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Vergleichstest AV-Receiver Denon AVR 4311, Onkyo TX NR 3008, Sony STR DA 5600 ES

Um diese drei Receiver bis in die letzten Winkel der Bedienungsanleitung zu verstehen, ­benötigt man beinahe die Kompetenz eines Ingenieurs. S­chmelzen hier auch die Musikfreunde dahin?

Im stereoplay-Vergleichstest:

Denon AVR 4311, Onkyo TX NR 3008, Sony STR DA 5600 ES

Können viele Entwickler der alten Stereo-Schule relativ gelassen ihr Tagwerk angehen, brennt bei den AV-Kollegen die Hütte. Stets herrscht Aufregung: Was bringt die Konkurrenz in der kommenden Kollektion an neuen Features, wie kommen wir mit unseren Ausstattungs-Tricks dagegen an?

Der Zwang zu immer mehr Haben und Können treibt seltsame Blüten – etwa die, dass ein Receiver Tonbearbeitungs-Funktionen einer ganzen Reihe von Software-Anbietern offeriert. Ein Teil der zumeist feinjustierbaren Prozessor-Kunststückchen lässt sich firmen­übergreifend mit anderen kombinieren. In einige Aktionen spielt dann auch das Ergebnis des Automatik-Setups mit rein. Ein Schelm, wer nun behauptet, dass er bei diesen Spielchen noch genau weiß, was er tut.

Auf jeden Fall ist zu begrüßen, dass alle besseren Receiver heute Front-Höhenkanäle generieren. Lange Zeit hatte nur Yamaha mit dem Feature gedient. Diese Kanäle gestatten auch bei unterhalb der Leinwand ­aufgestellten Centern einen sauberen Oben-unten-Abbildungs-Abgleich.

Aus der Sicht anspruchsvollerer AV-Fans ist ebenfalls nicht verkehrt, dass im höheren Preisbereich gleich neun Einbau-Endstufen im Kommen sind. Onkyo fing mit dem TX NR 3007 an (Test 1/10). Inzwischen bringt nicht nur der neue TX NR 3008, sondern auch der Denon AVR 4311 ein Neuner-Verstärkerteam mit – plus eine genügende Anzahl an Boxenklemmen und Schaltmodi. ­Diese erlauben die unterschiedlichsten Konstellationen – und Komfort. Beispielsweise schanzt der Besitzer bequem per Fernbedienung die Extra-Ausgangsstufen einmal den frisch aufgestellten Front-Höhen-Lautsprechern und ein andermal den Boxen im Nebenraum zu.

AV-Receiver Denon AVR 4311
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Denon AVR 4311

Der Klirrverlauf bei den Pre-Outs geht in Ordnung, der Ausgangswiderstand von 1240 Ohm verlangt aber kurze Kabel. In Sachen Videokonvertierung agiert der Denon absolut perfekt.

Eine andere Baustelle – und da mischt der nach wie vor nur siebenkanalige STR DA 5600 ES von Sony wieder kräftig mit: Die Edel-AVler kommunizieren über ihre Ethernet-Schnittstellen fleißig mit Heimnetzwerken. Alle drei Receiver empfangen Internet-Radio und dekodieren neben eingedampften auch Lossless-Formate.

Mit einem kostenlos erhältlichen App, das es erlaubt, den AVR 4311 via Netzwerk und WLAN mit iPod/iPhone/iPad zu bedienen, bietet Denon einen Sonder-Luxus an – und für 50 Euro überdies ein „AirPlay“-Upgrade, das es erlaubt, iTunes-Titel direkt vom PC zum Receiver zu streamen. Obendrein verarbeitet der AVR 4311 Bilder im JPEG-Format (etwa vom Internetdienst Flickr).

Der in puncto Netzwerk eher auf Musik fokussierte TX NR 3008 von Onkyo vermag dem Denon allenfalls seine VGA-Video-Eingangsbuchse entgegenzuhalten, an der ein Laptop RGB-Bilder und -Videos ab­geben darf (mit analogen Rot/Grün/Blau-Komponenten).
Am weitesten hat sowieso der Sony seine Fühler in Richtung Film aus dem Netz ausgestreckt. Er nimmt sich – zwecks Wandlung und HDMI-Wiedergabe – nicht nur Einzelbildern, sondern auch kompletten MPEG2- und WMV-kodierten Filmen an (mit bis zu 720 x 480 Zeilen).

Derlei Finessen hin oder her: Nach längerer Beschäftigung zeigt jeder der drei Receiver eine Philosophie, einen Gesamtcharakter. Das gilt vor allem auch für die wichtigste Diszip­lin: den Klang. Hier will keiner der Entwickler nach wie vor das Geringste anbrennen lassen.

Fazit

Ein versöhnliches Ergebnis: Es gibt weder Gewinner noch Verlierer. Klare Profile zeichnen die getesteten Receiver aus. Der feinauflösende Denon strebt zum HiFi-Fan und zum Apple-Aktivisten. Der urkräftige, in den Höhen jedoch dezente Onkyo nimmt mit Vorzug im ambitionierten Heimkino Platz. Der Sony musiziert auch nicht so licht wie der Denon, aber irgendwie trotzdem zum Verlieben.

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