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Testbericht

Sonus Faber Liuto Monitor

Testergebnis
85.0 Punkte
2100 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

1. März 2010

Der Trend zu kleinen, ja bisweilen unsichtbaren Lautsprechern ist kaum aufzuhalten. Audiophile mögen diese Entwicklung mit Sorge sehen, haben doch Sub-Sat-Sets nicht gerade den Ruf, eine klassische Stereoanlage ersetzen zu können. Die Lösung: eine highendige Kompaktbox, die zumindest bei normalen Abhörlautstärken heutzutage gut mit moderat geformten Standmodellen mithalten kann.

Sonus Faber, der italienische Spezialist für feine Hölzer, nennt seine neue Kompaktbox vollmundig Liuto Monitor. Der Zweitname ist ein Hinweis darauf, dass man neben schöngeistigem Klang vor allem um akustische Ehrlichkeit bemüht ist. Die verströmt auch das für Sonus-Verhältnisse ungewöhnlich sachliche, dennoch elegant geschwungene und bis ins feinste Detail perfekt verarbeitete Gehäuse. Ungewöhnlich schmal verjüngt es sich nach hinten, um Resonanzen im Volumen keine Chance zu geben. Vergleichbar einer Laute – italienisch Liuto – womit auch der erste Teil des Namens erklärt wäre. Während dieses besonders in Renaissance und Barock beliebte Instrument durch filigranen Aufbau Eigenschwingungen fördert, ist die Schallwand der gleichnamigen Box dick und mit einer weichen Lederoberfläche bedämpft.


Bild vergrößern 937 926 http://img3.magnus.de/image-r937x926-C-f9cc653b-13001213.jpg Man erkennt (von links): spezielle Membranprägung, große Zentrierspinne und die frei belüftete, kompakte Schwingspule. © Herbert Härle, Stefan Schickedanz, Malte Ruhnke
© Herbert Härle, Stefan Schickedanz, Malte Ruhnke

Man erkennt (von links): spezielle Membranprägung, große Zentrierspinne und die frei belüftete, kompakte Schwingspule.

Bei den Chassis setzt man nicht auf Großserie, sondern lässt bei einem norwegischen Spezialisten Sonderanfertigungen machen: So besteht die Membran der 15er-Tieftöner aus konventionellem Polypropylen, diese wird aber ebenso wie die Sicke mit einem speziellen Thermo-Verfahren in eine resonanz­unanfällige Struktur gebracht. Das ist auch notwendig, denn der Töner spielt bis 3500 Hz hinauf. Darüber übernimmt sanft der Hochtöner – ein klassisches Einzoll-Modell mit Seidenmembran und vorgesetzter Schallführung

Mit ihren schmalen Maßen wirkte die Sonus wie ein graziler Karateka, der zwei Gewichtsklassen zu hoch angetreten war. Doch klanglich ist sie kein Leichtgewicht. Den stark bedämpften Hörraum füllte sie bei Jon Lords Crossover-Meisterwerk „Sarabande" mit einem Hollywood-verdächtig weitem und farbenfrohen Panorama. Die B&W CM5 schlug ähnlich sanfte Töne an, konnte auch ein paar Punkte mehr im Basskeller für sich verbuchen, beließ allerdings das musikalische Geschehen bei Händels „Messias" (Katzschner, DHM), in diesem Fall mit einer echten Laute begleitet, im Vergleich zur frappierend realistisch projizierenden Sonus auch etwas im Unkonkreten. Nicht nur mit Zupfinstrumenten harmonierte die Liuto hervor­ragend: Auch das sanft angeblasene Tenorsaxophon von Yuri Honing nebst knorrig gezupftem Kontrabass („Star Tracks“, in-akustik) stellte sie mit beeindruckender Impulstreue und erstaunlicher Autorität dar. Erst, wenn das Schlagzeug hinzukam, vermissten die Tester doch den Luftschub, wie ihn freilich nur größere Boxen wirklich erzeugen können. Was Auflösung betrifft, muss die Liuto wenig Konkurrenz fürchten.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 18,5 x 35,0 x 33,5 cm
Gewicht 8,5
Oberflächen Furnier, Lack
Farbe Schwarz, Mokka
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 2
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse single Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz.
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert 98 dB
untere Grenzfrequenz (-3dB) 65 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 52 Hz
Nennimpedanz (Audio) 8 Ohm
Bewertung  
ja Natürlich, fein und betörend schön klingend, röhrentauglich und abbildungsgenau
nein nicht so tief, naturgemäß kein Pegelwunder
Bassqualität 65
Basstiefe (Bassfundament) 55
Detailtreue (Präzision) 100
Feindynamik 75
Maximalpegel (Lebendigkeit) 55
Neutralität 100
Ortbarkeit 100
Räumlichkeit (Luftigkeit) 95
Verarbeitung überragend
Klangurteil sehr gut 85
getestet in Ausgabe: 12/09


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