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Testbericht Test: Standlautsprecher KEF Q900

Bereits die Kompakte KEF Q300 sorgte bei AUDIO in der Ausgabe 5/2011 für Furore. Der Test klärt in wie weit das Flaggschiff der neuen Q-Serie, die Q900 (1600 Euro pro Paar) den Höhenflug fortsetzen kann.

KEF Q 900

Hersteller
KEF
UVP
1600.00 €
Wertung
85.0 Punkte
Testverfahren
1.0

KEF teilte die Q 900 in zwei Gehäusehälften, in denen je ein Passiv-Radiator zum Einsatz kommt.
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© Archiv
KEF teilte die Q 900 in zwei Gehäusehälften, in denen je ein Passiv-Radiator zum Einsatz kommt.

Nachdem bereits die kleine Q 300 zu einem Höhenflug ansetzte und durch außergewöhnlichen Naturalismus glänzte, weckte das Flaggschiff der neuen Q-Serie hohe Erwartungen. Die mehr als dreimal so große KEF Q 900 vertraut nicht nur auf das grundlegend neu entwickelte Koaxialchassis,  das hier in einer XXL-Version mit größerem 38-mm-Hochtöner und einem 20 cm durchmessenden Konus zum Einsatz kommt.

Sie fährt zur Unterstützung gleich drei Tieftöner mit einteiligen Aluminium-Membranen auf. Zwei davon wirken als Passiv-Radiatoren, eine traditionelle Bauweise für englische Boxen, die einen guten Kompromiss aus der Effizienz von Bassreflex-Boxen und der Impulstreue geschlossener Lautsprecher verkörpert.

Der Koax von KEF kommt bereits in der ersten Generation zum Einsatz und erreicht inzwischen ein Maß an Präzision und Sauberkeit, das kaum zu toppen ist.
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© Archiv
Der Koax von KEF kommt bereits in der ersten Generation zum Einsatz und erreicht inzwischen ein Maß an Präzision und Sauberkeit, das kaum zu toppen ist.

Ohne BassreflexPrinzip

So kommt die stattliche, über zwei 20 Kilo schwere Standbox ohne die inzwischen schon fast obligatorischen Bassreflex-Öffnungen aus. Die staatliche Bestückung verbessert vor allem die Empfindlichkeit der Box wie der gesteigerte Kennschalldruck beweist und sorgt dafür, dass die KEF Q 900 auch lauter spielen kann als die winzige Q 300.

Auf den Hörer richten, Hörabstand ab 3 Meter, in trockenen Räumen dunkel. Wandfern aufstellen. © AUDIO
Auf den Hörer richten, Hörabstand ab 3 Meter, in trockenen Räumen dunkel. Wandfern aufstellen.

Next Level

Doch auch ganz unabhängig von Membranfläche und Schwingspulen-Durchmesser spielt die runderneuerte Q-Serie auf einem höheren Level als die beliebten Vorgänger. Das liegt vor allem am radikal weiter entwickelten Uni-Q-Chassis. Die Verbesserungsmaßnahmen sind am deutlichsten beim Hochtöner zu sehen. Die Ingenieure lassen die gegen Partialschwingengen optimierte Kalotte ins Röhrchen pusten. Damit verfahren sie wie im Aufsehen erregenden Prototypen eines Superlautsprechers, dem Concept Blade.

Die Idee dahinter, die auch B&W in seiner Nautilus-Serie verfolgt, sieht vor, den rückseitig abgestrahlten Schall der Kalotte in einer länglichen, bedämpften Kammer zu absorbieren. Gleichzeitig nimmt das gegenüber konventionellen Konstruktionen vergrößerte Luftvolumen den Druck von der Kalotte, die freier schwingen kann.

Weitere Fortschritte brachten der wie Apfelsinenschalen geschlitzte Tangerine-Waveguide-Vorsatz des Hochtöners, der in Verbindung mit einer neuen Aufhängung des umgebenden Tief-Mitteltöners ein dramatisch verbessertes Rundumstrahlverhalten ermöglicht.

Starke Bassbetonung, sonst ausgewogen, sehr klirrarm. im Bass unkritisch.

Die Macht war mit ihr

Während die 3-D-Wiedergabe im Videobereich noch in den Kinderschuhen steckt, bot die KEF Q 900 eine holographische Abbildung für Erwachsene. Die Briten erzeugte eine Bühne, die nicht nur durch eindrucksvolle Höhe und Breite überzeugte, sondern auch einen außergewöhnlichen Tiefgang aufwies. Sängerinnen, Sänger und Naturinstrumente schienen körperhaft und greifbar im Raum zu stehen.

Sprung sehr gut, nur Hochton verpolt und Ultraschall-Resonanzen.

Das machte sehr viel Spaß mit Jazz-Musik wie dem Hit "Baby I'Am A Fool" von Melody Gardot, aber auch mit klassischen Werken wie Beethovens neunter Symphonie (Haitink, LSO Live). Besonders der Chor gefiel durch bemerkenswerte Authentizität und Homogenität.

Der Fokus gehörte wie die Auflösung zum Besten in dieser Klasse. Und auch von den Klangfarben her war die KEF Q 900 schwer zu übertreffen. Lediglich die Bass-Wiedergabe überzeugte nicht vollständig. An Pegel mangelte es in den unteren Oktaven bei Leibe nicht, im Gegenteil: Mitunter wirkte die Q 900 einen Tick brummig und ließ Kick und Ausschwing-Präzision vermissen. Trotzdem liefert KEF mit dem Flaggschiff der neuen Q-Serie einen sehr guten Allrounder fürs Geld – der den nötigen Raum für soviel Tiefgang braucht.

Alle Daten und Testergebnisse zum KEF Q 900

 
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