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Standbox Sonus Faber Venere 2.5 im Test

Die Venere-Serie lässt Sonus Faber erstmals in China produzieren. Können die günstigen Boxen mit ihren hochwertigeren Brüdern mithalten?
Sonus Faber Venere 2.5
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© H. Härle, Archiv, MPS

Sonus Faber Venere 2.5
Klangurteil: 92 Punkte
Preis/Leistung: überragend
  • +klingt herrlich lebendig und kraftvoll-zupackend bei guter Neutralität
  • +mächtiger Bass- und Grundtonbereich
  • +enorm hoher Spaßfaktor.
  • -kann in kleineren Räumen zu mächtig tönen

Der vermutlich bekannteste Boxenhersteller Italiens stammt aus dem kleinen Ort Arcugnano nicht weit von Venedig und heißt Sonus Faber. Audiophile auf der ganzen Welt schätzen die edlen Schallwandler wegen ihres geschmeidigen Klangcharakters und ihrer unvergleichlichen Verarbeitung. Ein souveräner Umgang mit Lacken und Hölzern ist das Erkennungszeichen der Marke, ganz in der Tradition der großen italienischen Geigenbauer. Sonus-Faber-Klassiker wie Homage oder Elipsa begeistern Audiophile in aller Welt, kosten allerdings auch sattes Geld.

Mit der neuen Venere-Serie, die mit der 2.5 hier zum Test steht, wollen die Italiener ihre Design- und Klangphilosophie einem breiteren Publikum zugänglich machen. Die bei den Nobelmodellen gewohnte, handwerkliche Fertigung im Hochlohnland Italien wäre bei einem Preis von deutlich unter 3.000 Euro pro Paar allerdings undenkbar. Die Venere-Reihe wird daher als erste Sonus-Faber-Linie vollständig in China hergestellt.

Sonus Faber Venere 2.5

Die starken Rundungen vermeiden parallele Wände und fördern die Neutralität. Die Optik variiert mit dem Blickwinkel.

Sonus Faber Venere 2.5: Aufbau

So wird ein Schallwandler möglich, der in Design und Finish in der Klasse bis 3.000 Euro einzigartig ist. Die Form mit einem zur Rückseite abnehmenden Querschnitt ist einer Laute nachempfunden und ähnelt in vielen Details der der ungleich teureren Cremona M . Die Venere 2.5 ist rundum hochglänzend lackiert und preisgleich in schwarz oder weiß zu haben. Die oberste Abdeckung wie auch der Sockel sind aus gehärtetem Glas gefertigt, was absolut gediegen wirkt.

Der unregelmäßige Zuschnitt verhilft dem Gehäuse zu einer überragenden Steifigkeit und erschwert die Ausbildung von klangschädlichen Resonanzen im Inneren. Eine durchgehende Blende verdeckt die Körbe der Chassis und fungiert als Schallführung für den Hochtöner. Die Chassis sind unter Preis-Leistungs-Aspekten optimierte Neuentwicklungen mit modernen, langhubigen Antrieben und geringsten Verzerrungen.

Sonus Faber Venere 2.5: Hörtest

Die Sonus Faber sieht nicht nur aufreizend aus, sie klingt auch so. Den lebensfrohen Bajazzo mit der legendären Lucia Popp und Alfred Brendel zelebriert sie nochmal vergnügter als es die Chario Constellation Pegasus und die Opera Grand Mezza vormachen. Gleichwohl gibt sich die Venere tonal ausgewogener und bleibt auch dann stressresistent, wenn man sich als Anwender an jene Lautstärken heranwagt, die Opernkenner live auf den besten Plätzen so unvergleich locker und unangestrengt dargeboten bekommen. Temperamentvoll auftrumpfen, das kann die Sonus Faber richtig gut, auch wenn die deutlich teurere Rosso Fiorentino Certaldo alles in allem nochmal eine Spur neutraler und kontrollierter aufspielt.

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Selbst Musikfans, die um Opernmusik einen großen Bogen machen, wird das ansatzlose Temperament begeistern, mit dem die Sonus das Genre zum Leben erweckt. Letzte Zweifel dürfte Triband mit seinem Ohrwurm „No Pillow“ beseitigen, der sich mit pulsierenden Bassläufen und schrägen Rhythmen in die Gehörgänge frisst. Mit diesem Song klingt die Venere 2.5 herrlich bassprall und unkomprimiert ohne zu nerven. Keine Frage, dieser Sound macht Laune. Die Optik ist sowieso konkurrenzlos.

 
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