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Testbericht Standlautsprecher Boston A 360 im Test

Die erste echte Lautsprecher-Neuentwicklung von Boston seit langem, greift auf einen legendären Namen zurück: die A-Serie, mit der man in den 1980ern für Furore sorgte.

Boston Acoustics A 360

Hersteller
Boston Acoustics
UVP
800 €
Wertung
75.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Auszeichnung
AUDIO Testsieger Lautsprecher bis 800 Euro 04/2011

Um möglichst alles richtig zu machen holte man sich Hilfe, das Know-How und das unbestechliche Ohr von Karl-Heinz Fink, der für die Entwicklung und Abstimmung zahlloser erfolgreicher Lautsprecher verantwortlich zeichnet.

Das Spitzenmodell der A-Serie, die A-360, ist eine echte 3-Wege-Box mit einem nur neun Zentimeter kleinen Mitteltöner, der eine transparente Stimmwiedergabe mit einem guten Rundstrahlverhalten kombinieren soll, ohne die Einzoll-Gewebe­kalotte mit einer zu tiefen Trennfrequenz quälen zu müssen.

Der Boston-Bass besitzt zwar einen schlichten Blechkorb – mittels Verstrebung, Schaumstoff und Verschrauben wird der Magnet aber fest und resonanzarm in das Gehäuse gepresst. © Archiv
Der Boston-Bass besitzt zwar einen schlichten Blechkorb – mittels Verstrebung, Schaumstoff und Verschrauben wird der Magnet aber fest und resonanzarm in das Gehäuse gepresst.

Die beiden 17er-Bässe sehen äußerlich unscheinbar aus und wecken bei unbedarften HiFi-Fans den Eindruck von Plastik – aber Irrtum: Die Membranen bestehen aus einem hochwertigen und akustisch günstigen Glasfaser-Polymer und wurden mit der neuesten Klippel-Verzerrungsanalyse auf optimales Hubverhalten gezüchtet.

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Klassenbezogen riesigen Aufwand betrieb man beim Gehäuse: Das ist nicht nur äußerlich mit Hochglanzoberflächen aus ­Vinyl und Lederoptik ein Hingucker, sondern im Inneren auch mit zahlreichen Verstrebungen, runder Mittelton­kammer, verstärkter Deckenplatte und einer um 60 Grad schräg eingesetzten zweiten Bodenplatte gegen jede Art von Resonanz und Interferenz gewappnet.

Passt zu: Eine besondere Empfehlung verdient die Boston A 360 für ihre Kombinationsgabe mit Verstärkern aus den 1960er bis 1980ern und Röhren mit 8-Ohm-Klemme. © Archiv
Passt zu: Eine besondere Empfehlung verdient die Boston A 360 für ihre Kombinationsgabe mit Verstärkern aus den 1960er bis 1980ern und Röhren mit 8-Ohm-Klemme.

Hörtest

Bei der Abstimmung fällt im Labor eine kleine Senke im Präsenzbereich auf. Die macht den Klang der Boston A 360 aber keineswegs diffus, sondern kompensiert nur die Kantenreflexionen. Im Hörraum präsentierte der Newcomer bei Leonard Cohens „Songs From The Road“ eine ideale Balance zwischen sonorem Stimmeinsatz, Sanftheit und dynamischem Feingefühl.

Ausgewogen mit leichter Oberbassbetonung, Präsenzsenke nur auf Achse, gutes Rundstrahlen. Sehr sanfte ­Impedanz, Klirr gering. © AUDIO
Ausgewogen mit leichter Oberbassbetonung, Präsenzsenke nur auf Achse, gutes Rundstrahlen. Sehr sanfte ­Impedanz, Klirr gering.

Am beeindruckendsten war wohl der riesige Raum, den sie, einem Imax-Film ähnlich, in alle Dimensionen ausbreitete. Die aufgefächerten Klänge von Tschaikowskys „Dorn­röschen“-Ballett (Previn, LSO) wusste sie ebenso transparent wie homogen darzustellen, wobei besonders ihre feindynamischen Fähigkeiten eine Empfehlung verdienen. In leisen Passagen gefühlvoll, bei Blechbläser-Einsätzen auch gern mal schmissig – so muss eine Allround-Box klingen.

Etwa 10 Grad am Hörer vorbei. Geht auch in großen Räumen mit weniger Dynamik. Mit Wandabstand experimentieren. © AUDIO
Etwa 10 Grad am Hörer vorbei. Geht auch in großen Räumen mit weniger Dynamik. Mit Wandabstand experimentieren.

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Nur bei sehr harten und schnellen Rhythmen wie Mega­deaths „Countdown To Extinction“ – natürlich mit stilgerechter doppelter Bassdrum – fehlte ihr etwas Bestimmheit im zugegebermaßen sehr trocken aufgenommenen Tiefbassbereich, wo sie einen leichten Hang zur Gutmütigkeit offenbarte und den harten Beats etwas die Durchschlagkraft nahm.

Alle Daten und Testergebnisse zum Boston Acoustics A 360

 
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