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Media-Player Popcorn Hour A-400 im Test

Popcorn-Hour-Wunderabspieler genießen einen hervorragenden Ruf. Der neue A-400 kann jetzt noch mehr – und das sogar lautlos.
Popcorn Hour A-400
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© Hersteller / Archiv

Popcorn Hour A-400
Gesamtwertung: sehr gut - 87 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +universeller Audio- und Video-Netzwerkspieler
  • +spielt Surround, gapless und 3D-Bild
  • +integrierte Mediathek
  • +klingt angenehm neutral

Wäre das nicht toll, wenn man einen Player für alle Medien besäße – mit nur einem Bedienschema und nur einer Fernbedienung. Solange es sich um reine Daten handelt, bieten die Modelle von Popcorn Hour genau das seit einigen Jahren. Jetzt bringt der Hersteller Syabas mit dem Popcorn Hour A-400 die neueste Evolution seines kleinen Modells – jedoch mit Fähigkeiten, die größtenteils bereits jenseits des noch aktuellen Topmodells C-300 liegen. Und stereoplay konnte dem deutschen Vertrieb die erste der Serie entsprechende Maschine – noch mit dem Aufkleber „Engineering Sample“ – entreißen.

Popcorn Hour A-400: Formate

Der zentrale Baustein auf der neuen, ultrakompakten High-Tech-Mutterplatine ist der Decoder-Chip Sigma Designs SMP 8911. Er ermöglicht eine Arbeitsgeschwindigkeit, die bislang unerreichbar schien, und decodiert erstmals alles, was aktuelle Blu-ray-Player auch abspielen, bis hin zu 3D mit Full-HD-Auflösung.

Im Querschnitt erkennt man die passive Kühlung für Prozessor (unten) und Festplatte (oben). Rasend schnellen Datenaustausch gewährleisten USB-3.0-, Gigabit-LAN- und eSATA-Anschlüsse. © Hersteller / Archiv
Im Querschnitt erkennt man die passive Kühlung für Prozessor (unten) und Festplatte (oben). Rasend schnellen Datenaustausch gewährleisten USB-3.0-, Gigabit-LAN- und eSATA-Anschlüsse.

Auch in Sachen Audio verarbeitet der A-400 alles von MP3 bis zu hochauflösenden Formaten wie FLAC und WAV bis zu 192 Kilohertz Samplingrate und 24 Bit sowieso. All das darf auch mehr als zwei Kanäle besitzen und wird gapless (ohne Pausen) für Klassik- und Livekonzert-Fans abgespielt. Springen und Suchlauf beherrscht der Player ohnehin.

Test: Denon Ceol Piccolo

Das gilt auch für Videodateien: „Poppy“, wie er von Fans liebevoll genannt wird, spielt alle gängigen Container (MOV, MKV, AVI, WMV und mehr) mit allen gängigen MPEG- und DivX-Derivaten und verarbeitet sogar ISO-Image-Dateien und Dateistrukturen von DVD und Blu-ray Disc, als läge eine Scheibe im Laufwerk. Neben der Ausgabe von 2D-kompatiblen 3D-Videos im Side-by-Side-Format verdaut der Player nun Daten von 3D-Blu-ray.

Serienmäßig bringt der A-400 einen Schnellwechselrahmen für 3,5-Zoll-SATA-Festplatten bis 4 Terabyte mit. Die Festplatte ist denn auch das Einzige, das am Popcorn Hour ein Geräusch erzeugt. © Hersteller / Archiv
Serienmäßig bringt der A-400 einen Schnellwechselrahmen für 3,5-Zoll-SATA-Festplatten bis 4 Terabyte mit. Die Festplatte ist denn auch das Einzige, das am Popcorn Hour ein Geräusch erzeugt.

Popcorn Hour A-400: Quellen

Daten können über alle nur erdenklichen Wege kommen, von LAN, eSATA, USB, neuerdings USB 3.0 und SD-Karte. Der Popcorn Hour ist aber schon seit Beginn nicht nur Client, sondern auch Server. Hierfür lässt sich eine SATA-Festplatte seitlich einschieben, die bis zu vier Terabyte fassen darf. Angeschlossene Medien werden eingebunden und im Netzwerk bereitgestellt.

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Ein App Store erlaubt die Installation zusätzlicher Programmquellen und Funktionen von YouTube über Mediatheken bis zu Internet-Radio. Die integrierte Media-Jukebox bereitet, eine gewisse Disziplin bei der Ordnung und Namensgebung vorausgesetzt, fast automatisch die eigene Mediathek auf. Grafisch chic gestylt, steht sie auch auf dem iPad per kostenloser App bereit.

Die integrierte Mediathek Networked Media Jukebox stellt die gespeicherte Musik und Filme optisch dar, jetzt auch per iPad-App. © Hersteller / Archiv
Die integrierte Mediathek Networked Media Jukebox stellt die gespeicherte Musik und Filme optisch dar, jetzt auch per iPad-App.

Popcorn Hour A-400: Hörtest

Ein Genuss war der passiv gekühlte A-400 im Hörraum. Er funktionierte schon mit der Beta-Firmware des Testgeräts stressarm. Er klang präzise, musikalisch, etwas nüchtern, aber stets dynamisch. Die Bildqualität entsprach der von guten BD-Playern. 

Decoder-Chip SMP8911

Popcorn-Hour-Hersteller Syabas kooperiert mit dem Chiphersteller Sigma Designs. Syabas wird exklusiv mit dem neuen Decoder-Chip SMP8911 beliefert, der praktisch alle gängigen und alle High-End-Audio- und Videoformate beherrscht und das auf der Audioseite bis 192 Kilohertz und in Surround und videoseitig auch die 3D-Techniken des digitalen Fernsehens: Side by Side und Blu-ray, Top-Bottom-Modus für 720p-Formate und eben auch H.264 MVC (Multi Video Codec) für 1080p-3D. Dazu muss er zwei vollständige Full-HD-Signale parallel verarbeiten können, was diese Multimedia-Chips bislang nicht beherrschten. Der SMP8911 leistet das als erster Decoder-Chip dank zweier 800-MHz-Prozessorkerne.

Syabas Decoder-Chip SMP8911 © Hersteller / Archiv
Syabas Decoder-Chip SMP8911

Der Chip beinhaltet auch Sigmas hervorragendes VXP-Video-Processing, das sich insbesondere bei der Wiedergabe von geringer aufgelösten Videos (DVD, YouTube etc.) durch seine adaptiven Filter, superstabiles De-Interlacing und wunderbar scharfe Skalierung auszeichnet. Es war verblüffend zu sehen, welche Qualität insbesondere geringer aufgelöste Bilder auf der Leinwand zeigten: knackscharf, rauscharm und reich an Details, wie das selten zu bestaunen war, und ohne, dass es „glattgerechnet“, sondern einfach „besser“ aussah. Toll.

 
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