Menü

USB-Wandler Meridian Explorer im Test

Die vielleicht kleinste High-End-Komponente der Welt: Meridian macht den Laptop zur hochwertigen Quelle. Der "Explorer" ist ein Wandlerkraftwerk mit USB-Anschluss und Kopfhörerverstärker – für HiRes-Daten bis 384/24.
Meridian Explorer
vergrößern
© Hersteller / Archiv

Meridian Explorer
Gesamtwertung: überragend - 85 Punkte
Preis/Leistung: überragend
  • +hochaufgelöst und dynamisch
  • +wirklich in der besten Tradition der Meridian-Family

"Haben der iPod und MP3 High-End-Audio getötet?“, fragte kürzlich die Huffington Post den Meridian-Mitgründer Bob Stuart. Ein geschickter Politiker hätte an dieser Stelle nicht geantwortet, sondern wortreich laviert: "einerseits, andererseits...".

Bob Stuart hat sich dagegen für die brutale Wahrheit entschieden: "Sie haben Recht, seit nun fast zwei Dekaden – eigentlich seit dem Start von MP3 – hat die Bequemlichkeit über die Qualität gesiegt. Zum Unglück in der Geschichte der Audio-Wiedergabe. Wenn Sie den Konsumenten vor die Wahl stellen, so wird er die Bequemlichkeit wählen." Wäre Bob Stuart ein Medien-Philosoph, könnte er sich mit der reinen Feststellung begnügen. Doch Bob verdient sein Geld mit High End – Weinen gilt in diesem Geschäft nicht als Lösungsweg.

Kaufberatung: D/A-Wandler im Test

stereoplay ist stolz darauf, als eines der ersten Magazine weltweit die zwingende Schlussfolgerung von Bob Stuart anfassen und hören zu dürfen: ein Spagat zwischen Qualität und Bequemlichkeit. Auspacken, andocken, hören.

Dazu der programmatische Name "Explorer" ("Entdecker"). Meridian legt sich regelrecht aus dem Fenster: "Explorer delivers true Meridian quality audio performance" – kein Kompromiss, sondern ein würdiges Mitglied in der britischen High-End-Familie.

Hochwertige Bauteile auch im Miniatur-Format: Der PCM5102- Wandler beherrscht HiRes bis 384/24! © Hersteller / Archiv
Hochwertige Bauteile auch im Miniatur-Format: Der PCM5102- Wandler beherrscht HiRes bis 384/24!

Aufbau

Per USB geht es hinein, per Kleinklinken-Muffe und einen identisch kleinen S/PDIF-"Mini Jack" wieder hinaus. Wer es bis hierhin nicht geahnt hat, nun die Auflösung: Meridians Explorer fungiert als externer Digital-/Analog-Wandler mit doppeltem Ausgang und Verstärkerstufe.

Praxis: Alles über D/A-Wandler

Auf der einen Seite ein Mac, PC oder auch Linux-Rechner, auf der anderen ein Kopfhörer oder der direkte Weg in eine Vorstufe. In ein Nutzungsszenario übersetzt: Im Flugzeug, nachdem die Anschnallzeichen erloschen sind, kann man einen ernsthaften Kopfhörerverstärker erleben und im Ferienhaus an der Algarve über ein 3,5-mm-auf-Cinch-Kabel die ausgewachsene Anlage befeuern. Oder ein optisches Digitalkabel zum bereits vorhandenen DAC der heimischen Kette legen.

Software-Tipp: Audirvana reicht FLAC-Dateien in MacOS an den Wandler weiter – mit justierbarem Upsampling und einer Animation als virtuellem Receiver inklusive Drehknauf für die Lautstärke. © Hersteller / Archiv
Software-Tipp: Audirvana reicht FLAC-Dateien in MacOS an den Wandler weiter – mit justierbarem Upsampling und einer Animation als virtuellem Receiver inklusive Drehknauf für die Lautstärke.

Hörtest

Die Platine im Inneren umfasst Schaltkreise auf sechs Ebenen, die Kondensatoren wurden bei Nichicon in Kyoto geordert – britische Ingenieure haben daraus ein Gesamtkunstwerk erdacht, britische Hände vereinen alles am Firmensitz. Der Preis ist angesichts dieser Produktionskette verständlich – und fair. Wir haben doppelt gehört: im Einsatz als reines Kopfhörer-Kraftwerk ebenso wie an der großen High-End-Kombi.

Mehr lesen

Beides öffnete besonders mit 24-Bit-Material eine neue Welt, grandios auflösend, smart, hochstabil. Die hohe Informationsdichte entwickelte sich selbstverständlich vom Mittelton aus. Ein hoher Wohlfühl-, aber kein falscher Kuschel-Faktor. An der großen Kombi wuchtete der Explorer ein dynamisches Feuerwerk an die Boxen – bis in den Tiefbass hinein.

 
x