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Testbericht

NAD C 315 BEE

Testergebnis
70.0 Punkte
350 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Lothar Brandt

10. Dezember 2007

Ein neuer NAD-Amp weckt automatisch Neugierde: Kommt da wohl ein neuer Preisbrecher?

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Der C 315 BEE – zu haben im „Graphite“- und im „Titan“-Look – ist im aktuellen Portfolio von NAD der günstigste Vollverstärker, der sich mit den Initialen von Chefentwickler Björn Erik Edvardsen schmücken darf. Einen Phonoeingang hat er nicht, dafür eine kleine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse  auf der Front-Seite: Mobile Musikversorger à la iPod finden hier unkomplizierten Anschluss an die Wohnzimmeranlage.  

Brudervergleich

Natürlich fordert der C 315  zum Vergleich mit der nächstgrößeren BEE-Schöpfung, dem NAD C 325 BEE , heraus. Der hat dem kleinen Bruder einen zweiten „Tape“-Anschluss ebenso voraus wie das Reed Relais zur Eingangs-Umschaltung. Auch der für die „New Acoustic Dimension" typische Hinweis auf die „Soft Clipping“-Schaltung fehlt am C 315. Der Hochtöner-schonende Schutz kappt Impulsspitzen, bevor diese die End-Transistoren ins Clipping bringen, also zu extremen Verzerrungen treiben. Björn Erik Edvardsen speckte zwar auch das Netzteil seines Kleinen ab, dennoch ist diese Versorgungseinheit gerüstet für stabile Leistungsabgabe. Und der NAD-Mann zündete für kurzfristige Impulse das Licht an. Zwei Halogen-Lampen zieren das Netzteil, genauer: dessen zweiten Part für die Endstufenversorgung. Ein zweiter Abgriff am Ringkerntrafo stellt spürbar mehr Voltampere für die Endstufen-Transistoren zur Verfügung als der gängige. Mehr jedenfalls, als den Endtöpfen auf Dauer gut tut. Statt nun mit einer aufwendigen und teuren Schaltung die Überversorgung zeitlich zu begrenzen, erledigen das die Halogen-Leuchten. Sie sind auf positiver wie negativer Seite in Serie mit der Versorgungsspannung gelegt. Sobald ihr Glühdraht sich in höheren Strom aufheizt, erhöht sich dessen Widerstand: Mehr als fünf Millisekunden kommt die Hoch-Spannung nicht durch. Kurzfristiges Leistungs-Doping ohne Nebenwirkungen – clever.

Hörtest

Der NAD zog kraftvoll los. Erstaunlicherweise schien er auch mehr Druck zu entwickeln, ohne bei fein ziseliertem Jazz zum Grobian zu mutieren. Im Gegenteil, er arbeitete noch mehr Nuancen heraus. Anblasgeräusche auf dem Saxofon, Rimshots auf der Snaredrum, Saiten auf dem Kontrabass – das alles wirkte einen Hauch authentischer. Im „bewegt-feurigen" Finale von Anton Bruckners erster Sinfonie (AUDIO-CD „pure music 4“, Bose) unterfütterte der C 315 die rollenden Kontrabässe, die schmetternden Blechbläser mit etwas mehr tonaler Substanz. Der NAD setzte sich dynamisch an die Spitze. Und die schönsten Klangfarben malte der Graue auch.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessung (B x H x T) 43,5 x 8,0x
29,0 cm
Gewicht 5,3 kg
Features  
Gattung (Rec. / Vollv.) Vollverstärker
Fernbedienung vorhanden ja
System-Fernbedienung/ lernfähig nein/nein
Frontplatte schwarz/silbern/champagner ja/ja/nein
Frontplatte andere Fb. nein
Muting ja(via FB)
Klangregler/abschaltbar ja/ja
Loudness nein
Monitorschalter ja
Aufnahmewahlschalter audio nein
Netzbuchsen geschaltet/ungeschaltet 0/0
Senderspeicher/Speicherautomatik 0/
Sendersp. mit aut. Sortierung
Anschlüsse  
Phono-Eingang MM/MC nein/nein
Eingänge Hochpegel Cinch/XLR 5/0
Digitaleingänge Cinch/XLR 0/0
Boxenausgänge A+B/schaltbar nein/nein
Kopfhörerbuchse ja
Pre-Out/Main-In 0/nein
Tape-Anschlüsse (ein/aus) 1
Prozessor-Eingang/-Ausgang nein/nein
Unity-Gain-Eingang nein
Pre-Out Subwoofer 0
Messwerte  
Sinusleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm 64,0 W / 44,0 W
Musikleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm 91,0 W / 72,0 W
Störabstand Line 107,0 dB(A)
Bewertung  
ja Erschwinglicher Vollverstärker mit kraftvoll-dynamischem Klang
nein kein Phono-Eingang
Klang MM
Klang MC
Klang Cinch 70
Klang XLR
Ausstattung befriedigend
Bedienung sehr gut
Verarbeitung gut
Klangurteil Oberklasse 70
Preis / Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 12/07


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