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Testbericht Naim Uniti 2 im Test

CD-Spieler, Netzwerkstreamer, DAB- und FM-Tuner, D/A-Wandler und Vollverstärker: Der Naim Uniti ist eine komplette Anlage, die keine Wünsche offen lässt – und als Version 2 jetzt sogar noch besser klingt.

Naim Uniti 2
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© Hersteller/Archiv

Naim Uniti 2
Klangurteil: 110 Punkte
Preis/Leistung: Sehr gut
  • +Solide und klangstark
  • +Voll ausgestattet

Das kann nicht gutgehen, war die erste, intuitive Reaktion, als der erste Uniti auf den Markt kam. So viele Funktionen in einem Gerät, und das von einem Hersteller, der seinen legendären Klang auch gerade mit der akribischen Separation der Funktionsbereiche erzielt? Der hochintegrierte Naim belehrte die Tester eines Besseren: Wenn man nicht gerade extrem gierige Lautsprecher anschloss, konnte der Uniti einen ganzen Gerätestapel ersetzen und dabei so mitreißend musizieren, dass der Begriff HiFi dafür schon fast als Verunglimpfung erschien.

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Während der folgenden drei Jahre erlangte der Streamingbereich des Uniti endgültig Konzertreife: In der laufenden Produktion hielten im September 2010 und Anfang 2012 die jeweils neuesten BridgeCo-Netzwerkchips Einzug, die zunächst die wichtige Gapless-Fähigkeit und dann auch die Unterstützung höchster Abtastraten bis 192kHz mitbrachten. Wie es sich gehört, boten die Engländer diese Upgrades auch für bestehende Unitis an – für ein paar hundert Euro lässt sich ein 2009er-Modell jederzeit auf den neuesten Stand bringen.

Naim Uniti 2: Aufbau

Der Uniti 2 hat seinen Namenszusatz etwas tiefer greifenden Änderungen zu verdanken, die wohl auch nicht nachrüstbar sein werden: Die britischen Entwickler haben sich den CD-Spieler, den Digital-Analogwandler und den Verstärkerteil nochmal vorgeknöpft. Für Ersteren greifen sie zu einem anderen Laufwerk, sagen Philips nach langer Treue good-bye und beziehen den Antrieb nun von Sanyo. Unverändert dagegen die magnetisch arretierte Schwenklade, seit vielen Jahren Markenzeichen fast aller Fotos: Archiv, MPS Naim-Player und wegen ihres simplen Funktionsprinzips, das nur eines massiven Lagers, aber keiner weiteren Führungen oder Lademotoren bedarf, extrem zuverlässig.

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© Hersteller/Archiv

Der DAC basiert im neuen Uniti auf einem Burr-Brown-Chip (PCM1793) statt auf dem Wolfson-IC des Vorgängers. Auf dem Papier unterscheiden sich die Konverter nicht groß, klanglich kann der Wechsel aber subtile Veränderungen bewirken. Deutlicher dürfte der Einfluss der neuen Endstufe sein, die konstruktiv Ähnlichkeiten mit dem im SuperUniti (1/12) verbauten Kraftverstärker hat und gegenüber dem Ur-Uniti merklich mehr Leistung bietet.

Dicht gepackt: Der Ringkern schafft mühelos 500VA, darüber dominiert die Endstufe die rechte Gehäusehälfte. Ihre Endtransistoren kühlen sich direkt am Bodenblech, von dort wandert die Abwärme in den Gussmantel. In der linken Hälfte die Quellen, links das Tunerboard, daneben Streamingplatine und DAC-Board. Links vorne – klar – die CD-Lade.
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© Hersteller/Archiv
Dicht gepackt: Der Ringkern schafft mühelos 500VA, darüber dominiert die Endstufe die rechte Gehäusehälfte. Ihre Endtransistoren kühlen sich direkt am Bodenblech, von dort wandert die Abwärme in den Gussmantel. In der linken Hälfte die Quellen, links das Tunerboard, daneben Streamingplatine und DAC-Board. Links vorne – klar – die CD-Lade.

Der SuperUniti (nach oben) und der halbformatige UnitiQute (nach unten) bilden dann auch die Haupt-Bezugspunkte für die klangliche Einstufung des Uniti 2 – zuzüglich des in seinem Funktions-Testumfang nahezu identischen T+A Music-Receiver.

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Der Vergleich mit dem schlankeren, etwas schüchtern wirkenden Qute war schnell erledigt, aber auch der bullige T+A hatte Mühe, sich gegen den etwas teureren Naim zur Wehr zu setzen: Obenheraus glanzvoller, lebendiger und akzentuierter, zog der Brite die Tester noch tiefer ins musikalische Geschehen herein, ließ die Gitarrensaiten aus "Sorrow" von The National (Album "High Violet") facettenreicher und plastischer vor dem geistigen Auge schwingen. Im Bass wirkte der Naim knorriger, konturierter als das durchaus kräftige, aber etwas weicher zeichnende deutsche All-In-One-Gerät.

Naim Uniti 2: Hörtest

In beiden Fällen bevorzugten die Tester den Netzwerkspieler als stärkste Quelle, auch wenn Naim wie T+A mit Silberscheiben dichter an das Streaming-Ergebnis herankamen, als das bei früheren Modellen noch der Fall war. Dass der ganz große SuperUniti dann noch geschmeidiger und bei gleicher Detailfreude noch wärmer und druckvoller auftrat – darüber müssen sich Uniti-2-Interessenten nicht grämen, die für weniger Geld ja immerhin das noch vielseitigere Gerät erwerben. Und dieses, sollten eines Tages Kraft und Klangpotential doch nicht reichen, mit einer externen Endstufe veredeln können. Der Naimtypische DIN-Anschluss hierfür lugt bereits einladend an der Rückwand hervor, die interne Endstufe lässt sich übers Menü komplett deaktivieren, das interne Riesen-Netzteil bedient dann nur noch Digital- und Vorstufenteil.

Messlabor: Die AUDIO-Kennzahl von 57 (Uniti: 52) zeigt, dass der Uniti 2 deutlich kräftiger ist als sein Vorgänger. Mit 73/110W an 8/4O und hervorragender Laststabilität (1) muss sich der Naim vor keiner Box fürchten. Auch der dynamische Klirrverlauf (2) hat sich verbessert: Die Endstufe erzeugt prinzipbedingt mehr k3 als k2, aber die Oberwellen nehmen stetiger zu. Der Jitter (190ps via Netzwerk) ist dagegen einen Hauch höher.
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Messlabor: Die AUDIO-Kennzahl von 57 (Uniti: 52) zeigt, dass der Uniti 2 deutlich kräftiger ist als sein Vorgänger. Mit 73/110W an 8/4O und hervorragender Laststabilität (1) muss sich der Naim vor keiner Box fürchten. Auch der dynamische Klirrverlauf (2) hat sich verbessert: Die Endstufe erzeugt prinzipbedingt mehr k3 als k2, aber die Oberwellen nehmen stetiger zu. Der Jitter (190ps via Netzwerk) ist dagegen einen Hauch höher.

Weitere Tuning-Optionen sind nicht vorgesehen, sieht man einmal von der Möglichkeit ab, den Naim mit dem exzellenten externen Phonoteil StageLine auch vinyltauglich zu machen. Auch diese Verbindung erfolgt über DIN, wobei das Kabel gleichzeitig das Signal in den Uniti und die Versorgungsspannung zum Preamp transportiert – klassischer Naim-Stil also.

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Auch typisch: Je länger der Uniti 2 im Hörraum am Stromnetz hing, desto besser spielte er. Anfangs konnten Stimmen noch etwas heiser wirken, dem Grundton fehlte die Autorität – die er nach der zweiten Nacht dann aber umso deutlicher ausübte. Was auf Anhieb passte, war das Bedienkonzept mit blitzschneller Reaktion auf Befehle und einem kostenlosen, ausgereiften Kontroll-App, das jetzt auch frei zusammengestellte Abspiellisten an den Player schicken kann – in der Praxis ein wichtiger Komfort-Zugewinn.

Fazit

Ein schwerer Brocken war schon der alte Uniti – der mächtige Ringkerntrafo und das dickwandige Gussgehäuse fordern ihren Tribut. Der Uniti 2 hat physisch zwar keine Pfunde zugelegt, bringt dafür aber deutlich mehr Masse auf die Klangwaage. Selten hat eine unscheinbare "2" im Namen eine so erfreuliche Weiterentwicklung gebracht – bei unverändert großer Anschluss- und Funktionsvielfalt.

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