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Testbericht Pioneer SC LX 76 + BDP 450 im Test

Pioneer synchronisiert die Taktung von AV-Receiver und Blu-ray-Player über PQLS. Ob das den Klang verbessert, zeigt der Test.
Pioneer BDP 450
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© Hersteller / Archiv

Pioneer BDP 450
Gesamtwertung: überragend, 103 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +SACD und DVD-Audio
  • +Audio/Video-Streaming-Client
  • +mehrkanaltauglich
  • +direkte App-Steuerung
  • +2x 3D-HDMI

Blu-ray-Player: Pioneer BDP 450

Der Blu-ray-Player Pioneer BDP 450 bietet nur noch digitale Anschlüsse. Einzig die Netzspannung mit 50 Hz ist analog angedockt. Der Player arbeitet auf Media-Tek-Basis und spielt neben den Standardmedien DVD-Audio und SACD. Der integrierte Streaming-Client unterstützt HD-Video und -Audio, gerne auch Mehrkanal, kein Gapless, aber Suchlauf. Der BDP 450 lässt sich über eine gemeinsame App (iControlAV) mit dem Verstärker kontrollieren. Die App kann den Player auch autonom steuern.

Wie zu erwarten, bietet der BDP 450 eine gute Verarbeitung. Unter der Haube geht es mit einem ungekapselten Laufwerk und simplen Netzteil preisgemäß zu. Wer einen ordentlich gemachten Universal-Player mit doppeltem HDMI-Anschluss und gutem Streamer sucht, findet hier ein optimales Preis/Leistungsverhältnis vor.

Pioneer BDP 450

Pioneer BDP 450
Der BDP 450 wirkt gemesssen an seinem Budget perfekt verarbeitet und dezent designt. Das kristallklare Matrixdisplay ist dimmbar und mit seinem hohen Kontrast auch aus mehreren Metern gut abzulesen. Der USB-Eingang nimmt Speichersticks, Kartenleser und Festplatten entgegen; hinten findet sich ein zweiter.

Pioneer SC LX 76
Gesamtwertung: gut - sehr gut, 79 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
  • +9 Schaltendstufen
  • +exzellenter Einrichtungsassistent
  • +Stereo-Streaming-Client
  • +Jitterkiller PQLS

AV-Receiver: Pioneer SC LX 76

Der Pioneer-Receiver SC LX 76 protzt mit Vollausstattung. Auf der Habenseite verbucht der Pioneer das Einmess-System MCACC statt des frei lizenzierbaren Audyssey. Immerhin neun der feinen "Direct Energy HD"-Class-D-Schaltendstufen arbeiten im extra geschirmten Untergeschoss. Neben UKW gibt es mit RDS Radio vom integrierten Streaming-Client noch Stationen aus aller Welt. Hochauflösende Dateien aus dem lokalen Netzwerk spielt der 76er ebenfalls, Suchlauf und Gapless gibt es aber nicht, dafür kann der Amp die Daten per mitgeliefertem WLAN-Modul empfangen. Via Airplay beamen Apple-Geräte ihre Musik drahtlos zum Gerät.

Zwei AV-Receiver-/ Blu-ray-Player-Kombis im Test

Die Videosektion bietet den zukünftigen superhochauflösenden 4K-Bildern zumindest die Durchleitung. Dafür zeigt sie nicht nur Videos von einem angeschlossenen iPod, iPad oder iPhone, sondern bietet obendrein einen MHL-(Mobile High Definition Link-)fähigen HDMI-Eingang auf der Front. Größere Android-Smartphone-Modelle lassen sich so digital mit HD-Bild und voller Tonauflösung anschließen. Der Scaler des Receivers sorgt für ein formatfüllendes, knackscharfes Bild und schaltet sogar Hoch- und Querformat entsprechend um. Filme und Fotos vom versuchsweise angeschlossenen Samsung Galaxy Note sahen jedenfalls sensationell aus, und Musik klang ausgezeichnet. Kabel für Apple und MHL liegen dem SC LX 76 bei.

Ein wenig enttäuschend geriet dem Pioneer die digitale Wandlung analog zugespielter Videos, auch wenn dies in der Praxis eine immer geringere Rolle spielt. Das Luminanz- Signal wandelte er mit etwas über 5 Megahertz, was gut ist, aber beim Farbsignal fehlte mit rund 1 MHz bei FBAS und rund 2 MHz bei Component doch sichtbar der Knack. Dafür gelangen die Skalierung und die Vollbildwandlung stabil sowie tadellos arm an Artefakten.

Pioneer SC LX 76: Digitalfilter

Neben dem PQLS und dem auch auf Phasenlage sowie Gruppenlaufzeit spezialisierten MCACC-Einmess-System bietet der Pioneer-Receiver weitere audiophile Leckerbissen. Mit "Hi-bit 32" kann man ein Upscaling für Audiosignale auf bis zu 32 Bit einschalten. Außerdem lässt sich das Digitalfilter der D/A-Wandlung zwischen drei Charakteristika umschalten. In Hörversuchen konnten die Tester sich nicht einigen, ob die Interpolation auf 32 Bit stets einen Fortschritt bringt. Bei geringer aufgelösten Signalen wie CD brachte das Aufblasen der Bitmenge eine etwas detailreichere Darstellung, bei vielen hochaufgelösten Eingangssignalen klang es oft nur etwas anders, nicht besser. Das sollte jeder einmal selbst versuchen, es lässt sich direkt mit der Fernbedienung umschalten. Die drei Filter brachten durchaus unterschiedliche Ergebnisse in puncto Präzision und Musikalität. Den Testern gefiel "Slow" am besten; hier tönte es ein wenig zurückhaltender, aber wunderbar fließend. Mit den schnelleren Filtern geriet der Klang präziser, aber auch steriler.

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Was die Bedienung angeht, bietet Pioneer ein angenehm aufgeräumtes Menü und eine Schritt-für-Schritt-Einrichtungsassistenz, wahlweise als Windows- Programm, Apple- oder Android-App namens AV-Navigator. Diesen gibt es wie auch die Fernsteuer-App in optimierten Versionen für iOS- und Android-Tablets, also nicht nur für Smartphones. Bravo.

Hörtest

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Den Verstärker charakterisierte ein wuchtiges, erdiges Klangbild, dessen etwas zurückhaltende Höhen dennoch fein auflösten. In den Mitten malte der Pioneer reiche Klangfarben. Zusammenfassen lässt sich das mit "vollmundig".

Schalteten die Tester PQLS ab, ließ sich das schwächere Glied in der Kette deutlich hören. Schalteten sie erneut ein, löste sich das Klangbild signifikant besser von den Lautsprechern, Details in Raum und Klangfarben ließen sich leichter separieren. Je nach Material und Medium sprangen die Wertungen locker ein bis drei Klangpunkte nach oben.

 
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