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Testbericht Standlautsprecher Dynaudio DM 3/7

Dynaudio zelebriert an der neuen DM 3/7 (1450 Euro pro Paar) offensichtlich die Kunst der Reduktion. Doch von wegen graue Maus: Die Box entpuppt sich als klangfarbenstarker Überflieger.

Dynaudio DM 3/7

Hersteller
Dynaudio
UVP
1400.00 €
Wertung
53.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Auszeichnung
stereoplay Highlight: Dynaudio DM 3/7

Bei Dynaudio ist man von den eigenen Lautsprechern so angetan, dass man gern an ihnen festhält: Entweder man überarbeitet das Liebgewonnene nach vielen Jahren wieder (Beispiel Consequence) oder lässt es gleich über Jahrzehnte (Beispiel Evidence) laufen. Wenn die Mitbewerber –wie so oft – schon nach ein oder zwei Jahren das komplette Programm erneuern, hat man sich im ­dänischen  Skanderborg gerade an die „Neuen“ gewöhnt.

Dennoch musste nun die eigentlich hochbetagte Audience-Serie aus dem Jahre 1990 ­ersetzt werden, und man hört förmlich das Murren der Dänen: „Muss das sein? Jetzt schon?“ Aber letztendlich fügten sie sich, machten sich an die Arbeit ...

... und bringen nun zaghaft Modell für Modell der Nachfolge-Serie DM (für Dynaudio Monitor) heraus. Die hier v­orgestellte DM 3/7 ähnelt in Größe und Bestückung (zwei 17-Zentimeter-Tiefmitteltöner plus 28-Millimeter-Hochton­kalotte) der Audience 72. Und wie auch beim Vorgänger wurde hier auf jeglichen Zierrat verzichtet.

Das Gehäuse ist stabil (19 Millimeter MDF, Front sogar 25 Millimeter), aber schlicht und lediglich foliert; auch die Single-Wiring-Anschlüsse laufen unter der Rubrik „so gut wie nötig“. Offenkundig konzentrierte man sich voll darauf, mit bestmöglicher Technik eine entsprechend gute Performance zu möglichst niedrigem Preis zu realisieren.

Gigantischer Baukasten

Dafür bediente sich Entwicklungschef Mark Thorup aus dem mittlerweile riesigen Baukasten-System von Dynaudio. Ob HiFi-, Studio- oder Auto-Abteilung (VW, Bugatti): Überall werden Treiber konstruiert, die selbstverständlich auch für die anderen Abteilungen verfügbar sind. Für die DM-Serie, so Produktmanager Roland Hoffmann, wurde gar nichts eigens entwickelt, sondern einfach nur neu miteinander kombiniert und geschickt angepasst. Das senkt die Kosten natürlich gewaltig.

Nur so ist wohl auch dieser wirklich exorbitant schöne und authentische Klang zu erzielen. Die Mittenwiedergabe der DM 3/7 ragt weit über das Niveau in dieser Preisklasse hinaus. Bei Sara K.‘sIf I Could Sing Your Blues“ von der stereoplay-CD auf dem Titel zu Ausgabe 10/10 war schlichtweg alles zu hören. Die winzigen Kiekser in der Stimme, den so typischen Zungenschlag der Sängerin und die vielen Details im Aufnahmeraum zelebrierte sie so fein, so nah dran und überzeugend echt, dass selbst die Klassenreferenz Canton Chrono SL 580 hier etwas blass wirkte.

Dynaudio DM 3/7
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Dynaudio DM 3/7 - im Detail

Hochtöner (Bild) und Bässe sind vom Feinsten und weitgehend der deutlich teureren Excite-Linie entliehen.

Die DM 3/7 klingt analog

Die neue Sparbox von Dyn­audio klingt im besten Sinne des Wortes analog: im Hochton nicht überzogen aufpoliert und in den Bässen doch etwas vollschlanker, als das Ideal es vielleicht vorsieht. Letzteres sollte man bei der Verstärkerwahl ­berücksichtigen, denn im Tiefton braucht die Dänin viele sauber kontrollierte Watt.

In diesem Punkt konnte sich auch die Canton deutlich besser in Szene setzen, weil sie die Bass- und Snare-Schläge von The Body Acoustic (ebenfalls Titel-CD zu Heft 10/10) mit deutlich mehr Schmackes und irgendwie schneller in den Hörraum drosch. Die Dynaudio verkörpert hier eher den gemütlichen Typ.

Das ist aber auch absolut in Ordnung, zumal die DM 3/7 Stimmen und Ins­trumente eindrucksvoll plas­tisch in den imaginären Raum zaubern konnte. Eine so realistische Abbildung selbst in der Tiefe ist selten. Unter musikalischen Aspekten dürfte es sehr schwer sein, bis 2000 Euro ­etwas wirklich Besseres zu ­finden.

Alle Daten und Testergebnisse zum Dynaudio DM 3/7

 
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