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Testbericht Newtronics Temperance 2020 im Test

Newtronics präsentiert mit der Temperance eine Standbox mit fünf Endstufen. Wir haben das Klangpotenzial des Lautsprechers getestet.

Newtronics Temperance 2020
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© Hersteller / Archiv

Newtronics Temperance
Gesamtwertung: gut – sehr gut - 80 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +extrem spielfreudig, detailreich
  • +ein mitreißender Lautsprecher mit allen Vorzügen einer Transmissionline
  • +vor dem Hintergrund seines Klangpotenzials ausgesprochen günstig

Newtronics-Gründer und -Lenker Harald Hecken ist einer der ganz alten Hasen der Branche: Seit 1973 bereichert er mit spielfreudigen Konstruktionen die Szene. Auch seine aktive Temperance ist schon seit über 20 Jahren auf dem Markt. Natürlich wurde sie immer wieder im Detail verfeinert: 2008 bekam die Transmissionline drei zusätzliche Hochtöner auf die Rückseite eingebaut, seit 2011 kommt die neue Verstärker-Elektronik mit sattsam hoher Stromversorgung zum Einsatz.

Heckens Argumente pro aktiv wiegen schwer: Mit der (immerhin 12 Kilogramm schweren) Fünf-Kanal-Endstufe kann er die einzelnen Chassis der Temperance perfekt ansteueren. Bis zu 1000 Watt spuckt das Kraftwerk kurzzeitig aus und bewegt beziehungsweise kontrolliert die acht Chassis über die Frequenzweiche sehr genau.

Newtronics Temperance: Aufbau

Drei der fünf Endstufen bedienen die drei (unteren) Tieftöner im 7-Zoll-Maß. Sie arbeiten auf einer über Jahre verfeinerten Transmissionline, die gut funktioniert, aber das klassische Transmissionline-Loch aufweist.

Newtronics Temperance - Innenaufbau
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Drei Bässe arbeiten auf die Line, die knapp über zwei Meter lang ist. Die Verstrebungen sind verleimt und vernutet, um Resonanzen keine Chance zu lassen.

Die vierte Endstufe hat den wichtigsten Job: Sie befeuert den Mitteltöner, der von 150 bis 2000 Hertz läuft. Im Grunde ist er baugleich mit den Tieftönern, aber in den Mitten noch klirrärmer als die "reinen" Bässe.

Dass der Mitteltöner so tief herunter spielt, liegt an einem alten Credo Heckens: "Trenne die einzelnen Zweige niemals im Bereich der menschlichen Stimme." Nimmt man das ernst, kommt man in etwa auf die Übertragungsbereiche der Temperance- Chassis.

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An der letzten und fünften Endstufe hängen gleich vier Hochtöner: Zum Front-Tweeter sind drei weitere auf der Rückseite parallel geschaltet. Was bei klassischen Passivboxen wegen viel zu niedriger Impedanzen ein Problem wäre, ist an dieser Stelle schlicht unbedeutend – Vorteil aktiv.

Newtronics Temperance: Hörtest

Die Ergebnisse aus dem Messlabor weisen die Temperance als sehr neutral, aber mit 103 Dezibel Maximal-Schalldruck nicht sonderlich pegelfest aus. Und dennoch ließ die Temperance im Hörraum Limits dieser Art nicht einmal erahnen. Im Gegenteil: Ihre Bässe kamen so locker, so furztrocken, knackig und genau, dass man meinte, die ausschwingenden Felle der Bassdrum anfassen zu können.

Wenn jemand nach Argumenten für aktive Transmissionlines sucht: voilà. Der Temeperance gelingt eine Genauigkeit und Schnelligkeit im Bass, wie sie nur ganz wenigen Mitbewerber-Konstruktionen gegeben ist. Und diese Schnelligkeit und Spielfreude setzt sich nahtlos bis in die höchsten Lagen fort.

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Fantastisch, wie die Newtronics Monty Alexanders "Hurrican Come And Gone" auffächerte, die feinen Hochtondetails klar herausstellte und vor allem die Instrumente scharf umrissen im Hörraum positionierte. Die rückwärtigen Hochtöner dürften hier einen bedeutenden Anteil haben. Sie verleihen den Temperance einen ungemein luftigen Charme. Und weil der Bass so federnd trocken daherkommt und der Grundton eher nüchtern-neutral abgestimmt ist, wirkt die schlanke Säule insgesamt eher hell.

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Aber genau das macht ihren Charakter aus. Mit ihrer grosszügigen Raumabbildung und der monitorhaften Darstellung, vor allem aber mit der großen Spielfreude und diesem Bass, der den Wunsch nach immer mehr basstreibender Musik aufkommen lässt, ist die Temperance eine erstklassige Alternative zu den Modellen der amtierenden Aktiv-Platzhirsche ADAM, BM, Geithain & Co.

 
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