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Testbericht

Tannoy Definition DC8

Testergebnis
91.0 Punkte
2800 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

26. Januar 2009

Brandneu im Tannoy-Portfolio ist die Definition-Serie, die im Gegensatz zur markanten Prestige-Linie technisch und optisch kompromisslos auf Moderne getrimmt ist. Die DC 8 für 3000 Euro pro Paar ist eine Zweiwege-Kompaktbox mit Acht-Zoll-Koax. Eine entsprechende Standbox und ein mit Zehnzöllern bestücktes Topmodell sollen bald folgen.

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Die Tannoy-Ingenieure schielten bei der Definition-Entwicklung offensichtlich auf Vergangenheit und Zukunft zugleich: Im Gegensatz zur bisherigen Dimension-Serie verzichtet man fortan auf einen Superhochtöner und ein allzu sehr mit Metallglanz überfrachtetes Gehäuse und kehrt zur 60 Jahre alten Punktstrahler-Philosophie zurück: Der „Dual Concentric" genannte Zweiwege-Töner besteht aus einem 21 Zentimeter großen, mit Kunststoffpartikeln beschichteten Papierkonus und einem durch die Polkernbohrung spielenden Hochtöner. Dieser ist nicht als klassische Kalotte ausgelegt. Seine Titanmembran spielt strahlungstechnisch günstig auf eine sehr kleine Druckkammer und einen anschließenden Hornvorsatz. Der Trick besteht darin, dass die Kompressionskammer und der erste Ansatz des sich exponenziell verbreiternden Schalltrichters aus Metall gefertigt sind, die Form jedoch nahtlos in den 20-Zentimeter-Trichter des Tiefmitteltöners übergeht und das Abstrahlverhalten der oberen Töne im Winkel begrenzt.

Die Gehäuseoptik ist der Revolution-Serie entlehnt, wirkt aber deutlich massiger und mit dem hervorragend verarbeiteten Klavierlack sowie den Aluminium-Zierleisten, die jede Schraube verbergen, modern und edel. Die Abdeckung schwebt dank eingelassener Neodym-Magnete vor der Schallwand und trägt ein dezent eingraviertes Logo. Innen sieht es dagegen ganz konventionell aus: Tannoy schraubt Kondensatoren und Spulen direkt auf die Holzplatte und verdrahtet sie frei mit Silberdraht. Trotz einer spärlichen Anzahl an Bauteilen erreicht die DC 8 hervorragende Messwerte – ein Hinweis darauf, dass die Chassis-Technik in punkto Linearität große Fortschritte gemacht hat.

Die Bestätigung lieferte der Hörtest. Mit den entrückten Klängen von Mahlers „Ich bin der Welt abhanden gekommen" begann die Tannoy ihre Lehrstunde in Sachen packender Musikwiedergabe. Spielte hier eine CD, Blu-ray, SACD oder LP? Mit der DC 8 verschwanden solche technischen Fragen. Die Musik klang zwar passend zum nächsten Lied „Um Mitternacht" etwas verdunkelt, aber dreidimensional tief, fast schon anfassbar und absolut packend homogen.

Da konnte eine Sonics Arkadia ruhig mehr Höhendetails liefern und eine B & W 805 S seidiger spielen – bei beiden wurde man das Gefühl nie los, eine technische Anlage und mehrere Einzeltöner vor sich zu haben. Die Definition öffnete den Raum weit in die Tiefe, gab Sängern wie Instrumenten einen geradezu magischen Platz auf der Bühne und überzeugte durch ihre Ausgeglichenheit. Auch bei Rock vermochte sie Live-Atmosphäre zu erzeugen. Pink Floyds „Shine On You Crazy Diamond" (EMI) klang über die B & W 805 S noch nach klassischem High End: feinst aufgelöst, perlend in den Höhen, doch unverbindlich, sehr weiträumig und wenig dynamisch. Das konnte die JBL Array 800 besser – druckvoll wie ein PA, dabei sauber bis zum letzten Gitarrenton, tief und voll, doch auch ohne echte Räumlichkeit. Die Tannoy ließ jede Form von Beschallung akustisch unsichtbar werden: Auf einmal glaubte man, echte Gitarrenverstärker ohne elektro-akustischen Umweg zu vernehmen, echte Drum-Felle, schnörkellos und knackig. Eine Lehrstunde zum Thema „Wie klingt meine Anlage nach Musik und nicht nach HiFi-Technik?“.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 27,0 x 47,0 x 26,0 cm
Gewicht 10,0
Oberflächen
Farbe Klavierlack Kirsche, Walnuss, Schwarz
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 2
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse Bi-Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz. nein
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert 106 dB
untere Grenzfrequenz (-3dB) 60 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 51 Hz
Nennimpedanz (Audio) 4 Ohm
Bewertung  
ja Sehr homogen mit warmem Timbre, räumlich superb, pegelfest und leicht zu treiben.
nein Raum dunkel gefärbt, kein Wunder an Detailauflösung
Bassqualität 75
Basstiefe (Bassfundament) 70
Detailtreue (Präzision) 95
Feindynamik 85
Maximalpegel (Lebendigkeit) 80
Neutralität 95
Ortbarkeit 100
Räumlichkeit (Luftigkeit) 115
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil überragend 91
getestet in Ausgabe: 2/09

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