Surround-Set Canton Reference-Set im Test
© Julian Bauer
Mann, ist der groß geworden! Der Spruch, der bei Heranwachsenden akuten Großtantenalarm auslöst, passt auch zum neuen Reference-Center von Canton. Das wuchtige Tonmöbel streckt sich auf 80 Zentimeter Breite und drückt mit 44 Kilogramm, inklusive serienmäßigem Fuß, gen Süden.
Ein wenig täuscht der Eindruck, weil der Center auf dem Foto weiter vorn steht als die Standboxen, die Reference 5.2 DC heißen. Dennoch geriet die Dimensionierung großzügig – sie ist der Tatsache geschuldet, dass der mittlere Kanal bei Multichannel vielfach besonders intensiv gefordert wird.
Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen
Der Breitling nutzt die gleichen Treiber wie die Standbox, nur anders angeordnet und zur Kompensation des so veränderten Rundstrahlverhaltens geringfügig anders beschaltet. Die starke akustische Verwandschaft garantiert gleichbleibende Klangfarben und stabile räumliche Bezüge. Falls der Center durch nahe Möbelstücke oder Bildflächen doch mal abweichend tönen sollte, helfen Ortsfilter an der Rückseite bei der Wiederherstellung der nötigen Harmonie.
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Subwoofer als Spaßmacher
Wo wir gerade bei der Messtechnik sind: Bis zu 110 Dezibel Schalldruck stemmen die Komponenten jeweils für sich. Zu fünft (vier Standboxen, ein Center) reichen die Reserven bei gleichzeitiger Vollaussteuerung noch mal einige Dezibel höher; immer unter der Voraussetzung, dass die Endstufen nicht vorzeitig schlapp machen.
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der erst kürzlich präsentierte SUB 850 R, der gleich im Doppelpack zum Test antrat.
Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht
Das über 30 Kilogramm schwere Gerät trägt einen hubfreudigen 12-Zöller in Kombination mit einer Passivmembran gleicher Größe, die in Richtung Fußboden abstrahlt. Der sanft gerundete Bassbrocken ist DSP-gesteuert und lässt sich über eine Scheckkarten-Fernbedienung feinfühlig anpassen.
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Während in sehr kleinen Boxensets meist alle Tiefbassanteile unbedingt den Subwoofern zugewiesen werden müssen (Speaker-Mode „Small“), sind solche Manöver für das Canton-Reference-Set zwar ebenfalls denkbar, aber nicht wirklich notwendig. Im Hörtest klang die Kombination im „Large“-Modus authentischer als mit Beschneidung.
© Julian Bauer
Keine Filterung nötig
Der Einsatz von Direktstrahlern rundum – Dipole hat Canton nicht im Programm – sichert eine hohe Abbildungspräzision bei mehrkanaligen Musikaufnahmen. Falls die Direktheit bei Filmen stört, lässt sich die gewünschte Diffusität durch ein Wegdrehen der Rear-Speaker vom Hörplatz erzeugen.
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Canton-Entwickler den Gehäusen ihrer Spitzenbaureihe. Die Wände sind aus noblem Schichtholz gefertigt, das unter Druck und Hitze verformt wird und so eine überragende Steifigkeit erzielt. Die Oberflächen sind furniert oder hochglänzend lackiert.
Kaufberatung: Empfehlenswerte Lautsprecher unter 700 Euro
Mit fünf Standboxen, einem Kompaktmodell und demnächst auch einem zweiten Center unterhalb des hier getesteten 55.2 eröffnet die Reference-Baureihe zahlreiche Optionen für Mehrkanal-Freunde.
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Die Reference 5.2 begeistert mit vorbildlicher Neutralität und feinster Aussprache, welche selbst in stressigen Situationen erhalten bleibt. Auch der für viele Hörer so wichtige Bassbereich kommt absolut sauber, obwohl der allerletzte Tiefgang nicht übertragen wird. Dieses Manko lässt sich aber mit dem SUB 850 leicht aus der Welt schaffen. Speziell mit zwei boxennahen Exemplaren erwächst ein 2.2-Setup von allerhöchster Homogenität.
Mehr zur Sache geht es naturgemäß im Mehrkanalmodus. Bei Konzertmitschnitten werden leise Publikumsäußerungen wie selbstverständlich hinzuaddiert, ohne dass die Verständlichkeit des eigentlichen Geschehens darunter leiden würde. Die räumliche Illusion eines Konzertsaals oder gar einer Sportarena gelingt atemberaubend realitätsnah.
Kaufberatung: Top-Speaker um 2000 Euro
Richtig spannend wird es, sobald hochauflösender Filmton die Schwingspulen flutet. Der hyperneutrale und glockenreine Charakter, selbst in Szenen, die Dialoge, Musik und Geräusche gleichzeitig beinhalten, lässt das Equipment völlig in den Hintergrund treten. Man konzentriert sich auf die künstlerischen Inhalte und genießt eine mediale Dichte, die alle Sinne gleichzeitig anspricht.
Von Action-Spektakeln wie „Tron Legacy“ mag man halten, was man will, der Spaßfaktor ist auf jeden Fall gigantisch. Er reicht bis in die Magengrube, wo die Subwoofer und nicht nur sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zeitweise wirkt die Intensität der Soundeffekte so überwältigend, dass man fast Angst um die Boxen bekommen möchte. Die aber stecken das Spektakel locker weg.
Wenn am Ende das Gute wieder mal gewonnen hat, bekommt man Lust auf einen versöhnlichen Ausklang mit leiser und sanfter Musik zum Runterkommen. Auch da bewährt sich das Set rundum.