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Testbericht Universal-Player: Oppo BDP-93 NuForce Edition

Universalplayer von Oppo spielen Blu-ray Disc, SACD und Co. ab. Sie haben sich weltweit von Exoten-Geräten zu echten Geheimtipps entwickelt – auch unter den High-End-Herstellern. Mit dem BDP 93 NuForce-Edition (1200 Euro) betritt nun ein audiophil optimierter 3D-Player von Oppo in Deutschland die große Bühne. Hat er in Sachen Klang, Bild und Funktionen tatsächlich das Zeug zum Star?

NuForce Oppo BDP-93 NuForce Edition

Hersteller
NuForce
UVP
1200.00 €
Wertung
102.0 Punkte
Testverfahren
1.0

Zum Star-Rummel gehören nicht nur außergewöhnliche Leistungen, sondern auch eine gewisse Knappheit: Machen es ambitionierte Nachwuchskünstler ihrem Publikum zu leicht, verliert dieses schnell das Inter­esse. Nur wer es schafft, einen geheimnisvollen Kult um sich aufzubauen, dem jubelt die Masse dauerhaft zu.

Blu-ray-Player sind keine Rockstars, und der Markt der Unterhaltungselektronik lebt selten vom Star-Kult. Doch die Blu-ray-Universalplayer aus dem Hause ­Oppo erinnern schon ein bisschen an die Jagd nach Geheimtipps abseits des Mainstreams. Sie sind seit Jahren gefragt, obwohl es in Deutschland keinen offiziellen Vertrieb gibt.

Schnitt-Stelle: Mit den beiden HDMI-Ausgängen lassen sich ein neuer 3D-TV und ein  nicht 3D-fähiger AV-Verstärker parallel mit Bild und Ton beliefern. Der TV bekommt das 3D-Bild via HDMI 1.4, der Verstärker Dolby-TrueHD- und DTS-HD-Bitstreams via HDMI 1.3. © MPS
Schnitt-Stelle: Mit den beiden HDMI-Ausgängen lassen sich ein neuer 3D-TV und ein nicht 3D-fähiger AV-Verstärker parallel mit Bild und Ton beliefern. Der TV bekommt das 3D-Bild via HDMI 1.4, der Verstärker Dolby-TrueHD- und DTS-HD-Bitstreams via HDMI 1.3.

Der Distributor in Großbritannien verweist auf seiner Homepage auf einen einzigen Händler in Deutschland. Andererseits sind Oppo-Geräte in verschiedenen Versionen als OEM-­Player von High-End-Anbietern zu ­haben. In den Blu-ray-Playern von Cambridge Audio dient Oppo-Technik als Basis, ebenso wie im Ayre DX 5.

Der US-Hersteller Nuforce macht erst gar kein Geheimnis aus der Herkunft seines Universal-Players – er trägt schlicht die Namens-Erweiterung „Nuforce Edition“ zur Typenbezeichnung Oppo BDP-93. Er ist dennoch ein echter Nuforce mit eigenem Vertrieb und Service.

Oppo selbst möchte mit den Edel-­Pendants nichts zu tun haben, wie der europäische Vertrieb AUDIO knapp mitteilte, als dieser Test angekündigt ­wurde. Ein Vergleichsgerät ohne Nuforce-­Tuning wollte man indes aber auch nicht liefern.

Feine Unterschiede

Wie es sich für einen Hersteller mit audiophilem Anspruch gehört, legte Nuforce beim Tuning des BDP-93 Wert auf die Musikwiedergabe. Genauer: den analogen 7.1-Ausgang. Der wird im Testgerät über eine spezielle Nuforce-Pla­tine beliefert. Sie trägt einen 192-KHz-Digital-Analog-Wandler von Cyrus Logic sowie diskrete, identisch aufgebaute Ausgangsstufen für alle acht ­unterstützte Kanäle.

Nuforce-Tuning: Einzig die rote Audioplatine mit einem Achtkanal-Digital-Analogwandler vom Typ Cyrus Logic CS4382A, hochwertigen Kondensatoren und einem sehr aufgeräumten Schaltungsdesign unterscheidet die Nuforce Edition vom Oppo-Seriengerät. © MPS
Nuforce-Tuning: Einzig die rote Audioplatine mit einem Achtkanal-Digital-Analogwandler vom Typ Cyrus Logic CS4382A, hochwertigen Kondensatoren und einem sehr aufgeräumten Schaltungsdesign unterscheidet die Nuforce Edition vom Oppo-Seriengerät.

Der Rest des Players – also Laufwerk, Steuerlogik und Video-Signalverarbeitung – sind mit dem Original-Oppo identisch. Das ist kein Fehler: Der Player startet schnell, liest Discs zügig ein, sein übersichtliches Menü reagiert flott auf Fernbedienungs-Befehle. Er spielt so ziemlich jedes gängige Audio- und Video­format von sämtlichen Medien ab – also zum Beispiel MP4- und MOV-Videos, AAC- und FLAC-Musik sowie alle gän­gigen Fotoformate von sämtlichen Disc-Medien, von USB- und eSATA-Fest­platte und via DLNA-Streaming über das Netzwerk.

Die NuForce-Tuning-Platine © MPS
Die NuForce-Tuning-Platine

Mit Blu-ray Discs zeigte er ein absolut ruhiges, knackscharfes (3D-)Bild, DVDs skalierte er detailreich, wenn auch nicht immer mit absoluter Bildruhe ins HD-Format hoch. All das vollbrachte er mit einer vorbildlichen Ruhe: Weder Lüfterzirpen noch wirklich hörbare Laufwerksgeräusche störten die Performance im Testraum. Kein Wunder sind viele Film-Fans scharf auf die Oppos.

Universeller Klang

Doch uns interessierten in erster Linie die Audio-Qualitäten des Nuforce im Oppo-Kleid. Immerhin ersetzt er neben dem CD- und DVD- auch einen Mehr­kanal-SACD-Spieler – und leistet so Ähnliches wie die Universalgeräte von Denon oder Marantz. Im Hörraum maß er sich deshalb mit dem Duo aus Denon DVD-A 1 UD und DBP-2012 und durfte im Wechsel mit dem SACD-Mehr­kanalplayer Atoll SACD 200 musizieren.

Per 5.1-Cinchverbindung mit dem Rotel -AV-Receiver RSX 1560 verbunden, gab der Nuforce ein eindrucksvolles Debüt: Den traurigen Piano-Song „SoLo(w)“ aus dem Album „Rain“ (Rykodisc) von Joe Jackson intonierte er mit derart kräftigen, unverfälschten Anschlägen, dass es den Testern spontan die Armhärchen ­hochstellte.

Der große Denon legte zwar noch mehr Feinheit in Joe Jacksons fragil wirkende Stimme und interpretierte die Piano-Passagen etwas wärmer und vielfältiger. Der Auftritt des Nuforce wirkte dennoch authentisch – und dem des Atoll in jeder Hinsicht absolut ebenbürtig. Der kleine Denon klang indes einen Tick weicher und so auch weniger emotional als der Nuforce-Oppo.

In der Fehlerkorrektur-Messung gab sich der BDP-93 Nuforce Edition vorbildlich: Auf CD- und DVD-Oberflächen korrigierte er die jeweils maximale Störkeil-Breite von drei und 4,5 Millimetern. Seine Rauschabstände für CD/SACD sind mit 91 und 89 Dezibel dagegen nur Durchschnitt. Dafür steht ein Ausgangswiderstand von einem Ohm und 2,1 Volt Ausgangsspannung für einen elektrisch unkomplizierten Analogausgang. Mit einem Jitter-Wert von 174 ps liegt er auf einem sehr guten Niveau. © AUDIO
In der Fehlerkorrektur-Messung gab sich der BDP-93 Nuforce Edition vorbildlich: Auf CD- und DVD-Oberflächen korrigierte er die jeweils maximale Störkeil-Breite von drei und 4,5 Millimetern. Seine Rauschabstände für CD/SACD sind mit 91 und 89 Dezibel dagegen nur Durchschnitt. Dafür steht ein Ausgangswiderstand von einem Ohm und 2,1 Volt Ausgangsspannung für einen elektrisch unkomplizierten Analogausgang. Mit einem Jitter-Wert von 174 ps liegt er auf einem sehr guten Niveau.

Ähnlich der Hör-Eindruck mit Mehrkanalmusik von SACD: hier der unglaublich fein differenzierende Denon DVD-A 1 UD, dort der ebenfalls weiche und raumfüllende DBP-2012, der aber weniger Dynamik an den Tag legte. Und dazwischen mit viel Mut zum offensiven Klang der Oppo BDP-93 Nuforce Edition. Klavieranschläge im Chopin-Klavierkonzert No. 1 in E-Moll attackierte er raumgreifend, die Streichersätze legte er nicht wahnsinnig sachte, aber doch leicht darum herum.

Gegenüber dem großen ­Denon fiel allenfalls die etwas dunkler und enger wirkende Gesamtstimmung etwas ab. Verglichen mit dem Atoll, verschmolzen die Unterschiede in den ­Bereich von Geschmacksfragen: hier ein etwas seidigeres Timbre beim Atoll, dort ein Tick mehr Dynamik mit dem Nuforce – unterm Strich ein Patt auf hohem ­Niveau. Das erreichte der Oppo auch im Vergleich mit dem DBP-2012 bei HD-Filmton via HDMI.

Unterm Strich kann der Oppo so rundweg überzeugen – zumal er in den meisten Disziplinen deutlich universeller einsetzbar ist als sämtliche seiner Konkurrenten.

Fazit

Der Nuforce-Oppo ist ein Universalplayer im wahrsten Sinne: Er intoniert nicht nur SACDs feinsinnig via Analogausgang. Er holt auch MP4-Filme und andere Clips flugs vom DLNA-Server. Von BD-R oder eSATA-Festplatten ebenfalls.

Alle Daten und Testergebnisse zum NuForce Oppo BDP-93 NuForce Edition

 
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