Testbericht Pro-Ject Stream Box DS
- Testbericht
- Datenblatt
- stereoplay
Pro-Ject Stream Box DS
- Hersteller
- Pro-Ject
- UVP
- 735 €
- Wertung
- 103.0 Punkte
- Testverfahren
- 1.0
- +HD-fähig
- +Gapless-Play
Die Phono Box und ihre frühen Geschwister liefen noch als Zubehör neben dem Plattenspielergeschäft her. Mittlerweile ist die Elektroniklinie zur weit verzeigten Großfamilie angewachsen, die mit dem Plattenspieler-Zweig inzwischen nicht nur in der Zahl ihrer Mitglieder, sondern auch in puncto Umsatz gleichgezogen ist.
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Die Streaming-Plattform ist klar die größte (und teurste) Platine im Pro-Ject-Player. Das Audio-Board sitzt links daneben, der winzige DAC versteckt sich darauf rechts vorne unter der Bandkabel-Brücke.
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Kleinwüchsig & Kompetent
Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht: Immer leistungsfähiger und vielseitiger werden die Mini-Komponenten der Wiener Marke. Vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Stream Box DS, ein ausgewachsener Netzwerkplayer mit ebenso ausgewachsenem Preisschild. Auch das Gehäuse ist vergleichsweise groß und misst zwei Höhen- und zwei Breiteneinheiten im Pro-Ject-Raster, das auf dem kleinsten Boxformat beruht. Nur Kennern dürfte auffallen, dass die Frontplatte nicht wie bisher mit weichen Radien, sondern nun mit klaren Kanten ausgeschnitten ist – ein Facelift, der alle zukünftigen Box-Modelle betrifft, wobei es in der Übergangszeit und auf Anfrage auch noch Geräte im alten Styling geben soll.
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Stream700 heißt die Gastspieler-Platine in der Stream Box, sie kommt fix und fertig samt strahlendem, fein auflösendem TFT-Monitor, der die Menüs, Titel- oder Senderlisten, Angaben über die aktuell spielende Musik und auch – falls vom Server ausgegeben – das Albumcover anzeigt. Der Screen bleibt entweder nonstop an, oder er fällt nach einem einstellbaren Zeitintervall automatisch in einen Schlafzustand. Besonders sensible Hörer werden womöglich einen Unterschied hören, einen Hauch mehr Klarheit und Ruhe, wenn der Schirm aus ist. Dieselben werden es auch sein, die instinktiv dem mitgelieferten Steckernetzteil misstrauen und nach einer stabiler geregelten, rausch- und störärmeren Quelle für jene 9 Volt Gleichstrom Ausschau halten, die das Gerät benötigt.
Praxis: Musikarchiv anlegen und ordnen
Die Project-eigene Wandler- und Ausgangsplatine dürfte in der Strombilanz allerdings kaum einen Anteil haben – sie an Minimalismus zu überbieten hätte bedeutet, entweder den analogen oder den digitalen (Koax-) Ausgang vollends wegzulassen. Ähnlich wie schon im Denon DNP-720AE dient ein einziger Chip als kombinierte Wandler-, Analogfilter- und Ausgangsstufe. Hier ist es ein CS4344 von Cirrus Logic – ein winziger Zehnfüßer, den nur ein paar Zentimeter Leiterbahn, ein Mute-Relais und zwei kleine Kondensatoren zum Abblocken allfälliger Gleichspannungsanteile von den Ausgangsbuchsen trennen.
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Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen
Ein naheliegendes Vergleichsgerät war der ebenfalls auf dem Stream700-Frontend basierende Musical Fidelity M1 CLIC, dessen aufwendigere Wandlersektion im Bass deutlich mehr Druck machte und die virtuelle Bühne breiter in den Hörraum zimmerte. Was nichts daran änderte, dass Stimmen und Saiten über den Project zugänglicher und noch feiner moduliert schienen. Wie immer erleichterte die Vorstufe Ayre K-5XE mit ihrer reproduzierbar in Ein-dB-Schritten wirkenden Lautstärkeregelung diesen und andere Vergleiche. Als Endstufe spielte die dazu passende Ayre V-5XE, über ganz normale Lautsprecherkabel verbunden mit den durch Dauer-Testeinsatz optisch etwas mitgenommenen, aber immer noch hervorragend klingenden Paar KEF Reference 207/2.
Sieht man von den zusätzlichen Analog- und Digitaleingängen des CLIC ab, die der Stream Box fehlen, glichen sich die Player im Praxisverhalten wie ein Ei dem anderen. Beide schlucken also auch hochauflösende Musikdateien bis 24bit/ 192kHz und spielen durchgehende Live- oder Konzeptalben unterbrechungsfrei ab. Sie erschließen einen per USB angeschlossenen iPod als zusätzliche, fernsteuerbare Digital-Musikquelle, bieten eine schwindelerregende Auswahl von Internetradio-Sendern samt Volltext-Suchfunktion und ziehen sich Software-Updates ohne großes Theater übers Web. Die Wiener haben also gut daran getan, nicht in die Ferne zu schweifen.
Fazit
Die Entwickler der Stream Box haben dem Netzwerkbereich offenbar oberste Priorität gegeben und mit dem, was an Budget übrigblieb, eine minimalistische, aber hervorragend funktionierende Audioplatine gebaut. Das Resultat ist ein Player, der dank Gapless- und HD-Fähigkeit wirklich jedes Album in jeder verfügbaren Auflösung überzeugend spielt, und dessen Klang nahelegt, dass die alte „Quelle zuerst“-Konstruktionsprinzip auch bei Netzwerkplayern gilt. Besser als in der Stream Box dürfte der hier verwendete Wandlerchip jedenfalls noch nie geklungen haben.
Alle Daten und Testergebnisse zum Pro-Ject Stream Box DS