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Testbericht Nuforce DAC-9 im Test

Wenn es für futuristisches Design einen Preis gäbe, er würde definitiv an den NuForce DAC-9 gehen. Im Jahre 2005 gegründet und in Milpitas/Kalifornien beheimatet, gehört es zur Philosophie des Unternehmens, nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen seiner Kunden zu umschmeicheln.

Nuforce DAC-9 im Test
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© Nuforce

Nuforce DAC-9
Klangurteil: 120 Punkte
Preis/Leisung: sehr gut
  • +kraftvoller Klang
  • -USB unkomfortabel

Bei vielen Herstellern schlägt eine solche Firmenpolitik tiefe Wunden auf dem Konto des Käufers - nicht so bei NuForce: Was hier für das aufgerufene Geld geboten wird, ist geradezu verlockend, um das Wort günstig außen vor zu lassen. Und bildschön anzuschauen dazu - in seiner minimalistischen, kantigen Quaderform ist der DAC-9 ein echter Blickfang.

Technisch betrachtet ist der NuForce erst einmal nur ein D/A-Wandler - der einem PC oder Mac aber zu einer klanglichen Performance verhilft, wie sie Computern aufgrund ihrer unzähligen internen Störfelder für gewöhnlich systembedingt verwehrt bleibt.

Diese Störfelder streuen nicht nur direkt auf den Analogeingang ein, sondern behindern auch indirekt eine präzise Wandlung, indem sie den Datentakt durcheinanderbringen - also jenen gefürchteten Jitter erzeugen, der wiederum für hörbar schlechteren Klang verantwortlich ist.

Dank eines aktuell erhältlichen USB-Upgrades ist beim DAC-9 das Auslesen der Daten ab sofort auch in 192 kHz / 24 bit möglich - das beweist die Zukunftsfähigkeit dieses Wandlers.

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Wie jeder andere hochmoderne Wandler bietet er seine Dienste übrigens nicht nur CD-Playern an (deren eigene Wandler eventuell nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind), sondern durchaus auch anderen digitalen Zuspielern - etwa aus dem gerade sehr angesagten Streaming-Bereich.

So pusht der NuForce zum Beispiel die in weiten Kreisen beliebte Squeezebox Touch zu einem ganz und gar verblüffenden Auftritt - den man sich ein bisschen so vorstellen darf, als würde man einem Kleinwagen einen megafeurigen, nach Drehzahl gierenden V6-Cosworth-Triebwerk aus dem Motorsport einbauen.

Vielseitigkeit par Excellence

Wer mehr digitale Quellen hat, als der NuForce verwalten kann, macht etwas falsch: Mit ihrem berührungsempfindlichen Display erlaubt die amerikanische Bit-Zentrale ein bequemes Umschalten zwischen sechs Eingängen. Neben einem optischen sowie zwei koaxialen Entrées kann der Besitzer eines DAC-9 auch den digital-symmetrischen Eingang (AES/EBU-Studiostandard) und sogar den eher seltenen, aber aufgrund seiner hervorragenden elektrischen Eigenschaften optimalen BNC-Eingang nutzen. Experimentieren ist hierbei nicht nur erlaubt, sondern wird sogar ausdrücklich empfohlen.

Allzu beengt geht es beim DAC -9 nicht zu. Der gekapselte rote Transformator hält artig Abstand zur empfindlichen Elektronik – recht so!
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© Nuforce
Allzu beengt geht es beim DAC -9 nicht zu. Der gekapselte rote Transformator hält artig Abstand zur empfindlichen Elektronik – recht so!

Und wer nach einem langen Arbeitstag zu später Stunde nicht unbedingt die Nachbarn oder die Umgebung mitbeschallen mag, der wird sich beinahe spitzbübisch über den im DAC-9 vollkommen eigenständig aufgebauten Kopfhörerverstärker freuen. Über einen an der Vorderfront leicht zugänglichen Drehregler erfolgt die Lautstärkejustierung, mit einem satten Einrastgeräusch lässt sich der Headphone-Amp darüber auch ganz abschalten.

In friedlicher Eintracht residieren eine 6,3-Millimeter- sowie eine 3,5mm-Klinkenbuchse nebeneinander, wobei letztere auch als zusätzlicher digitaler Eingang dienen kann.

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Wer nicht unbedingt noch analoge Quellen verwalten will, kann sich mit dem DAC9 eine separate Vorstufe sparen - dank kräftiger Ausgangsstufen und digitaler Pegelregelung befeuert der NuForce Aktivboxen und Endstufen am allerliebsten direkt.

Um all dies zu ermöglichen, muss auf technischer Seite ordentlich geklotzt werden. Entsprechend hochwertige Zutaten verbauten die Ingeniere von NuForce in den DAC-9 - eine aufwändig geregelte Stromversorgung zum Beispiel, oder im Parallelbetrieb arbeitende D/A-Wandler vom Typ PCM 1798 aus dem Hause Texas Instruments.

May the For ce be with you : Über seine beiden XLR-Triebwerke beherrscht der NuForce jede Endstufe – eine Anschlussoption, die unbedingt ausprobiert werden sollte. Von den Digitaleingängen überzeugte BNC am meisten. © Nuforce
May the For ce be with you : Über seine beiden XLR-Triebwerke beherrscht der NuForce jede Endstufe – eine Anschlussoption, die unbedingt ausprobiert werden sollte. Von den Digitaleingängen überzeugte BNC am meisten.

Im Hörvergleich offenbarte der NuForce eine direkte, erfrischende Gangart. Die Stimme von Tori Amos in "I Can See New York" (aus "Scarlets Walk") betörte durch schillernden Farbenreichtum, gepaart mit der bildhaften Lupenreinheit eines Diamanten. Die Bassläufe waren schnell, trocken und präzise, ließen aber das finale Quentchen Tiefe vermissen.

Bei "The Greatest Story Ever Told" von Bill Wells & Aidan Moffat eröffnete der NuForce Einblick in allerletzte Details, ohne dabei in einen nervig analytischen Charakter zu verfallen. Lediglich eine leichte Unentschlossenheit im Tempo ließ ihn im direkten Vergleich zur Konkurrenz nervöser wirken. Allerdings verschwand dieser Eindruck beim Anschluss direkt an die Endstufe über XLR - dann wirkte das Klangbild erhaben und von Weite geprägt.

Fazit

Der Arcam sowie der NuForce sind zugegeben zwar keine günstigen, aber dafür äußerst reizvolle und tonal exzellente Vertreter ihrer Gattung. Der Amerikaner bietet eine zum experimentieren einladende Anschlussvielfalt und wildert nebenbei im Vorstufen- und Kopfhörerverstärkersegment. Der Arcam wird für unvergesslichen Musikgenuss sorgen, promised!

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