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Vergleichstest B+W MT-50 und Elipson Planet M + Planet Sub

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Flach mit drei Membranen

Das gilt auch für den ungewöhnlich bestückten Woofer: Ein Trio von nur 13 Zentimeter kleinen Polypropylen-Bässen arbeitet hier nebeneinander, dennoch verspricht Teufel eine untere Grenzfrequenz von 33 Hertz. Dabei helfen die beiden großen Bassreflexschlitze natürlich deutlich.

TEUFEL Cubycon 2 © Audio
TEUFEL Cubycon 2

Die Anordnung soll den Sub maximal flexibel machen: Hochkant kann er in einer Ecke neben dem Regal Platz finden und lässt sich sogar quasi vollständig einfassen. Oder man legt ihn flach, wobei er dann angesichts von 21 Zentimetern Höhe zwar nicht mehr unter jedes Sofa passt, aber der Kreativität bei der Aufstellung praktisch kaum mehr Grenzen gesetzt sind.

Bei den Anschluss und Einstellmöglichkeiten gibt sich der Sub eher karg: Ein optionaler Hochpegeleingang existiert neben dem Cinch, regeln lassen sich nur Pegel und Trennfrequenz. Die Ansteuerung des Sextetts sollte also per AV-Receiver erfolgen, wobei die Trennfrequenz je nach Aufstellungsvariante zwischen 120 und 200 Hz per Gehör ermittelt werden sollte.

Für weitere Freiheiten bei der Aufstellung lässt sich das Set auch in einer Wireless-Variante ordern, wobei ein Sender die Signale zum Beispiel für die beiden hinteren Kanäle drahtlos vom AVR überträgt. Teufel selbst traut dem Cubycon 2 Raumgrößen bis 35 Quadratmeter zu, was durchaus sportlich erscheint.

Höre lieber ungewöhnlich

Doch im Hörraum klang Stevie Wonders Blu-ray "Live At Last" erstaunlich weit - auf angenehm seidige Weise wusste das Teufel-Set eine luftige Stadion-Atmosphäre zu erzeugen, die in Verbindung mit dem betont trockenen, tiefen und musikalisch knackigen Bass schon fast in audiophile Bereiche vorstieß.

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Allenfalls eine gewisse Nüchternheit und Zurückhaltung im Stimmbereich ließe sich bekritteln, ansonsten überzeugte das Set auf ganzer Linie. Sogar, wenn ernsthaftere Scheiben den Weg in den Player fanden: Jazzige Klänge wie das "Tribute To Herbie Hancock" (Chesky) klangen als Multichannel-SACD betont räumlich und präzise, als CD erstaunlich gut abgebildet und dynamisch.

Weder vor klassischen noch rockigen Klängen kapitulierte das Cubycon, mobilisierte dabei auch wahrhaft erstaunliche Pegelreserven, ohne je angestrengt zu klingen. Allenfalls ein gewisser Hang zur Verschlankung der Stimmen und zu einem kompakteren Bass ließ sich feststellen, aber auch das erst bei Lautstärken, die man einem solchen Mini-Set niemals zugetraut hätte. Im Kino-Modus war die Vorstellung des Teufels einwandfrei mit hervorragender Pegelfestigkeit.

Selbst ordentlich laut klang das Set noch stimmig und keineswegs brachial. Die Kanonen und Effekte im "Fluch der Karibik" hat man anderswo sicher schon fülliger und körperlicher gehört, dafür blieb der atmosphärische Eindruck sowohl laut als auch leise hervorragend erhalten. Wer dynamischen Filmton und Musikwiedergabe auf hohem Niveau kombinieren will: Voilà, kleiner als mit dem Teufel geht das kaum.

B+W MT-50 um 1575 Euro

Unter den echten Highend-Herstellern gehört Bowers&Wilkins aus England zu den konsequentesten, was die Kombination aus audiophilem Stereo- und Surround-Klang angeht. So lassen sich die Vertreter der Spitzenserie 800 Diamond, obgleich als puristische Stereo-Lautsprecher bestens beleumundet, durchweg mit optimal angepassten Centern und Subwoofern erweitern, um ein homogen tönendes Surroundset aufzubauen.

B&W MT-50
Klangurteil: 73 Punkte
Preis/Leistung: Sehr gut
  • +Sehr detailreiches und klares, enorm räumliches Set
  • +Sensationell präziser Bass, ideal für kleine Räume
  • -In größeren Abständen diffus, Bass hat wenig Pegelreserven

Daher verwundert es also nicht, dass der preiswerte Multikanal-Einstieg ins B&W-Programm umgekehrt genauso auf beste Musikwiedergabe optimiert wurde. Augenfälligstes Beispiel: Die Trennfrequenz zwischen Subwoofer und Satellit wird nicht zugunsten noch kleinerer Würfel und höherer Pegel nach oben geschraubt, sondern bei hifi-üblichen 80 Hertz angesetzt.

So ist sichergestellt, dass der Tiefton auch bei ungünstiger Platzierung nicht ortbar wird und die Anpassung recht einfach gelingt. Dafür fällt der neu konstruierte Satellit namens M-1 auch minimal größer aus als seine Konkurrenten, macht das aber mit einer harmonischen, runden Formgebung im realen Wohnzimmer wieder wett.

Das matte Alu-Profilgehäuse wirkt noch edler als das seiner Mitstreiter, mittels einer trickreichen Halterung und Kugelgelenk lässt sich der Satellit wahlweise aufstellen oder an Wand wie Decke schrauben - unsichtbare Kabelführung inklusive. Oder man dreht ihn um 90 Grad und benutzt ihn als Center.

Allerdings sollten die Hörer in nicht allzu großem Winkel neben der Achse des Centers sitzen, denn bei einer so hohen Trennfrequenz (4 kHz) lassen sich Interferenzeffekte nicht vermeiden. Die M-1 folgt nämlich der B&W-Philosophie einer möglichst flachen Filterung - so spielen Mittel- und Hochtöner in einem weiten Frequenzbereich zusammen.

Die Chassis des Satelliten wirken richtiggehend highendig: ein 10er mit Glasfasermembran nebst Bassreflexöffnung und eine große 2,5er-Metallkalotte machen den M-1 bereits ohne Sub zu einem vollwertigen passiven Kleinmonitor mit ordentlichem Tiefgang.

Kraftvoller und erwachsener geht es natürlich mit einem Subwoofer - hier empfiehlt B&W Freunden des gediegenen Kinotons wahlweise den digitalen Alleskönner PV1D für 1600 Euro oder den preiswerten ASW 608 für 450 Euro als Unterstützung.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Wobei preiswert nicht zu Lasten der Musikqualität gehen soll. Der fast würfelförmige 608 ist ein geschlossenes System, das zwar nicht auf höchste Pegel hin gezüchtet wurde, dafür mit extremem Tiefgang und optimaler Präzision punkten soll.

Der Woofer, der auch mit den Kompaktboxen aus der 600er-Serie harmoniert, ist mit einem extrem langhubigen Achtzoller ausgestattet, dessen Membran aus einer Kevlar-/Papp-Kombination besteht. Er wird von einem 200 Watt Sinus starken Amp angetrieben und lässt sich im Tiefgang dreistufig sowie bei der Ortsentzerrung zweistufig anpassen. Das dient der Bassdosierung bei suboptimaler Platzierung oder dem Gewinn von mehr Pegel bei etwas weniger Tiefgang respektive Druck.

Spezialist für leise Töne

Wie bei allen Surround-Tests stand erst einmal eine Verkabelung an, die der geübte Tester mit einem leise mitlaufenden Musiksignal vornimmt. Was ansonsten gerade einmal ausreicht, um die Funktion zu überprüfen, genügte beim B&W-Set bereits für ein stimmiges Klangbild.

B+W MT-50 © Audio
B+W MT-50

Das MT-50 hatte nämlich eine ausgeprägte Liebe zu Details, die es bei Diana Kralls "Live In Rio" besonders crisp und mit hervorragender Deutlichkeit herausarbeitete. Das Raumerlebnis war weit, zwar nicht immer ganz präzise zu orten - doch dafür kam hier richtiges Kinofeeling auf. Die mitunter frische Höhendarbietung, etwa bei Katie Meluas "Shy Boy", wirkte bei gehobenen Pegeln fast schon übertrieben - sie half aber der Deutlichkeit bei Filmdialogen.

Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht

Bei Stevie Wonders "Live At Last" kamen auch richtig groovende Tiefbässe zu ihrem Recht. Die Leichtigkeit und exzellente Auflösung, mit denen die Satelliten alle Details aus der Musik herausarbeiteten, ohne eine Spur von Lästigkeit zu zeigen, harmonierte perfekt mit dem audiophil-präzisen Tiefbass, der in punkto Timing und Souveränität den Rest des Feldes weit hinter sich ließ.

Das war besonders bei Zimmerlautstärke ein Genuss, wenn die B&W das Feeling eines Livekonzertes projizierte, ohne dass man echte Stadionpegel fahren musste. Bei Filmen zeigte sich denn auch, dass die Pegelfähigkeiten vor allem im Bass ihre Grenzen haben und die Tonalität eher ins Helle kippte. Dennoch: für Fans gediegener Musikklänge und normaler Wohnzimmerpegel ein echter Tipp.

Elipson Planet M + Planet Sub um 1800 Euro

Was ist die optimale geometrische Form, um viel Volumen bei kleinen Abmessungen zu erreichen? Ganz klar, die Kugel! Und so sind die Lautsprecher des französischen Spezialisten Elipson bereits seit über 60 Jahren (!) überwiegend kugelförmig, was neben der optimalen Raumausnutzung auch ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten ohne Kantenreflexionen und ein breites Rundstrahlen ermöglicht.

ELIPSON Planet M + Planet Sub
Klangurteil: 74 Punkte
Preis/Leistung: Überragend
  • +Dynamisches, deutliches und sehr erwachsen klingendes Set mit toller Abbildung, auch für größere Räume
  • -Nicht ganz so sanft

Wobei letzteres bei der kleinen Planet M, von denen sich fünf Stück zu einem besonders schicken Surround-Set kombinieren lassen, absichtlich verringert wird: Ein Koaxialchassis nebst kleinem Hochtonhorn richtet den Schall stärker auf den Hörplatz als ein plan eingebauter Töner und soll so Klarheit und Deutlichkeit auch bei größeren Hörabständen garantieren.

Dahinter sitzt ein 10er-Mitteltöner mit Polypropylenmembran, der speziell für den Betrieb im Koax ohne Staubschutzkalotte optimiert wurde. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern arbeiten die Kugelsatelliten als geschlossene Systeme, was im Oberbass tendenziell keine so hohen Pegel erlaubt, die Anpassung an den Subwoofer aber ebenso erleichtert wie eine Positionierung an der Wand.

Zu diesem Zweck sind in den Kugeln kleine Gewinde eingelassen, an die sich wahlweise Wandhalterung oder Ständer befestigen lassen. Wer die Rundlinge lieber im Regal oder Rack platzieren will, kann dies am einfachsten mit den beiliegenden Metallringen tun. Das sieht chic aus und erlaubt zudem eine einfache Ausrichtung der Kugeln.

Kaufberatung: Empfehlenswerte Lautsprecher unter 700 Euro

Den Subwoofer hätte man sicher auch kugelförmig bauen können, nur verträgt sich das nicht mit dem hier angewandeten Downfire-Prinzip. So wurde es denn letztlich eine andere geometrische Grundform, der Zylinder. Dieser steht auf einem Quartett aus Gummifüßen und bietet dem nach unten spielenden Achtzoller damit kontrollierte akustische Verhältnisse für eine bodennahe Abstrahlung und gleichmäßige Schallverteilung.

Neben dem Chassis sitzt ein unauffällig kleines Bassreflexohr, das indirekt über das Gehäusevolumen angetrieben wird und das Chassis moderat entlastet. Ein 200 Watt Sinus starker Amp befeuert das Chassis, zur besseren Abstimmung auf den Aufstellort lässt sich die akustische Phase invertieren.

Kleine Kugel, grosses Kino?

Wer mal in einem Kino hinter die Kulissen geschaut hat, findet dort oft ausgewachsene Beschallungslautsprecher mit Horntechnik, die für ansatzlose Direktheit und Dynamik verantwortlich zeichnen.

ELIPSON Planet M + Planet Sub © Audio
ELIPSON Planet M + Planet Sub

Das Elipson-Set ähnelte diesem Charakter verblüffend und ließ die Tester beinahe vergessen, dass sie Totos "25th Anniversary" nur in einem wohnzimmerähnlichen Kellerraum lauschten und nicht in einem großen Saal: Klar und deutlich, aber ansatzlos direkt und größenbezogen hervorragend dynamisch, liefen die Planeten selbst zu großer Form auf, wenn sie mit 3,5 Metern eigentlich schon grenzwertig große Hörabstände zu überbrücken hatten.

Kaufberatung: Top-Speaker um 2000 Euro

Dazu gesellte sich ein stabiles Pfund von Tiefton, der dynamisch dem Rest des Klangbildes in nichts nachstand und sich immer wieder ordentlich in Szene setzte. Dieser Sturm-und-Drang-Charakter offenbarte bei weniger gut aufgenommenen Filmen, etwa U2s "Rattle And Hum" eine gewisse Härte in den Höhen, über die das sanftmütigere B&W-Set dezent hinwegsah.

Trotzdem punktete das Elipson bei Musik wie bei Film, solange man den Woofer nicht völlig mit Tiefbassorgien überforderte, was er mit einem sanften Pumpen quittierte. Soviel Sound aus so kleinen Boxen gab es noch nie - wer ein großes Wohnzimmer komplett akustisch füllen will, sollte vielleicht über einen zweiten Subwoofer nachdenken.

Fazit

Für markerschütterndes Brachialkino sind die Minis nicht gemacht, eher für gepflegte Filmbegleitung im Wohnzimmer. Was überrascht, ist die musikalische Qualität: Heco wie B&W bringen für ihre Klasse eine tolle Stereoqualität, das MT - 50 besonders auch leise. Für viele Hörer könnte ein Set wie das vielseitige Teufel auch die Stereoanlage im Wohnzimmer überflüssig machen. Richtiges Kinofeeling kommt aber am meisten mit den Elipsons auf - dynamisch, direkt und rundum mitreißend.

 
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