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Testbericht Sonos PLAY:3 im Test

Sonos, die Pioniere der unkomplizierten Netzwerk-Multiroom-Beschallung, starten mit einem verjüngten Markenauftritt, verbesserter Controller-Software – und dem brandneuen PLAY:3 (300 Euro) der auch als Stereo-Paar eingesetzt werden kann, frisch durch.

Sonos PLAY:3

Hersteller
Sonos
UVP
300.00 €
Wertung
80.0 Punkte
Testverfahren
1.0

Sonos Play:3
  • +gewitzte Technik
  • +komfortable Bedienung
  • +guter Preis
  • -solo klingt's mono
  • -kein Line-in
  • -kein Netzschalter

Sonos hat es geschafft. Die Marke ist  bekannt genug, um in Lifestyle-Blättchen, die es normalerweise nicht unter Porsche und Rolf Benz machen, großzügige Erwähnung zu finden. Mittlerweile könnte Sonos auch im Duden stehen – als Synonym für einfaches, sofort funktionierendes Musik-Streaming und vorbildliches Multi-Room.

Auch der neueste Streich aus Santa Barbara kann wieder an alle diese Merk­male ein Häkchen setzen. Play:3 heißt das jüngste Mitglied der Sonos-Familie, und das ist keineswegs eines der ­üblichen englischen Wortspiele, mit ­denen ein gewitzter Texter unbedingt die Wireless-Fähigkeit betonen wollte.

Tatsächlich ist der Play:3 der kleine Bruder des Play:5 – der in seinem früheren Leben als Sonos ZP S5 auch schon mal im AUDIO-Test antrat. Die Zahlen stehen dabei für die Anzahl der Chassis, die in den Aktiv-Systemen für die Schallwandlung sorgen – beim Play:3 sind es zwei Tiefmittel- und ein Hochtöner – und somit auch für die Zahl der Digital-Endstufen, die jeweils ein Chassis antreiben.

Kontroll-Organe: Sonos-Controller für iOS-Geräte wie iPhone und iPad und auch für Android-Smartphones – alles kostenfrei (links). Der Sonos Hardware-Controller funktioniert natürlich auch (ganz rechts).
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© Archiv
Kontroll-Organe: Sonos-Controller für iOS-Geräte wie iPhone und iPad und auch für Android-Smartphones – alles kostenfrei (links). Der Sonos Hardware-Controller funktioniert natürlich auch (ganz rechts).

Die neuen Namen sind Bestandteil der Frischzellenkur der Marke ­Sonos. Das Logo wird bunter, der Auftritt glanzvoller, die Idee größer. Wenn man John McFarlane, den CEO, darauf anspricht, was er von AirPlay hält, dann antwortet er ohne mit der Wimper zu zucken, dass sich Apple leider auf die falschen Dinge konzentriere, sich viel zu sehr mit Videostreaming beschäftige und Audio vernachlässige. AirPlay sei keine Konkurrenz für Sonos, im Gegenteil. Mit ­einem Airport Express an einem Sonos-System würde AirPlay doch erst wirklich Multi-Room-fähig.

Querdenker

Das mag man ähnlich sehen oder nicht – der Einfallsreichtum der Sonos-Leute jedenfalls kann sich durchaus mit Apple messen. Allein die Con­troller-Software für PC und Mac, für mobile Geräte wie iPhone, iPad  und jetzt auch für das An­droid-Betriebssystem, verblüfft mit intuitiver Bedienbarkeit. Egal, welcher Online-Musik-Dienst gerade auch in ist – wetten, dass ihn ­Sonos integriert oder zumindest bald ­anbietet? Und der komplizierteste Akt beim Einbinden eines Sonos-Players ins Heimnetzwerk ist meistens das Aus­packen aus dem Karton.

Praxis: Musikarchiv anlegen und ordnen

Clever auch die Strategie, den Preis der Sonos-Bridge auf 50 Euro zu senken. Sie hat zwar selber keinerlei Audiofähigkeiten, baut aber eingesteckt am Netzwerk­router heimlich, still und leise das Sonos-eigene Wireless-Netzwerk namens Sonos-Net 2.0 auf – und jedes weitere Mitglied der Sonos-Familie findet darin draht- und mühelos seinen Platz.

Tadelloser Frequenzgang

Ist die Mediathek, die auf Computer oder NAS gespeichert liegt, einmal gescannt, legt sich die Sonos-Intelligenz quasi einen Lageplan zurecht, mit dem jeder Player jeden Track, jedes Album, jeden Interpreten mit beeindruckender Schnelligkeit findet. Komfort-Features wie Gapless, Album-Cover-Art, schneller Vorlauf und Volltextsuche natürlich inbegriffen.

Leider klappt dies aber nur mit maximal 65.000 Titeln, dann ist die Kapazität ausgeschöpft. Das mag eine gigantische Zahl sein, so mancher AUDIO-Leser hat diese aber schon locker geknackt – und hofft nun inständig, dass Sonos diese Hürde alsbald beseitigt. Und die Abspielkompatibilität auf Auflösungen jenseits der 48 kHz und 16 Bit erweitert.

Test: Netzwerk-Woofer Sonos Sub

Bis dato kann auch der Play:3 zwar fast alle Audio-Formate abspielen, allerdings eben keine hochauflösenden Files. Und das nur über das Netzwerk serviert – einen Line-In, wie noch beim Play:5, gibt es nicht. Dafür zeigt sich der kompakte Play:3 äußerst flexibel in der Aufstellung: Ein Sensor registriert, ob er senkrecht oder waagrecht positioniert ist, und der alles regelnde DSP übernimmt die klangliche Anpassung der Frequenzanteile. Überhaupt ist der Signalprozessor um keinen akustischen Kunstgriff verlegen und wohl nicht unschuldig am tadellosen Messdiagramm.

Kaum Klirrr, auch bei hohen Pegeln – messtechnisch einwandfrei.

Allerdings mag sich mit beiden Aufstellvarianten kein echtes Stereo-Gefühl einfinden – der Play:3 wirkt eher wie ein ausgewogener Mono-Speaker, der dank Passiv-Mem­bran auf der Rückseite noch erstaunlichen Bass aus dem Gehäuse presst. Bei wand­naher Aufstellung kann das sogar Tiefbass-Ausmaße erreichen. Und je kleiner die Gesamtlautstärke, desto mehr Kraft legt der DSP in die tieferen Frequenzen.

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Noch interessanter wird es, wenn man dem Play:3 einen Kollegen an die Seite stellt und beide als Stereo-Paar linkt. Dann kümmert sich jeweils ein Speaker um einen Kanal und aus der Aktiv-Box wird eine Komplett-Stereo-Netzwerk-Anlage. Die AUDIO-Tester bevorzugten dabei die hochkante Aufstellung und eine möglichst frei stehende Platzierung. Dann tönte das Gespann sehr schön ­stereo-räumlich – mit einem zwar leicht krispeligen Hochton, der aber nicht wirklich störte, manchem eher beatlastigen Track sogar noch etwas Glanz bescherte. Keine perfekt audiophile Abstimmung, aber eine, die viel Spaß bereitet.

Fazit

Ein Play:3 macht Musik in Küche und Terrasse, zwei Play:3 musizieren gerne auch im Büro, Schlafzimmer oder im ersten eigenen Wohnzimmer. Die passende Ergänzung zur Sonos-Familie – oder die perfekte Einstiegsdroge.

Alle Daten und Testergebnisse zum Sonos PLAY:3

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