Testbericht TAD-Kette: M 2500, C 2000 und Evolution One im Test
Klangurteil 105 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
- +sehr homogen
- +breitbandig und differenziert im Bass
- +exzellente Abbildung
- -Bass könnte noch etwas mehr Kick vertragen
Denn mögen die 73.000 Euro für die Vorstufe C 2000, die Endstufe M 2500 und die 3-Wege-Box Evolution One eine Preiskategorie sein, in der nicht nur die meisten Konsumenten, sondern auch die meisten Hersteller passen müssen – für TAD markiert die neue Evolution-Serie ungeachtet des immensen Aufwands nur die Einstiegsklasse!
Dabei verfolgen die Japaner nach Tradition ihres Landes einen anderen Ansatz als zahlreiche High-End-Schmieden aus Großbritannien, Amerika oder Italien, die oft den Eindruck erwecken, einfach das zu bauen, was sie selbst cool finden. TAD versuchte dagegen in Marktstudien die Ansprüche von professionellen Anwendern und Audiophilen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Kaufberatung: 12 Standlautsprecher im Test
Das Ergebnis erinnert an Mengenlehre: hohe Präzision, großer Frequenzumfang, originalgetreue Wiedergabe, High-Performance-Materialien oder einfach Beryllium findet sich in der Schnittmenge beider Welten, die der Hersteller bedienen möchte. Um es vorweg zu nehmen: Diese nüchternen Ziele wurden ausnahmslos erreicht.
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Verarbeitung
Erfreulicherweise blieb die Seele des Ganzen dabei nicht auf der Strecke. Das Vergnügen beginnt schon beim Auspacken. Die Gehäuse der Elektronik sind extrem schlicht und edel, die Anfassqualität zählt wie bei den schweren, aber keinesfalls monströsen Boxen zum Besten, was AUDIO-Redakteure je in den Händen hielten. Und was die Konstruktion betrifft: Durchweg dominiert das Bestreben nach Trennung einzelner Arbeitsbereiche. Man blickt auf nobelste Bauteile und konsequenten Aufbau.
Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen
Beispiele gefällig? Die hochwertige Frequenzweiche sitzt durch jede Menge Holz getrennt im Sockel – also schwingungsseitig wie thermisch von den Treibern entkoppelt. Deren Star ist der Beryllium-Koax nach Coincident Source Technology (CST) für den Mittel-Hochtonbereich. Das seltene Metall bricht erst bei sehr hohen Frequenzen zu Partialschwingungen auf, hat aber gegenüber den in dieser Hinsicht geringfügig besseren Diamantmembranen den Vorteil geringerer innerer Verluste.
Klangurteil: 130 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
- +sehr guter Digitalverstärker
- +neutral, schnell, stark und kontrolliert
- +optional mit vier Kanälen
Die symmetrische Vorstufe verfügt über einen spiegelsymmetrischen Dual-Mono-Aufbau mit riesigem, in einer separaten Kammer untergebrachten Netzteil mit doppelten Ringkerntrafos. Ihr Ultra High Precision Crystal Generator Quartz-Oszillator stammt aus dem CD-Player
D 600. Als Master Clock soll er einen jitterfreien Betrieb der mit Burr-Brown PCM1794A bestückten Wandler-Sektion sichern.
TAD fräst die beiden von Kammern für kritische Bereiche dominierten Gehäuseschalen aus einem massiven Aluminiumblock. Das wirkt edel, stabilisierend und abschirmend zugleich und ist nebenbei antimagnetisch. So ähnlich kommen auch die Uniblock-Gehäuse des MacBook Pro auf die Welt.
Einrichtung
Die Gemeinsamkeiten gehen sogar noch weiter: Während PC-Besitzer zur Verwendung des asynchronen USB-DACs einen Treiber herunterladen müssen, gilt für Macianer: „plug & play“.
Genauso problemlos verlief die Installation und Inbetriebnahme der ganzen Kette. Aus dem Stand spielte sie extrem locker und tonal geradezu vorbildlich ausgewogen. Schnell weckte das Trio Erinnerungen an Besuche in Tonstudios.
Klang
Das lag nicht allein an der herausragenden Neutralität der gesamten Kette, die den Eindruck erweckte, einem High-End-Perpetuum-Mobile zu lauschen – einer Box, die von alleine spielt. Es schien, als wäre zwischen Mikrofon und Lautsprecher-Membranen keinerlei Wiedergabe-Elektronik im Spiel.
Klangurteil: 130 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
- +extrem neutrale, breitbandige Vorstufe
- +exzellenter D/A-Wandler
- -relativ wenig analoge Anschlussmöglichkeiten
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Kaufberatung: Vollverstärker im Test
Die Elektronik erwies sich isoliert betrachtet wie erwartet als extrem neutral, sehr breitbandig, transparent und nuanciert. Vor allem bestach die herausragende Konturschärfe und die Tiefe des Raums. TAD's live! Pioneer hat sich die Belohnung von 73.000 Euro redlich verdient.
Fazit
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Was für eine Kette! So etwas von hochauflösend bis in den tiefsten Bass, so eine stabile Räumlichkeit mit Tiefe, solch eine Präzision plus aberwitzige Reserven: Die TAD-Anlage mit M 2500, C 2000 und Evolution One zählt zum Besten, das ich kenne – ein Naturereignis!
Als der Test bereits im Kasten war, saß ich bis in die Nacht mit knurrendem Magen gebannt davor, um meine Lieblingssongs neu zu erleben, so wie früher mit einem neuen Top-Plattenspieler. Nur eben von der Festplatte.