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Testbericht

Quadral Montan VII

Testergebnis
94.0 Punkte
5000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

Die Einsteigerbox für Bändchen-Liebhaber: kultiviert, ausgewogen und bassgenau.

Die römisch geschriebene „VII" kündet bei Quadral tatsächlich von der Generationszahl der Aurum-Serie. Wobei die Montan VII in der seit 25 Jahren existierenden Baureihe zu den kompaktesten Boxen zählt, Konstruktion und Abstimmung oblagen noch dem bisherigen Quadral-Entwickler Berndt Stark. 

Der Bass muss hinter Gitter

Hier verbaute er modernstes Chassis-Material mit leichtem Retro-Chic, für das silberne Schimmern von Tief- und Mitteltöner zeichnet „Altima" verantworlicht, eine Mischung aus Aluminium, Titan und Magnesium. Es soll die.physikalischen Vorteile aller drei Metalle vereinen und charakteristische Resonanzen, die insbesondere dem Magnesium nachgesagt werden, von vornherein verhindern. Ein stattliches Maß von 26 Zentimetern weist der Bass auf, der in einer recht ungewöhnlichen Umgebung spielt: Er ist zwar nicht scharf wie ein Rasierer, trotzdem muss er hinter Gitter. Quadral nennt diese Konstruktion etwas irreführend „Druckkammer“, mit einem Bandpass hat das jedoch nichts zu tun: Die Luft vor der Membran resoniert nicht als eigene Masse, sondern wird lediglich behutsamer an die unterschiedlichen Druckverhältnisse von Membrannähe und Freifeld angekoppelt, was Wirkungsgrad und damit Klirrverhalten verbessern soll.


Bild vergrößern 880 1000 http://img3.magnus.de/image-r880x1000-C-65876385-12843225.jpg Links die Frequenzweiche, im Hintergrund der Basstreiber. © Foto:Härle
© Foto:Härle

Links die Frequenzweiche, im Hintergrund der Basstreiber.

Der leuchtende Stern des Chassisteams ist natürlich der Hochtöner, der in den Quadral-Prospekten als „Bändchen" bezeichnet wird. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Bändchen, bei dem eine stromdurchflossene Metallfolie in einem starken Magnetfeld schwingt, sondern eigentlich um einen Magnetostaten: eine nicht leitende Folie, auf die -mehrere Leiterbahnen aufgeklebt sind, was gegenüber dem klassischen Bändchen den Wirkungsgrad beträchtlich erhöht und Probleme mit zu geringen Impedanzen von vornherein vermeidet. Doch Quadral hat noch einige Tricks auf Lager: Um den horizontalen Abstrahlwinkel zu erhöhen, gerieten die Schlitze des massiven Schutzgitters relativ lang und schmal; vertikal vergrößert sich der Abstrahlwinkel so allerdings nicht. Und Spötter mag die Form der Box entfernt an einen Grabstein erinnern. Ihnen sei jedoch gesagt, dass sowohl der akustische Zweck der abgeschrägten Kanten als auch die superbe Qualität des Echtholzgehäuses völlig außer Zweifel stehen.

Hörtest

Wer angesichts der optischen Dominanz von Tief- und Hochtöner eine unausgewogene Vorstellung erwartet hatte, wurde von der Montan eines Besseren belehrt: Klangfarbentreu und dezent, mit niemals vorlauten Höhen spielte sie sich durch den recht hell abgemischten „Feuerzauber" (Wagner, „Walküre“, Karajan, DG), kombinierte dabei die Detailtreue eines Bändchens mit der homogenen Spielweise einer Kalotte. Damit errang sie schnell die Sympathien des AUDIO-Kollegen Bernhard Rietschel, der ihren impulsiv-knackigen Bass ebenso lobte wie die Ausgewogenheit selbst bei grenzwertig aufgenommenen CDs (Lyn Leon, „Private Pop“). Die Dynamikprüfung mit „Es werde Licht" (Haydn, „Schöpfung“, Bernstein) meisterte das Chassis-Gespann mit Bravour, selbst im Fortissimo fehlte es nicht an Übersicht und Klarheit. Da musste die Redaktion schon sehr weit oben ins Regal greifen, um die Quadral einzufangen: Die Revel Performa F-52 offerierte bei einer ähnlichen tonalen Abstimmung den weiteren Raum, den trockeneren Bass, die bessere Ortbarkeit, aber sie übertrumpfte die runde und detailreiche Performance der Quadral doch nur in subtileren Disziplinen. Die Geithain ME-150 bot da eine brillantere und spritzigere Vorstellung, sie musste aber angesichts der quantitativen Übermacht der Quadral klein beigeben.

Die Aufstellung

Beim Überprüfen verschiedener Aufstellungsvarianten erwies sich die massige Box mit dem breiten Fahrgestell allerdings als Zicke: Wer oberhalb der Höhe ihres Bändchens – oder gar im Stehen – hört, erlebt einen eher muffigen, glanzlosen Schallwandler. Wer die VII mit dem Rücken zur Wand aufstellt, dem wird ihre Basspräzision womöglich hinter einem unpräzisen Gewittergrollen verborgen bleiben.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 32,0 x 107,0 x 37,0 cm
Gewicht 46,0
Oberflächen
Farbe Ahorn, Kirsche, Graphit, Cremeweiß
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 3
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse Bi-Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz. nein
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert 105 dB
untere Grenzfrequenz (-3dB) 37 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 32 Hz
Nennimpedanz (Audio) 4 Ohm
Bewertung  
ja Ausgewogene und bassgewaltige Vorstellung mit klaren Höhen
nein Aufstellungskritisch, könnte etwas frischer spielen
Bassqualität 90
Basstiefe (Bassfundament) 90
Detailtreue (Präzision) 95
Feindynamik 100
Maximalpegel (Lebendigkeit) 90
Neutralität 95
Ortbarkeit 90
Räumlichkeit (Luftigkeit) 95
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil überragend 94
getestet in Ausgabe: 10/07


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