Testbericht Test: Lautsprecher Dynavox Impuls III
- Datenblatt
- stereoplay
Dynavox Impuls III
- Hersteller
- Dynavox
- UVP
- 1400 €
- Wertung
- 54.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
- Auszeichnung
-
- Tester
-
Das Zusammenspiel zwischen Boxen und Verstärkern führt besonders auf der Elektronikseite zu hitzigen Diskussionen. Sehr ausgereifte Transistorboliden konkurrieren mit modischen Schaltverstärkern und schöngeistigen Röhrenkonzepten. Die Geschmäcker sind verschieden, doch im High-End-Bereich haben die glimmenden Glaskolben derzeit eindeutig den größten Zulauf.
© Julian Bauer
© Julian Bauer
© stereoplay
Sehr geringer Wattbedarf
Die Empfindlichkeit ist nicht ganz so hoch wie vom Hersteller angegeben, doch mit rund 90 Dezibel an 2 Volt – was bei einer 8-Ohm-Last einem halben Watt entspricht – übertrifft die Dynavox die üblichen Wohnzimmer-Standboxen um durchschnittlich 6 Dezibel, sie braucht so im Schnitt nur ein Viertel der Leistung.
© stereoplay
Dass gewöhnliche HiFi-Lautsprecher mit deutlich kleineren Chassis und Gehäusen einen Verstärker ausgiebiger fordern, hat mehrere Gründe. So ist der Wattbedarf mit der Membranfläche der Tief- und Mitteltöner verknüpft. Kleinere Systeme bringen weniger Luftmoleküle zum Mitschwingen und sind deshalb bei sonst vergleichbarer Auslegung von Natur aus leiser. Auch die klangliche Abstimmung beeinflusst den Wattbedarf. Eine besonders tiefe untere Grenzfrequenz lässt den Bass satter und glaubwürdiger klingen, worunter aber meist der Wirkungsgrad leidet.
© stereoplay
Sagenhafte Spielfreude
Die üppige Membranfläche erklärt die Genügsamkeit der Dynavox nur zum Teil, der Rest geht auf das Konto der starken Antriebe, die ihrerseits Glanzleistungen bei der Bandbreite verhindern. Der Übertragungsbereich reicht im Bass nur bis etwa 50 Hertz; nicht viel für solch eine Riesenbox.
Die klangliche Abstimmung wirkt trocken und hell, lässt sich aber durch eine bassverstärkende, wandnahe Aufstellung satter gestalten. Doch selbst an der Wand wirkt die Dynavox straffer als die meisten frei stehenden Mainstream-Boxen.
Frisch aus dem Karton klingt die Impuls III erst mal ziemlich unwirsch. Der Einspielvorgang dauert länger als gewohnt, selbst nach einer Woche tut sich noch etwas. Bereits mit preiswerten Transistorverstärkern stellt die Box gigantische Pegelreserven zur Verfügung, doch der Eindruck bleibt nüchtern, streckenweise gar unterkühlt.
Doch sobald Röhren ihren Hang zu geschmeidiger Wärme ins Spiel bringen, klingt das bullige Tonmöbel wie ausgewechselt. Aus Schroffheit wird Schnelligkeit, aus Bissigkeit Brillanz und aus karger Askese hochauflösende Präzision.
Mit Amps wie dem Ayon Orion (2000 Euro, Heft 12/09) serviert die Dynavox selbst feinste Laut/Leise-Abstufungen derart lässig, dass viele konventionelle Boxen in Bedrängnis geraten. Sogar die Maximalpegel liegen voll im grünen Bereich – trotz nur rund 30 Watt.
Dass den Mitten etwas tonaler Feinschliff abgeht und die räumliche Abbildung nicht an das Niveau konstruktiv modernerer Koaxial-Systeme heranreicht, verzeiht man dieser Dynavox gerne. Für Dynamik-Enthusiasten ist die Impuls III ein großer Wurf zum überragend fairen Kurs.
Alle Daten und Testergebnisse zum Dynavox Impuls III