Testbericht

NAD C 525 BEE

Testergebnis
90.0 Punkte
400 EUR
Testverfahren: 1.0


Bernhard Rietschel

Ein Klassiker unter den erschwinglichen CD-Playern wird abgelöst: Aus dem NAD C 521 BEE wird der C 525 BEE.

Einen HiFi-Fan, der gerade  einen CD-Player gekauft hat, kann die Ankündigung eines Nachfolgers für „sein" Modell schon nervös machen: Ist der soeben angeschaffte Spieler von heute auf morgen veraltet? Hat sich ausgerechnet wenige Wochen, nachdem man sich zum Kauf entschlossen hatte, eine technische Revolution ereignet?Besitzer des NAD C 521 BEE (90 Punkte) kann AUDIO jedenfalls beruhigen. Preislich beispielsweise hat sich zum neuen C 525 BEE nichts getan. 400 Euro war und ist der Kurs für den kleinsten Player der Marke. Und sensationelle technische Neuheiten bleiben aus. Auch weniger sensationelle Neuheiten lassen sich nicht finden.

Baugleich oder minimal anders?

Um es ganz schonungslos auszudrücken: Selbst mit der Lupe lassen sich keine Bauteilunterschiede zwischen dem 521 und dem 525 entdecken. Bei der angeblichen Veredelung der Operationsverstärker in der Ausgangsstufe muss es sich um einen Übersetzungsfehler in der Produktliteratur handeln. Im englischen Original ist davon nämlich keine Rede, und tatsächlich arbeiten im 525 wie im 521 zwei hochwertige Burr-Brown OPA 2604. Vom selben Hersteller stammt auch der D/A-Wandler – hier wie da ein preiswerter Chip namens PCM-1710, der beide Kanäle unter einem gemeinsamen Dach mit achtfachem Oversampling und 20 Bit Auflösung ins Analoge übersetzt.Nun, hier sind es nicht einzelne Bauteil-Stars, die dem „kleinen" NAD-Player seinen großen Klang verleihen. Was zählt, ist die Feinarbeit. Etwa um den Wandler auch ohne großen Materialbedarf, nur durch das Layout der Leiterbahnen, möglichst störimmun zu machen. Oder um die in dieser Preisklasse noch unvermeidlichen Kompromisse bei der Auswahl der Komponenten möglichst sicher im Sinne des Kundengeschmacks zu schließen. Aber diese Aufgaben hatten die Entwickler von NAD schon beim 521 so gut erledigt, dass ihnen keine Verbesserung mehr einfiel.Dafür haben sie dem Sony-Laufwerk, das schon im Vorgänger zuverlässige Dienste leistete, eine überarbeitete Steuer-Software spendiert. Der Antrieb soll nun noch gelassener auf moderne Zumutungen wie selbst gebrannte oder durch Kopierschutz-Mechanismen entstellte Scheiben reagieren. Da die Musikindustrie beim Begriff „Red Book" vermutlich eher an ihre Sparbücher denkt als an die alte, einst verbindliche technische Grundlagensammlung zur CD-Norm, ist ein unerschrockener und gutmütiger Player heute besonders wertvoll.

Feinarbeit, die man hören kann

Nicht, dass die AUDIO-Tester an der CD-Toleranz des C 521 BEE etwas auszusetzen gehabt hätten. Im Hörraum schluckten dann auch beide NAD-Brüder anstandslos jede digitale Herausforderung, die das Test-Team aus den CD-Stapeln hervorzog.Dass der C 525 BEE seinen Laser mit noch ruhigerer Hand führt, schien sich auch klanglich niederzuschlagen: Die beiden NADs spielten zwar einen erkennbar eng verwandten Stil, aber der Neue wirkte im Obertonbereich stets einen Hauch offener, verzerrungsärmer. Bei komplexen Aufnahmen wie der von Bruckners 4. Sinfonie auf der AUDIO Super-Hörkurs-CD 5 behielt er damit eine bessere Übersicht, wirkte zugleich weniger angestrengt als der alte C 521 BEE. Aber auch Letzterer hatte Vorteile – oder zumindest Eigenschaften –, die manche Hörer im Blindtest höher einschätzten als den Zugewinn an Sauberkeit: Der 521 bildete das musikalische Geschehen etwas näher ab, holte die Musiker weiter nach vorne und betonte das Tempo noch klarer als sein Nachfolger – hörbar etwa auf „Carino Falso" von Eliades Ochoa y el Cuarteto Patria. Der 521 klang einen Hauch direkter, der 525 minimal zurückhaltender, dafür ausgewogener und entspannter. Und zwar jeweils nur um einen Hauch, bei einer in der Summe vergleichbaren Qualität. Dennoch – dafür, dass sie nur auf einer Änderung der Steuerlogik beruhen, sind die Unterschiede erstaunlich.

Fazit

Wie schon sein Vorgänger 521 ist der C 525 BEE geschickt abgestimmt: Seine Lebendigkeit und sein sehr sauberes Obertonspektrum fallen auch in erschwinglichen Anlagen positiv auf, während die kleinen Schwächen gegenüber seinen größeren Brüdern – etwa der leichtere Tiefbass und die etwas kompaktere Abbildung – erst in sehr teuren, sehr großen Ketten relevant werden.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessung (B x H x T)HöheTiefe 43,5 x 7,0 x 28,5 cm
Gewicht 4,1 kg
Formate
Wiedergabe MP3 nein
HDCD-Wiedergabe nein
Features
Fernbedienung/lernfähigmit Display ja/nein/FB ohne Display
Lautstärkeregelung nein
CD-Text-Anzeige ja
Röhrenausgangsstufen nein
Titelübersicht ja
ID3-Tag-Anzeige nein
Wiederholung Titel, CD, A-B
Auto-Space nein
Lautsprechergröße einstellbar SACD nein
Pegelsetup SACD nein
Laufzeitkorrektur SACD nein
Einbau-Mehrkanal-Decoder SACD nein
Anschlüsse
Digital-Ausgänge i-Link 0
Cinch-Audio (Stereo) 1
5.1-Ausgang (Cinch) nein
5.1-Ausgang (XLR) vorhanden nein
Digitalausgang ST nein
Digitaleingänge
Kopfhörer-Ausgang/regelbar nein/nein
Messwerte  
Ausgangsspannung CD (0 dB FS) 2,2 V
Ausgangswiderstand 298 Ohm
Störabstand (A-bewertet) CD 102 dB
Störabstand (A-bewertet) SACD 0 dB
Fehlerkorrektur Infoschicht CD 1,30 mm
Fehlerkorrektur Oberfläche CD 2,90 mm
Jitter CD 230 Picosekunden
Leistungsaufnahme Standby/Betrieb 5,2/7,6 W
Bewertung  
ja Sehr lebendig und klar klingender, dennoch ausgewogener CD-Player
nein An ganz großen Ketten kann etwas Tiefbass fehlen
Klang CD 90
Klang SACD ungenügend
Ausstattung gut
Bedienung sehr gut
Verarbeitung gut
getestet in 2/07

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