Stereo-Kombi AVM Evolution A 5.2T & AVM Evolution CD 5.2 im Test
Klangurteil: 120 Punkte
Preis/Leistung: Sehr gut
- +Sehr spritzig, offen und präzise
- +Stabile, breite Räumlichkeit
- +Knackiger Bass
Klangurteil: 115 Punkte
Preis/Leistung: Sehr gut
- +Sehr kräftig, kontrolliert
- +Spielt impulsiv und offen
- +Knackiger Bass
- -Langer Weg des Lautstärke-Potis
Dieser Wunsch stieß bei Geschäftsführer Udo Besser nicht nur auf Gehör, er bringt ihn inzwischen regelrecht ins Schwärmen. Dabei gesteht Besser ein, dass er am Anfang wenig begeistert war: „Komm lass mal, wir sind im Transistorbereich zu Hause“, habe er dem US-Importeur Charly Harrison zu vermitteln versucht. „Doch Charly hat eine sensationelle Art, dich zu bequatschen“, gibt Besser flapsig zum Besten.
Das ist gut so, schließlich bescherte das der HiFi-Welt zwei äußerst interessante, eigenständige Komponenten, die sich hier dem ersten Test stellen. Von vorn betrachtet, bieten der CD-Player CD 5.2 und der Vollverstärker A 5.2 T das gewohnt glatte, sachlich elegante AVM-Styling der beliebten Evolution-Serie. Doch im Deckel eröffnet eine Luke mit schwarz getöntem Glas ganz neue Einblicke. Darunter befinden sich die Röhrenstufen, die den beiden Pretiosen einen Schuss Magie verleihen sollen – was optisch schon mal als gelungene Operation bezeichnet werden kann.
Die mit je zwei hochwertigen ECC 83 S vom tschechischen Hersteller JJ bestückten Röhren-Sektionen greifen an unterschiedlichen Stellen in die Signalverarbeitung ein. Im Vollverstärker steuert die Röhrenplatine die zugekauften Class- D-Endstufen-Module an. Udo Besser formuliert das Ziel: „Wir wollen nichts maskieren, sondern der Ausgangsstufe Röhrenklang einimpfen. Schließlich hat der Class-D-Amp keinen Eigenklang und verstärkt alles, was man ihm gibt.“ Udo Besser benutzt dafür den Begriff „Soundshaping“ und meint damit harmonischen, zarten Röhrencharme für komfortables Langzeithören.
Auch beim CD-Player, der durch Röhren in der Ausgangsstufe aufgepäppelt wird, stellt Besser den besonderen Spaßfaktor heraus: „Technische Daten sind nicht alles. Eine Harley Davidson hat auch 40 PS weniger als die Konkurrenten, ist aber trotzdem geiler.“
Vergleichstest: Drei Röhren-Vollverstärker
Dabei brauchen sich die Kennzahlen des AVM-Duos wahrlich nicht hinter Mitbewerbern zu verstecken. Der Vollverstärker liefert Leistung im Überfluss und ist durch gleich drei Erweiterungsschlitze einzigartig flexibel. Daran lassen sich Nachrüstmodule für Phono, D/A-Wandler inklusive USB-Slave für PCs und Laptops sowie ein hochwertiger UKWTuner unterbringen.
Der CD-Player gehört ebenfalls zu den smartesten seiner Art. Er verfügt über eine ganze Reihe von Digital-Eingängen samt professionellem AES/EBU, was den Upsampling-DAC (192kHz/24bit) auch anderen Digital-Quellen als Wandler bereitstellt. Gleich zwei USB-Anschlüsse (einer 192kHz/24bit asynchron, einer 48kHz/24bit) machen den CD 5.2 zur Super-Soundkarte, verlangen allerdings nach einem Treiber, den es nur für Windows-User gibt.
Flexible Lösung
Die symmetrischen und unsymmetrischen Ausgänge lassen sich über das frontseitige Setup-Menü zwischen Festpegel und variablem Ausgangspegel umschalten; so eignet sich der CD-Player sogar als Vorstufe. Allerdings mussten wir im Kombi-Betrieb die Lautstärkeregelung des Players abschalten, weil sonst beide Evo-Geräte der Fernbedienung folgen würden. Zudem mobilisiert der CD 5.2 mit dem hochwertigen Laufwerk, das auf einem ausschließlich für Audio-CD optimierten Sanyo-Mechanismus basiert, nur so sein volles Klangpotenzial.
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Wer die Evolution-Komponenten im Team betreibt, kann die beiden mitgelieferten RC-3-Geber aufpreisfrei gegen die Systemfernbedienung RC-8 mit 10er-Tastatur eintauschen. Auf jeden Fall machte die Steuerung richtig Spaß: Zu Beginn des Hörtests begrüßten die beiden Badener das Hörteam mit einer „Warm-up“-Meldung in ihren Displays. Das ist an sich nichts Besonderes. Wenn die Kleinschreibung im Schriftzug allerdings analog zum Aufwärmvorgang von hinten nach vorn in Großschreibung wechselt, dann schon.
Die gute Stimmung kochte danach proportional zur Hördauer weiter hoch: Der Player wie auch der Amp verbanden äußerste Präzision, höchste Auflösung und Transparenz mit einer Spielfreude, die man von der neutral, aber nüchtern wirkenden Evo-Serie so nicht kannte. Die Drums auf der markanten Live-Version von „Hotel California“ (Eagles, „Hell Freezes Over“) kamen so kraftvoll, explosiv und konturiert wie Faustschläge in die Magengrube, der Applaus ging unter die Haut. Beifall verdiente auch die räumliche Abbildung: stabil wie die alte D-Mark und weit und offen wie das Währungsgebiet des Euro.
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Testfazit
AVM steht für funktionelle, klangstarke und formvollendete Audio- Komponenten. Doch so emotional ansprechend und mitreißend kannte man die Produkte aus Baden noch nicht. Der Vollverstärker gibt sich äußerst kraftvoll, aber auch sehr spielfreudig und knackig. Der CD-Player aber ist der eigentliche Star: Durch seine immensen Möglichkeiten und sein Preis-Leistungsverhältnis nimmt er noch mehr eine Sonderstellung ein als der ebenfalls sehr flexible, modulare Amp.