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Testbericht Vollverstärker Accuphase E 450

Accuphase-Entwickler haben ein besonders hartes Leben. Denn der Markt verlangt immer wieder neue Typen. Doch soll das nächste Modell ja auch noch besser klingen, was ob der Qualitäten der Accuphase-Geräte schwerer zu bewerkstelligen ist als bei weniger engagierten Herstellern. Doch trotz dieser Herausfordung tritt Accuphase mit dem E 450 zu 6000 Euro mit sogar noch mehr Überzeugung an als sonst.

Accuphase E-450

Hersteller
Accuphase
UVP
6000.00 €
Wertung
57.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Accuphase E-450
  • +geringer Ruhestrom
  • +kontrollierter Bass
  • +Spritzigkeit
  • -benötigt einige Vorglühzeit

Dies liegt daran, dass man in Japan das obligatorische Alps-Potentiometer als klanglichen Flaschenhals identifizierte. Accuphase schien nunmehr nur die ganz große Lösung – sie gab es erstmals bei der viel teureren Vorstufe C 2810 – und mithin eine schmucke, reich bestückte Pegelregelungs-Platine gut genug. Die formt die Eingangsschwingungen in Ströme um und lässt dann bestimmte Teile davon über einzelne Widerstände zu von Regelkreisen höchst konstant gehaltenen, virtuellen Massepunkten fließen.Über ingesamt 16 Schalter summiert der Accuphase – dabei gibt‘s über 60.000 Stufen – dann einen der gewünschten Lautstärke entsprechenden Stromfluss auf. Nach der Rückwandlung in Spannung marschiert schließlich ein bestimmt nicht angekratztes, auf beiden Kanälen absolut identisch eingepegeltes Musiksignal frohgemut weiter. Die nächste Stufe freut sich überdies, dass – egal ob laut oder leise – der Ausgangswiderstand dieses Reglers immer gleich bleibt, weil sie so immer unter gleichen Randbedingungen hochverstärken kann.

Accuphase E 450: Aufbau

Im E 450 setzen sich diese paradiesischen Zustände auch im Folgenden fort. So hat Accuphase die ersten Stufen der Leistungsverstärker nicht wie sonst üblich einfach im Gegentakt aufgestellt, sondern viergleisig, also zwei Mal im Gegentakt. Was den Vorteil bringt, dass sich Einstreuungen und Verzerrungen der Einzelzüge noch besser kompensieren.

Auch beim E 450 ist ein feistes Netzteil Pflicht. Dass dabei der Netztrafo gekapselt ist und die Elkos überdimensioniert sind, versteht sich bei der Traditionsschmiede von selbst.
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© Julian Bauer
Auch beim E 450 ist ein feistes Netzteil Pflicht. Dass dabei der Netztrafo gekapselt ist und die Elkos überdimensioniert sind, versteht sich bei der Traditionsschmiede von selbst.

Danach übernimmt es eine Vortreiberstufe, diese gereinigten Signale zusammenzufassen, wonach sich die Treiber- und die vier dicken Ausgangstransistoren pro Kanal ausschließlich um starke Ströme zu kümmern brauchen.Im Bedarfsfall sogar für sehr erhebliche: Von dem gekapselten Gigant-Trafo gar nicht zu reden, steht „33 000 Mikrofarad" und „80 Volt" auf den beiden Hauptelkos; das bedeutet Kapazität, die gewaltige Energien zwischenspeichern kann.

Kaufberatung: Vollverstärker im Test

Um den aufwendigen Vorstufenteil voll nutzen zu können, bietet der E 450 XLR-Eingänge zum symmetrischen Anschluss zweier Tonquellen, was Störungen auf das Musiksignal vermindert, da nur Unterschiede zwischen den Signalpolen verstärkt, gleichartige Einstreuungen hingegen unterdrückt werden.

Die optionalen Platinen DAC 20 und AD 20 sind beim E 450 kein Notbehelf, sondern ernsthafte Alternativen zu externen Geräten.
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© Julian Bauer
Die optionalen Platinen DAC 20 und AD 20 sind beim E 450 kein Notbehelf, sondern ernsthafte Alternativen zu externen Geräten.

Ganz neu sind die digitale Einschub-Platine DAC 20 und die Phono-Platine AD 20 für je 850 Euro. Erstere besitzt gegenüber der DAC 10 neue Wandler sowie eine verfeinerte Schaltung. Die AD 20 ermöglicht nicht nur eine komfortable Umschaltung zwischen MM- und MC-Modus an der Frontplatte, sondern wurde gegenüber der AD 10 ebenfalls mit neuen Bauteilen und Layout klanglich veredelt.

Accuphaase E 450: Hörtest

Zum Hörtest beorderten die Tester natürlich auch den kleineren Bruder E 308, um festzustellen, ob es sich lohnt, für den E 450 mehr zu investieren. Der E 308 eröffnete den Vergleich mit stabilem Klangbild in komplexen Tutti-Passagen, harmonischen Klangfarben und druckvollem Bass.

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Wieviel aber in den Aufnahmen steckt, zeigte erst der große Bruder. Er konnte nicht nur Stimmen mehr Betonung verleihen und schwungvoller aufspielen, sondern versetzte die Orchester in größere Konzertsäle. So war es schlicht begeisternd, wie er etwa die sehr dynamische Ouvertüre zu Wagners „Tannhäuser" (Wiener Philharmoniker, Solti; Decca) ohne das Gefühl von Anstrengung darbot und dabei das Orchester weitflächig ausbreitete. Auch wie er in leisen Passagen nicht die kleinste Nuance verschwieg und etwa im „Lied an den Abendstern" Victor Braun plastisch im Hörraum erscheinen ließ, machte klar, dass der E 450 in einer anderen Klasse spielt als sein Bruder.

Praxis: Bi- und Tri-Amping

Auch die Aufrüst-Optionen DAC 20 und AD 20 bewiesen, dass sie eine Menge draufhaben. Letztere machte durch ihre Rauscharmut und den eleganten, detailreichen Klang den Wunsch nach einer externen Phonostufe überflüssig, während die DAC 20 auch hochwertige CD-Player wie etwa den Creek Evo CDP spürbar aufwertete; wer die Möglichkeit hat, sollte sich diese Option unbedingt anhören. Aber das sind nur schöne Randerscheinungen: Das Maß seiner Klasse ist der neue E 450 sowieso.

Alle Daten und Testergebnisse zum Accuphase E-450

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