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Testbericht Standlautsprecher Wharfedale Diamond 10.5

Die Wharfedale Diamond 10.5 dickt zwar die einzelnen Stimmen etwas ein, musiziert jedoch geschlossen und in sich stimmig.

Wharfedale Diamond 10.5

Hersteller
Wharfedale
UVP
600.00 €
Wertung
69.0 Punkte
Testverfahren
1.0

Vom Design her gibt sich die Wharfe­dale eher konventionell. Sie verkörpert eine relativ kompakte Dreiwege-Standbox klassischen Zuschnitts. Doch die 85 Zentimeter hohe Diamond 10.5 zieht ihren äußerlichen Charme aus der besten Anmutung im Detail. Die mit edel wirkender Holznachbildung furnierten Seitenwände des Gehäuses sind sanft geschwungen und laufen auf eine schwarz lackierte Frontplatte zu.

Statt eines Mitteltonkonus verwendet Wharfedale eine 5-cm-Kalotte (l.) für perfektes Rundstrahlverhalten. © MPS
Statt eines Mitteltonkonus verwendet Wharfedale eine 5-cm-Kalotte (l.) für perfektes Rundstrahlverhalten.

Deren Treiber wirken so hochwertig, dass sie förmlich danach schreien, nicht hinter der ­Bespannung versteckt zu werden. Das liegt nicht nur an den metallisch glänzenden Einfassungen. Die kleine Engländerin fährt im Mitteltonbereich statt der üblichen Konusmembrane eine 5-cm-Weich-Kalotte auf, die bis 3,8 Kilohertz hinauf arbeitet und maßgeblich für das gute Rundstrahlverhalten der Diamond 10.5 verantwortlich zeichnet.

Hörtest

Aufstellung: Ungefähr auf den Hörer richten, Hörabstände um 2m sind ideal. In bedämpften Räumen oder wandnah schnell topfig oder zu dunkler Klang. © AUDIO
Aufstellung: Ungefähr auf den Hörer richten, Hörabstände um 2m sind ideal. In bedämpften Räumen oder wandnah schnell topfig oder zu dunkler Klang.

Die Wharfedale Diamond 10.5 bot Volumen und Wärme fast im Überfluss. Deshalb wirkte der Chor der Beethoven-Einspielung des London Symphony Orchester körperhaft und getragen. Die Britin musizierte geschlossen, in sich stimmig. Zwar dickte sie die einzelnen Stimmen etwas ein, aber ihre Vorstellung wirkte schlüssig. So kamen deutlich mehr Emotionen auf als über die gegenüber ernster Musik eher reservierten JBL Studio 180.

Das änderte sich, als sich die Wharfedale Diamond 10.5 auf JBL-Terrain begab. Pop und Rock wirkten matt und kraftlos. Die Abbildung schrumpfte in ­allen Dimensionen ein ganzes Stück zusammen. Kanye West erschien ebenso gepresst wie Elvis Costello („When I was cruel“) oder 30 Seconds To Mars („This Is War“). Die Wiedergabe wirkte zwar warm, aber dem Obertonbereich fehlte etwas Glanz und Auflösung, die Attacke blieb gedämpft. Selten wirkte sich die Programmwahl derart auf die Performance des Prüflings aus wie bei der Wharfedale Diamond 10.5.

Alle Daten und Testergebnisse zum Wharfedale Diamond 10.5

 
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