Vollverstärker Musical Fidelity M6 500i im Test
Gesamtwertung: sehr gut - 82 Punkte
Preis/Leistung: sehr gut
- +clever ausgestattet
- +gewaltige Leistungsentfaltung
- +XLR-Eingang und AUX-Eingang für Heimkinozwecke
- +klingt wunderbar ausgewogen und körperhaft
Genau so ein Produkt stellt der hier getestete M6 500i dar. Dieser Vollverstärker drückt laut Datenblatt zweimal ein sattes halbes Kilowatt aus den Buchsen, an acht Ohm wohlbemerkt. Die imposanten Daten spürt man bei diesem Musical Fidelity an jeder Stelle. Versucht man ihn anzuheben, meint man im ersten Moment, er sei am Untergrund festgeschraubt. Auch die massiven Kühlrippen, die beide Seiten des Verstärkers flankieren, stärken den äußeren Eindruck maskuliner Souveränität. Und weil sich trotz der potenten Kühlrippen bei konventioneller Bauweise nicht ausreichend Abwärme emittieren ließe, haben sich die Engländer ein eigenes Stranggussprofil entwickeln lassen – mit zusätzlichen kleinen Rippen auf den großen Kühlrippen. Erst die damit nochmals vergrößerte Oberfläche stellt einen ausreichenden Wärmetransport für das Leistungsmonstrum sicher.
© Hersteller / Archiv
Musical Fidelity M6 500i: Aufbau
Um einen M6 500i nicht als Verstärker von Grund auf neu entwickeln zu müssen, griffen die Entwickler auf die Technik der nächsthöheren Serie M8 zurück. Dann ging es darum, die zuvor getrennten Vorverstärker und Endstufen in einem kompakten Vollverstärker so zu komprimieren, dass dabei möglichst wenig Funktionalität, Leistung oder gar Klangqualität verloren ging. Daher besitzt der M6 500i immerhin 200 Watt weniger Leistung als sein großer Bruder – in diesen Größenordnungen ein zu verschmerzender Verlust.
Auch der Vorverstärker erbte seine Schaltungen vom größeren Bruder. Und er arbeitete durchgängig symmetrisch. Aber schon aus Platzgründen mussten ihm die Entwickler eine kleine Abspeckkur verpassen. So besitzt der M6 500i nur noch einen symmetrischen XLR-Eingang und nur einen unsymmetrischen Cinch-Ausgang. Dann büßte er seine Phonovorstufe ein und bietet nur einen statt zweier AUX-Eingänge.
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Was die Entwickler aber lobenswerterweise bestehen ließen, ist die Umschaltung des AUX-Eingangs in den „HT“-Modus. „HT“ steht für Home Theater, also Heimkino. In dieser Betriebsart wird das Signal des AUX-Eingangs ohne Lautstärkeregelung an die Endstufen weitergeleitet. Das ermöglicht es, den M6 500i als quasi reine Endstufe an den Stereolautsprechern zu betreiben, die in eine Heimkino-Anlage eingebunden werden, wenn man ihn an die Vorverstärker-Ausgänge des AV-Verstärkers anschließt. So lässt sich problemlos eine High-End-Stereoanlage betreiben und diese nahtlos in das Heimkino-Setup einbinden. Für Heimkino-Sound wählt man einfach den AUX-Eingang, für Stereoklang autonom mit dem M6 500i einfach einen der anderen Eingänge – wirklich simpel.
© Hersteller / Archiv
Musical Fidelity M6 500i: Hörtest
Im Hörtest fielen den Testern nur zwei Eigenarten des Musical Fidelity negativ auf – und das waren Kleinigkeiten. Zum einen ist der XLR-Eingang nicht im Pegel korrigiert und spielt durch die systembedingte Signaladdition der symmetrierten Signale sechs Dezibel lauter als die Cinch-Eingänge. Auch der zweite Punkt betrifft die Lautstärke und zwar den Drehregler auf der Front. Er läuft wunderbar rund und die 0,5-Dezibel-Schritte, die er durchschaltet, erlauben eine feine Anpassung. Allerdings muss man von leise bis laut viele Umdrehungen kurbeln. Das regelt die Fernbedienung schneller und praxisgerechter.
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