Testbericht Pioneer A-70 im Test
Gesamtwertung: gut - 68 Punkte
Preis/Leistung: überragend
- +Versatiler Digital-Vollverstärker mit 192 kHz/32 Bit USB-DAC und Phono-Vorstufe
- +Verbindet analoge und digitale Welten
- +Am PC als hochwertiger DAC für HiRes-Material geeignet
- +Liefert Power und Präzision mit großer Raumdarstellung
Pioneer verkürzt den Weg, zielt jedoch mit dem A-70 nicht nur auf junge „Digitalos“. Auf der Rückseite findet man eine Record-In-Schleife. Wohl eine Verbeugung vor den verstaubten Kassettensammlungen beziehungsweise übrig gebliebenen CD-Rekordern. Zudem nimmt eine solide gemachte Phono-MM/MC-Vorstufe auch noch Vinyl-Schätze entgegen!
Pioneer A-70: Aufbau
Doch danach geht es gleich digital weiter: über den internen Wandler ESS SABRE 32 in den PC oder den Mac. Derart verbandelt, dient der A-70 als digitale Quelle für alle Arten von Hi-Res-Files, ob FLAC, WAV oder AAC. Schön, dass Pioneer hier einen asynchronen USB-Eingang mit bis zu 192 kHz/32 Bit Samplerate verbaut hat. So braucht man keine Gedanken an einen Samplerate-Flaschenhals zu verschwenden. Eine sehr hochwertige Software-Variante stellt diesbezüglich iTunes in Kombination mit Amara in Aussicht. Darüber hinaus bietet der A-70 lediglich einen weiteren Koax-Digitaleingang. „Passt schon“, wird der Digitalo sagen – Streamer dran und fertig.
Praxis: HiRes-Wiedergabe am Computer
Auch der Heimcineast wird mit dem A-70 glücklich: Über den Vorstufen-Ausgang an den AV-Receiver angedockt, rackern seine stromeffizienten Class-DMOSFET-Endstufen exklusiv für die Frontboxen. Optional empfiehlt Pioneer den Bi-Wiring-Modus. Deshalb haben wir auch einen Hörtest-Durchgang mit den günstigen Avinity-Magic-Tube-Verbindungen gemacht – eine klare Empfehlung für die doppelte Verkabelung.
Mittlerweile selten geworden sind die Tipptaster auf der Front: Loudness, Source Direct, MM/MC-Umschaltung und Attenuator. Mit letztgenanntem Knipser reagiert Pioneer auf unzufriedene Hörer, die eine zu grobe Lautstärkeregelung beanstanden. Mit dem Attenuator erhöht man den Dämpfungsgrad des Volume-Reglers; das erlaubt eine feinere Justierung im unteren Lautstärkebereich. Fein.
© Hersteller / Archiv
Pioneer A-70: Hörtest
Wie klingt aber so ein hochintegrierter, hochgerüsteter Class-D-Verstärker im Vergleich etwa zu einem sehr traditionell aufgebauten Amp wie dem Creek Evo 2? Bestens. An der Arbeitsreferenz Epos Encore 50 zeigte der Creek die plastischeren Mitten mit ausgereifter Fein- und Grobdynamik, musste aber im Bass Federn lassen. Hier umzirkelte der A-70 Konturen genauer und schien auch noch tiefer in den Basskeller zu steigen.
Das zeigt sich bei Billy Cobhams „Two for Juan“. Als Mitbegründer des Mahavishnu- Orchesters demonstriert der Schlagzeuger, wie Jazz-Fusion klingen kann: Groove-orientiert, dramatisch und komplex. Per Digital-In und Single-Wiring beeindruckte der Pioneer bereits durch Kraft und Dynamik, zeichnete jedoch die Klangbühne etwas enger und dünnte in den oberen Lagen etwas aus.
Die Bi-Wiring-Verkabelung wirkte hier wie eine Befreiung: Mit einer deutlich angewachsenen Bühne in alle Richtungen standen die Musiker nun plastisch noch präziser dargestellt in einem sauber definierten Raum, die Stimmen bekamen mehr Kraft.
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