firmenphilosophie. Aber nicht, weil die Macher auf den klassisch-schummerigen Röhren-Sound stehen, sondern weil sie der gleichen These folgen wie stereoplay: Endstufen-Röhren mit den dazugehörigen Ausgangs-Übertragern sind weniger anfällig für die sogenannte Gegen-EMK, also die auf die Endstufen zurückinduzierte Spannung sich bewegender Bass-Membranen. Viele Transistor-Konzepte, vor allem die stark gegengekoppelten, spielen unter EMK-Beschuss weit unter ihren Möglichkeiten.

AMC CVT 1030 Mk2

AMC CVT 1030 Mk2

Die hier vorgestellten Komponenten gibt es vom Konzept her schon seit vielen Jahren, aber alle vier wurden von AMC kürzlich zur Mk2-Version überarbeitet. Die Röhren-Vorstufe CVT 1030 Mk2 arbeitet mit der bekannten ECC 82 und ist gegenüber ihrer Vorgängerin endlich mit stabilen Röhrensockeln ausgestattet, die auch den Austausch deutlich vereinfachen. Die Schaltung läuft in weiten Teilen im Class-A-Betrieb, und die CVT 1030 hat, wie bei AMC üblich, eine sehr ordentliche Phonostufe (MM) an Bord. Doch auch hier brechen neue Zeiten an. Denn wer kein Analog hört, kann eine 24-Bit/192-kHz-D/A-Wandlerplatine einsetzen (Eingang per koaxialem SP/DIF). Die Quellenwahl erfolgt über ein motorgetriebenes Poti, weil Amcli Lin Relais klanglich für nicht gut genug hält.

Endstufen im Vergleich

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Die kleinste der hier vorgestellten Endstufen ist die AMC 2100 Mk2. Sie ist das einzige Transistor-Modell im Test und bietet die Möglichkeit, die Kanäle per Knopfdruck zu brücken. Aus 200 Watt pro Kanal werden dann mono 400 Watt. Für den Test aber beließen wir sie im Stereo-Modus. Wie auch die kleineren Transistor-Verstärker verfügt sie über eine Art Choke-Netzteil: Falls gefordert, kann sie kurzfristig mehr Strom liefern. Dieser Umstand hilft besonders im Betrieb von Lautsprechern mit stark schwankender und niedriger Impedanz.

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Solch anspruchsvolle Lautsprecher sollte man der CVT 2030 Mk2 nicht zumuten. Mit ihren vier EL 34 bringt sie es nur auf 30 Watt. Bei ihr liegen die Röhren quer und sind im Gehäuse versteckt. AMC folgt hier eher Sicherheitsaspekten denn dem schönen Schein. Damit es im Gehäuse nicht zu warm wird, sitzt unter jedem Röhren-Paar ein Ventilator.

Die CVT 2100 Mk2 ist von der 2030 optisch kaum zu unterscheiden. Vom Gewicht und der Röhrenbestückung her aber sehr wohl. Das 6550er-Quartett der 2100 sorgt – in Verbindung mit den deutlich kräftigeren Ausgangsübertragern – für immerhin 80 Watt; die Übertrager erhöhen das Gewicht um fünf Kilo. Wie auch bei der kleineren 2030 fließt das Signal zur CVT 2100 Mk2 über Cinch-Stecker, die aber optional gegen XLR ersetzt werden können.

Hörtest

Das klingt in der Regel nicht besser, es sei denn, es sind sehr weite Kabelstrecken zu überbrücken. Im Hörtest beließen wir es bei den klassischen RCA-Verbindungen – und waren vom ersten Moment an überrascht von dem Schmelz und der Substanz der Vorstufe. Chöre hatten Kraft, Aufnahmen eine beeindruckende Tiefe. Die CVT 1030 betört nicht mit aufgesetztem Glanz, sondern mit Natürlichkeit und erdigen Klangfarben. Für das Geld ein Hammer.

Das gilt auch für die kleine Transistor-Endstufe. Souverän pflügte sie durch bassintensive Aufnahmen wie "The Expert" von Yello, um dann in Kari Bremnes’ "Reise" zu zeigen, dass sie auch die zarten Töne beherrscht. Vielleicht fehlte ihr ein wenig Offenheit und Luft nach oben. Aber die Testwerte zeigen, dass man ihre Bassqualitäten womöglich noch gezielter einsetzen kann.

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Die Leichtigkeit und Agilität, die der AMC 2100 Mk2 noch fehlte, bekamen die Tester dann mit der CVT 2030 Mk2 fast schon im Übermaß. Stimmen oder Gitarren brachte sie mit so viel Spielfreude und Abbildungsschärfe, dass man kaum glauben konnte, hier eine Endstufe unter 1000 Euro zu hören. Bei der 2030 war die Leistung der limitierende Faktor. Wurde es laut, fiel das strahlende Klangbild in sich zusammen. Für Freunde des moderaten Pegels aber ein heißer Tipp. Das letzte fehlende Pfund bei hohen Pegeln brachte dann die CVT 2100 Mk2. Kraftvoll und satt, aber auch sehr genau in der Abbildung zeichnete sie Klangbilder von erhabener Größe und Schönheit. Wie bei der Vorstufe gab es auch hier nur ein Urteil: Highlight. Klanglich harmonierte die kleinere CVT 2030 Mk2 besser mit der Vorstufe. Aber vielleicht macht es ja Sinn, beide AMCs zu kaufen.

 
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