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Onkyo TX-NR 5007
Von wegen „Video Killed The Radio Star“: Das neue Onkyo-Flaggschiff offeriert Oberklasse-Bildverarbeitung und bringt obendrein Internet-Radio ins Wohnzimmer. Doch geht der Fortschritt auf Kosten des Klangs?
Wo soll das noch hinführen? Wenn man alle Details des neuen AV-Receivers Onkyo TX-NR 5007 stichpunktartig abhandeln wollte, würde das schon den für diesen Test zur Verfügung stehenden Textrahmen sprengen. Selten war eine dieser All-in-One-Audio-Video-Steuerzentralen für Bild und Ton derart hoch gerüstet und dann auch noch so mustergültig aufgebaut, dass man sich allein darüber schon zahlreiche Absätze lang auslassen könnte. Professionelle Testberichte gibt es ja gerade deshalb: um die Informationsfülle auf einen leichter verdaulichen Happen einzudampfen. Doch dieser 25 Kilo-Brummer bringt den Kopf jedes Autors zum Qualmen – er ist eine echte Herausforderung.
Kommen wir also gleich zur Sache, um keine Zeile zu verschwenden. Onkyo spendierte dem neuen Flaggschiff nicht nur neun Verstärker-Kanäle, die im Labor üppiges Leistungspotenzial unter Beweis stellten. Die Japaner packten auch noch State-of-the-Art-Video-Technologien dazu, etwa den edlen Video-Prozessor HQV Reon VX, der Standard-Video-Signale mit größtmöglicher Sorgfalt auf 1080p skalieren kann, und legten noch die Netzwerk-Tauglichkeit obendrauf.
Alles für Anschlüsse und Kurzschlüsse: Das Kontaktfeld des Onkyo lässt keinen Wunsch offen, außer den nach eindeutiger Kennzeichnung der Lautsprecherklemmen.
Wer sich ob dieser geballten High-Tech-Ladung in einem gemeinsamen 43,5 x 19,9 x 46,4 Zentimeter großen Gehäuse wegen möglicher Klangbeeinträchtigungen Sorgen macht, der dürfte durch den Anblick des pikobello aufgebauten Innenlebens erleichtert aufatmen. Klare Sache, dass alle Audio-Gourmets ihre Blicke zuerst über das die gesamte vordere Hälfte des Gehäuses einnehmende Netzteil schweifen lassen. Diese Mutter aller Receiver-Stromversorgungen ist spiegelbildlich aufgebaut. In der Mitte thront ein längs liegend eingebauter, von einer dicken Metallhülle gekapselter Ringkerntransformator für die neun senkrecht eingebauten Endstufen. Auf beiden Seiten sitzen zusätzliche Transformatoren zur getrennten Versorgung der Audio-Kleinsignal- und Videoverarbeitung. Vom restlichen Receiver-Innenleben ist die Trafosektion durch die Endstufen-Kühlkörper separiert, eine Wand aus verripptem Aluguss, die zumindest gegen elektrische Felder auch eine gewisse Abschirmwirkung entfaltet. Die beiden riesigen 22.000-Mikrofarad-Elektrolytkondensatoren für die Leistungssektion sitzen zwischen den Endstufen im Zentrum des Receivers. Am Heck, direkt hinter den Anschlüssen, befindet sich, in mehreren Etagen aufgebaut, die Bild- und Ton-Verarbeitung. Die Eingangssektion bedient bis zu acht HDMI-Quellen wie HDTV-Tuner oder Blu-ray-Player und zwei HDMI-Bildausgabegeräte, was Flat-TV- und Beamer-Kombi-Nutzer erfreut.
Augenweide für Audiophile: Mit einem Innenaufbau wie aus dem Lehrbuch wartet der TX-NR 5007 auf.
Keine Frage, wer anschließend in Surround mit Filmen wie „Wall-e" am eindrucksvollsten auf die Pauke haute und Special Effects zum perfekten Auftritt verhalf: der Onkyo natürlich. Doch auch mit Musik-DVDs wie „Norah Jones Live In New Orleans" (EMI) konnte der Hans Dampf punkten. Er zeichnete das Geschehen extrem präzise nach und schuf die Illusion von einem sehr großen Raum. Den Bass behielt er dabei vorbildlich unter Kontrolle. So abgegriffen das Wort „staubtrocken" auch sein mag, hier hat es seine Berechtigung. In den Höhen holte der 5007 jede Nuance aus den Aufnahmen. Im Gegensatz zum etwas relaxteren Denon konzentrierte sich der stürmische Newcomer allerdings mehr auf die Attacke als auf das Ausklingen von Saiten, was der Wiedergabe Tempo verlieh, aber Körper kostete. Dennoch endete auch der DVD-Durchgang mit Punktsieg für Onkyo.
Im entscheidenden HD-Tontest ging es schon enger zu. Der aufbrausende Onkyo konnte sein Frischeplus nicht mehr so leicht ausspielen. Das Powerplay des TX-NR 5007 wirkte fast schon „larger than live“, brachte aber gegenüber dem souverän-lässigen Denon keinen bedeutenden Zugewinn an Authentizität und Emotionalität mehr. Allerdings bildete der Onkyo messerscharf genau ab und schuf einen riesigen, besonders stabilen Raum. Ebenfalls unübertroffen: die Transparenz. Damit machte der Onkyo den Hattrick perfekt und sicherte sich dreimal ein Punkte-Polster auf das Vergleichsgerät aus der Bestenliste, was ihn an die Spitze der High-End-Klasse aufsteigen lässt.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Gattung (Rec. / Vollv./Vorver.) | Receiver |
| Abmessungen | 43,5 x 20,0 x 46,5 cm |
| Gewicht | 25,0 kg |
| Endstufen, Anzahl | 9 |
| Surround-Formate | |
| Kopfhörer-Surround | |
| HDCD-Wiedergabe | |
| Virtuell Surround | |
| Decoder f. HD-Formate | Dolby TrueHD / DTS HD Master |
| Ausstattung | |
| Farben | schwarz/silber |
| Fernbedienung | Lernfähige Fernbedienung |
| Bildschirmmenü | |
| Lip-Sync | Lip-Sync / - |
| Equalizer manuell | Equalizer |
| Bänder / Kanäle | 7 / 0 |
| Video-Normwandler | FBAS<>SV<>3K>HDMI |
| Skalierung | Analog auf HDMI + HDMI auf HDMI |
| Videojustage | Videojustage / Videojustage nach ISF |
| Netzbuchsen geschaltet | 1 |
| Autom. Einmessen | mit Equalizing |
| AV-Anschlüsse | |
| Digitaleingänge Cinch/ Front | 3 / 0 |
| Digitaleingänge optisch / Front | 4 / 0 |
| Digitaleingänge HDMI/ Front | 8 / 0 |
| Versionsnummer HDMI | 1.3 |
| Digitalausgang HDMI | 2 |
| Digitalausgänge Cinch | 0 |
| Digitalausgänge optisch | 0 |
| USB-Eingänge Front/ hinten | 0 / 1 |
| i-Pod-Anschluß | Dock |
| Netzwerkanschluß | Netzwerkanschluß / |
| Ethernet | |
| Multikanal-Eingang | 7.1 |
| Ausgänge Audio | 2 |
| Kopfhörerbuchse | Kopfhörerbuchse |
| Vorverstärkerausgang | 9.2 |
| Labor-Daten | |
| Sinusleistung Stereo 8 Ohm / 4 Ohm | 169,0 W / 275,0 W |
| Musikleistung Stereo 8 Ohm / 4 Ohm | 179,0 W / 293,0 W |
| Sinusleistung 5-Kanal 8 Ohm / 4 Ohm | 113,0 W / 206,0 W |
| Musik-Leistung 5-Kanal 4 Ohm / 8 Ohm | 219,0 W / 153,0 W |
| Sinusleistung 5-Kanal 4 Ohm | 206,0 W |
| Musik-Leistung 7-Kanal 4 Ohm / 8 Ohm | 186,0 W/ 137,0 W |
| HiFi-Sinusleistung 4 Ohm | 0 W |
| effektive Impulsleistung 4 Ohm front | 0 W |
| effektive Impulsleistung 4 Ohm Center / 4 Ohm surround | 0 W / 0 W |
| maximale Ausgangsspannung Z1 / Z2 | 0 V / 0 V |
| maximale Ausgangsspannung Z3 | 0 V |
| Anzahl der gemessenen Kanäle | 0 |
| Sinusleistung Surround 8 Ohm / 4 Ohm | 109 W / 175 W |
| Musikleistung Surround 8 Ohm / 4 Ohm stp | 137 W / 186 W |
| Störabstand Line / Multikanal-Eingang | 101,0 dB / 0 dB |
| Störabstand Phono MM / Phono-Normsystem | 75,0 dB / 73,0 dB |
| Störabstand Phono MC | 0 dB |
| Störabstand digital | 100,0 dB |
| Störabstand ProLogic front | 90,0 dB |
| Störabstand ProLogic Center | 94,0 dB |
| Leistungsaufnahme Standby/ Betrieb | 0,3 W / 137 W |
| Bewertung | |
| Kraftvoll, präzise und hochauflösend im Klang, perfekt ausgestattet im Bild. | |
| Unübersichtliche Lautsprecherklemmen-Beschriftung | |
| Klang Stereo | 90 |
| Klang surround | 95 |
| Klang HD | 110 |
| Bedienung | gut |
| Ausstattung | überragend |
| Verarbeitung | sehr gut |
| Preis / Leistung | sehr gut |
| Klangurteil | überragend 98 |
| getestet in Ausgabe: | 11/09 |

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