Der französische Boxenhersteller Triangle ist bei Kennern bekannt für seine lebendig klingenden Schallwandler, die nicht jedem Modetrend hinterherrennen oder alle paar Wochen die klangliche Ausrichtung wechseln.
Da Triangle seine Chassis selbst herstellt, können die Entwickler auch mal ungewöhnliche Konstruktionen wagen, die ein OEM-Hersteller möglicherweise ablehnen würde, wenn ihm der Bau zu kostspielig oder zu arbeitsintensiv erscheint. Dazu zählen zum Beispiel besonders eng dimensionierte Luftspalte in den Magnetsystemen zur Steigerung des Wirkungsgrads. Dabei müssen jedoch besonders enge Serientoleranzen eingehalten werden, andernfalls kommt es leicht zu Kratzgeräuschen.
Die Antal EX ist mit einer Bauzeit von mehr als vier Jahren im schnelllebigen Boxengeschäft fast schon ein Klassiker. Doch das zweifarbige Design und die große Bauhöhe wirken nach wie vor modern. Das bodenfern angeordnete akustische Zentrum – bei einer Dreiwegebox die Mitte zwischen Hoch- und Mitteltöner – fördert eine räumliche Abbildung in natürlicher Höhe und Ausdehnung.
Im Hochtonbereich kommt ein Hornsystem mit integrierter Druckkammer zum Einsatz. Der Aufbau macht der im Inneren versteckten Titankalotte ordentlich Beine. Die Belastung für das Schwingsystem sinkt, weil durch die bessere Kopplung an die Raumluft kleinere Auslenkungen genügen. Durch die ausgeprägte Schallführung bündelt der Treiber etwas mehr als konventionelle Hochtöner – so reagiert die Box stärker auf Feinheiten bei der Aufstellung.
VERSTÄRKER-EMPFEHLUNG: Lyric Ti-60, AUDIO 6/10 - Der Labor-Frequenzgang kann täuschen: Dämpfungsschwache Verstärker, etwa Röhren, reagieren auf Impedanzsenken und spielen an der Antal genau da etwas leiser, wo die Box leichte Betonungen aufweist. Der Lyric passt wie angegossen: Die Kombi explodiert fast vor Temperament, wirkt noch ausgewogener, ehrlicher und spannender als mit Transistoramps.
MESSLABOR: Im Frequenzgang zeigt sich eine Betonung bei 700 Hz, die von Senken bei tieferen und höheren Frequenzen begleitet wird. Der Hochtöner bündelt bei 30 Grad seitlich zur Hauptachse (blau) deutlich ab etwa 5 kHz. Die untere Grenzfrequenz erreicht 54 Hz, der Maximalpegel 106 dB. Die Impedanz liegt im Minimum 3,5 Ohm bei 116 Hz. Die Verzerrungen sind gering, steigen nur zu den Höhen etwas an. AK: 59
Der direkt darunter angeordnete Mitteltöner verfügt über eine straff ausgelegte, mehrfach gefaltete Sicke und eine vergleichsweise leichte Papiermembran, was im Zusammenspiel ebenfalls eine hohe Dynamik erwarten lässt. Das Bassfundament liefern zwei etwa 16 Zentimeter große Tieftöner mit Membranen aus Glasfasergewebe und ebenfalls mehrfach gefalteter Aufhängung. Dem Tiefbass ist eine große Reflexöffnung zugeordnet, die an der Boxenvorderseite bodennah untergebracht wurde.
Die Triangle ist kein Schönzeichner, der Klangkörper gefälliger klingen lässt als sie aufgenommen wurden. Sie wirkt speziell im Bassbereich eher trocken als wuchtig, wobei die leichte Betonung im Bereich um 80 Hertz mittlere Bassanteile etwas praller erscheinen lässt, ohne der Durchhörbarkeit zu schaden.
Bei den kernigen Morcheeba-Titeln hätten sich die Tester mehr Engagement in den alleruntersten Gefilden gewünscht, was den Wettbewerbern von Phonar und Nubert deutlich besser gelang.
Dafür entschädigte die Antal mit einem bestens durchhörbaren Mitteltonbereich, der ihr bei wilden Gitarrenriffs und allem, was Temperament und Schnelligkeit erfordert, große Sympathien einbrachte. Anmutig-seidige Streicherklänge beim Abrufen der Vivaldi-Kantaten lagen ihr weniger am Herzen, dafür um so mehr das Herausarbeiten von Variationen bei Tempo und Klangfarben. Trotz gewisser Einschränkungen muss man der Triangle eines lassen: Sie macht tierisch Laune.