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Testbericht Test: Yamaha RX A 2010

Bei diesem Yamaha darf der Besitzer erstmals in ein Klangbad mit ­neuartiger Rear-Präsenz eintauchen. Zudem ist der RX A 2010 (1400 Euro) wie ein highendiger Verstärker aufgebaut – mit links- und rechtsseitigen großen Endstufen.

Yamaha RX A 2010

Hersteller
Yamaha
UVP
1400.00 €
Wertung
51.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Tester
stereoplay

Nicht nur technisch, auch literarisch gibt sich Yamaha erfinderisch. Das französische Avantage (mit a) bedeutet Vorteil. Zu Aventage (mit e) findet man bei Google nur den Hinweis auf die neue Multi­kanaler-Linie des renommierten japanischen Herstellers.

Der RX A 2010 für 1400 Euro ist bis dato das Aventage-Aushängeschild. Er posiert mit einem fünften Gerätefuß, der spätestens nach dem Blick ins Innere als höchst sinnvoll erscheint. Er gewährt nicht nur dem mehrere Kilo schweren sowie von einem Abschirmblech umrandeten Netztrafo festeren und vibrationsärmeren  Stand, sondern auch den zentralen 12000-Mikrofarad-Elko-Stromspeichern.

Mit noch viel mehr Genugtuung schweift der Blick des HiFi-Fans dann über die Verstärkersektionen. Im RX A 2010 reihten die Ingenieure  diese nicht wie allüblich an einem einzigen langen Kühlkörper auf. Es gibt vielmehr zwei umso habhaftere Sektionen: eine mit fünf Ausgangsstufen rechts und eine weitere mit vier links. Obwohl es also summa summarum neun Verstärker gibt, lassen sich trotzdem magnetische Störübergiffe zwischen den Kanälen minimieren. Vom Aufwand profitiert auch die Thermik. Der Yamaha kommt ohne surrende Ventilatorhilfe aus und kann es dennoch – wie die stereoplay-Leistungsmessungen zeigen – mehr als ordentlich krachen lassen.

Zur Stabilität trägt nicht ­zuletzt bei, dass Yamaha relativ moderne Darlington-Doppel-transistoren von Sanken verwendet (STD 03 N und P), die neben Treiber-Halbleitern Wärmefühler-Dioden in einem Gehäuse bergen. Dies gestattet eine schnelle Kennlinien-Regelung und stellt sicher, dass die Schaltung nie aus dem Ruder läuft.

Auf den Verstärkerplatinen zeugen darüber hinaus zahlreiche blaue, bonbonförmige Folienkondensatoren von fleißiger Tuning-Arbeit. Die stets sauber abgestuften Oberwellen in den Klirrverlaufsdiagrammen beweisen es: Die japanischen Ingenieure haben eine perfekt harmonische, musikfreundliche Abstimmung hinbekommen.

Yamaha RX A 2010
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Yamaha RX A 2010 - Rückseite

Ob HDMI-, 3-Komponenten-, S- oder Einfach-Video, auch fürs Separée gibt’s wahlweise alle Bildformate.

Da passt ins Bild, dass Yamaha beim RX A 2010 für die Digital-Analogwandlung nicht die üblichen Multikanal-DACs, sondern mit vier PCM 1789 und zwei PCM 1781 von Texas ­Instruments feine Stereospe­zialisten verwendet. Hinzu kommt ein direkt bei der Netzwerk-Elektronik des Yamaha platzierter PCM 1781. Er sorgt dafür, dass der RX A 2010 über seine beiden Zonen-Line-Ausgänge PC-Titel oder Internet-Radio quasi hintenrum ins Nebenzimmer übertragen kann.

Für die Separée-Beschallung gibt der Multikanaler auch gern zwei oder gar vier seiner insgesamt neun Einbau-Endstufen her. Dann reicht der Verstärkervorrat immer noch für ein 5.2-Setup im Hauptraum – mit Front- und Surround-Rechts und -Links sowie Center. Dazu dürfen zwei aktive Subwoofer kommen, die der Yamaha mit eigens lautstärkegeregelten und auch phasenversetzten Signalen ansteuern kann. Oder auch mit eigens equalisierten. Denn während sich der Yamaha oben raus bei 28 Tonhöhen (inklusive Q-Faktor) tunen lässt, ­bietet er allein für die Bässe zehn weitere Frequenzen zur Feinabstimmung an.

Mit zwei Audio-Prozesso­ren kann sich der RX A 2010 detailliert einmessen. Wer ihm bis in die letzten nachjustierbaren Winkel von Konzerthallen und Jazzclubs folgen möchte: Darüber lassen sich ganze Bücher füllen. Schon einfacher und dennoch völlig neu ist, dass der Yamaha nicht nur Vorne-Oben-Zusatzlautsprecher passend bedient (oder
zur Not via „Virtual Presence“ simuliert), sondern mit Rear-Oben-Extraboxen gleichermaßen verfahren kann. So finden die neun Verstärker des RX A 2010 auch im Hauptraum sinnvollen Einsatz.

Schon in Stereo und ohne Subwoofer-Hilfe spielte der RX A 2010 im wahrsten Sinn des Wortes groß auf. Die Bühnen wollten in Tiefe und Breite kaum enden – und nicht in schwerwiegender Unterfütterung. Bei den Knallern auf Dominic MillersNovember“ (Q-rious) kokettierte der Amp: „Noch Fragen?“. „Danke“, kam es prompt zurück, „das reicht“!

Allerdings geizte der Yamaha ein wenig mit den Höhen – als wolle er trotz Großtaten die Ohren schonen. So fühlte sich der Hörer bei DVD-­Filmen wie im großen Kino. Wunderbar riesig und plastisch, was da alles passierte – und doch fühlte man sich vom weichen Plüschsessel geschützt. Selbst bei HD-Titeln nahm der RX A 2010 Rücksicht.

Nun schuf er eine paradiesisch uferlose wie auch in den Höhen verschwenderisch üppige, ­lebendige Welt. Dafür ist er letztendlich abgestimmt.

Alle Daten und Testergebnisse zum Yamaha RX A 2010

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