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Vollverstärker Simaudio Moon 340i im Test

Der Moon 340i bietet trotz seiner kompakten Bauform viele Anschlüsse und Funktionen. Wie klingt der Vollverstärker im Test?
Simaudio Moon 340i
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© Hersteller/Archiv

Moon 340i
Gesamtwertung: gut - sehr gut, 79 Punkte
Preis/Leistung: überragend
  • +perfekt verarbeitet, kompakt
  • +optional mit XLR, Phono und D/A-Wandler mit USB nachrüstbar
  • +diverse Steuer- und Kontrollanschlüsse
  • +Systemfernbedienung
  • +klingt außerordentlich fein und stimmig

Seit 30 Jahren baut die kanadische Firma Simaudio HiFi-Komponenten, seit 1997 tragen die High-End-Serien den Namen Moon. Der 340i stellt das aktuelle Topmodell der Moon-Serie dar und löst seinen Vorgänger i3.3 ab.

Moon 340i: Aufbau

Für seine Daten wirkt der Verstärker verblüffend kompakt. Dass er aber durchaus Substanz besitzt, merkten die Tester bereits beim ersten Versuch, ihn auf das Rack des Hörraums zu stellen, denn er wirkt haptisch wie aus einem einzigen Metallblock gefräst und ist für seine zierliche Größe wirklich schwer. Um so erstaunlicher wirkt sein modulares Konzept, denn wirklich viel Platz bietet das Gehäuse nicht.

Drei Funktionsgruppen lassen sich nachrüsten, wenn man sie nicht gleich ab Werk mitbestellt. Im Testgerät installiert waren die symmetrischen XLR-Eingänge, die mit fairen 200 Euro extra zu Buche schlagen. Für 320 Euro lässt sich ein Phono-Eingang für MM- und MC-Systeme  nachrüsten. Auch ein Satz Digitaleingänge ist nachinstallierbar. Die neueste Version der Digital-Wandlerplatine für 600 Euro Aufpreis verfügt über vier Eingänge: einen optischen, zwei als Cinch und zu guter Letzt eine USB-Schnittstelle. Der Wandler verarbeitet durchgängig 192 Kilohertz und 24 Bit. Alle Zusatzmodule integrieren sich nahtlos in die Bedienung des 340i.

Das Design des Moon 340i zeigt den typischen, spiegelsymmetrischen Aufbau. Hinten in der Mitte steht senkrecht die optionale Platine mit den symmetrischen Eingängen. Die Digital-Nachrüstplatine und das Phonomodul werden schwebend über der Mutterplatine angebracht. © Hersteller / Archiv
Das Design des Moon 340i zeigt den typischen, spiegelsymmetrischen Aufbau. Hinten in der Mitte steht senkrecht die optionale Platine mit den symmetrischen Eingängen. Die Digital-Nachrüstplatine und das Phonomodul werden schwebend über der Mutterplatine angebracht.

Moon 340i: Anschlüsse

Auch sonst mangelt es dem Moon nicht an cleveren Funktionen und Anschlüssen. Er bietet auf der Front beispielsweise neben der ausgewachsenen Kopfhörerbuchse einen Miniklinken-Eingang zum Anschluss mobiler Audiogeräte oder was man sonst so mal eben kurzfristig über die Anlage laufen lassen möchte.

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Auf dem rückseitigen Anschlussfeld finden sich neben den robusten und durchgängig vergoldeten Standardanschlüssen für Lautsprecher und Cinchkabel standardmäßig eine nicht nur in Verbindung mit dem Phonomodul nützliche Masseklemme. Zwei Vorverstärker-Ausgänge ermöglichen zum einen die Verwendung externer Endstufen. Weil aber einer der Ausgänge einen fixen Pegel besitzt, lässt sich diese entweder für ein analoges Aufnahmegerät verwenden oder zur Integration des 340i in eine Surround-Anlage.

Moon 340i: Steuerung

In der Mitte findet sich ein komplettes Quintett an Steuer- und Kontrollanschlüssen, die, clever genutzt, den Nutzwert und Komfort des Verstärkers weiter verbessern. Wer ein Raumsteuersystem à la Crestron verwendet, der kann den Moon mittels serieller RS-232-Schnittstelle sicher steuern. Um ein einfacheres Steuerproblem zu lösen, lässt sich ein externer Infrarot-Empfänger einstöpseln. Dann kann der Moon beispielsweise im Schrank verschwinden, wo ihn sonst des Musikliebhabers Fernbedienungsbefehle nicht erreichen könnten.

Kaum zu fassen, dass in dem kompakten Gehäuse des 340i noch Zusatzplatinen Platz finden. Die XLR-Eingänge stehen senkrecht. Die D/A-Wandlerplatine kommt wie die Phonoplatine in die zweite Etage. Praktisch: Fixpegel und variable Vorverstärker-Ausgänge und Anschlüsse für die externe Steuerung. © Hersteller / Archiv
Kaum zu fassen, dass in dem kompakten Gehäuse des 340i noch Zusatzplatinen Platz finden. Die XLR-Eingänge stehen senkrecht. Die D/A-Wandlerplatine kommt wie die Phonoplatine in die zweite Etage. Praktisch: Fixpegel und variable Vorverstärker-Ausgänge und Anschlüsse für die externe Steuerung.

Wer mehrere Moon-Komponenten verwendet, kann deren Steuerung über den Befehlsbus SimLink übernehmen und so die serienmäßige Systemfernbedienung voll nutzen. Schließlich gibt der 340i im Betrieb ein 12-Volt-Trigger-Signal aus, mit dem sich universell viele Komponenten aus der Ferne einschalten lassen.

Auf der Front gibt es eine Standby-Taste. Wer den Moon wirklich abschalten will, muss den rückseitigen Netzschalter betätigen. Das große, klassische LED-Display lässt sich auch aus vielen Metern Entfernung gut ablesen und abschalten. Ohne das D/A-Wandler-Modul bleibt die vierstellige Zusatzanzeige funktionslos. Die Lautsprecher lassen sich temporär stumm- oder ganz abschalten. Der Miniklinken-Eingang auf der Front besitzt eine eigene Taste für die Eingangswahl.

Die mitgelieferte Systemfernbedienung steuert auch andere Moon-Komponenten wie D/A-Wandler und CD-Spieler. Sie liegt gut in der Hand, aber sie bleibt haptisch deutlich hinter dem Eindruck des Verstärkers zurück.

Moon 340i: Hörtest

Im Hörraum fiel den Testern auf, dass der 340i im Vergleich zu den anderen Probanden deutlich weniger Wärme produzierte. Das spricht für einen guten Wirkungsgrad der Endstufenschaltung, obwohl diese bis fünf Watt im reinen Class-A-Betrieb arbeitet.

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Beim Hörtest wirkte der Moon sofort ungemein spielfreudig und offen. Jede Form der Musik zelebrierte der Flachmann mit einer angenehmen Direktheit. Die Stimme von Sara K. von unserer Titel-CD klang mit keinem anderen Amp offener. Doch je länger die Tester hörten und je öfter sie auf die anderen Testteilnehmer umsteckten, desto mehr kristallisierte sich heraus, dass der 340i seine etwas geringere Leistung sympathisch versteckt: Wurde es richtig laut, dann griff sein Limiter ein. Aber nicht, indem er abschaltete, sondern indem er beisspielsweise große Klangkörper wie Konzertflügel einfach ein wenig kleiner darstellte. Vielleicht auch deshalb ist er der beste Verstärker der  stereoplay-Spitzenklasse.

 
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