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Testbericht

Mordaunt-Short Mezzo 6

Testergebnis
78.0 Punkte
1200 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Stefan Schickedanz

16. Oktober 2009

Mordaunt-Short hat ein etwas exotisches Image. Die englische Traditionsmarke findet sich trotz zahlreicher Preis-Leistungs-Knaller im Portfolio (Avant 902i, AUDIO 3/07) eher in feinen HiFi-Studios denn in großen Elektromärkten wieder. 

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So altmodisch vielleicht der Name für deutsche Ohren klingen mag, so modern ist die Technik, die dahinter steckt. Dabei bewahrt die Mezzo 6 durchaus britisches Understatement: Die weithin sichtbaren, silberglänzenden Aluminium-Membranen der CPC-Tief-Mittel­töner (Constant Profile Cone) sind ­nämlich nicht der eigentliche Clou der zierlich wirkenden einen Meter hohen Säule.Unter einer hutzenförmigen Abdeckung auf der Oberseite der Box sitzt, vor Blic­ken und Schwingungen geschützt, der gummigelagerte ATT-Hochtöner aus Aluminium.

Was vom Kürzel her nach amerikanischer Telefongesellschaft klingt und in ausgebautem Zustand nach einer Kreuzung aus Rennbootmotor und Star-Wars-Raumfähre aussieht, ist ein belüfte­ter Hochtöner, beziehungsweise ein Stück Aspirated Tweeter Technology, wie man in England sagt. Dieses Design debütierte mit der im Sortiment weiter oben angesiedelten Performance-Serie und soll durch eine rückseitige Kammer mit ausgeklügelten Ventilationsöffnungen den von hinten belüfteten Hochtöner freier und unverfärbter schwingen lassen.

 Auch weitere Details wirken sorgfältig umgesetzt: Der obere Teil der Schallwand besteht aus steifem Aluminium, bei den Lautsprecherklemmen handelt es sich um sogenannte Bullet-Plugs, ein Name, der in einschlägigen Tuning-Zirkeln einen guten Ruf genießt. Wer nicht an Klangverbesserungseffekte glaubt, kann sich immerhin an der soliden und praxisgerechten Ausführung der Bi-Wiring-Klemmen erfreuen. Mordaunt-Short arbeitet bei der Meezo mit zwei gleichgroßen Chassis im Tief-Mitteltonbereich, von denen jeweils das untere bis in den Tiefbass aktiv bleibt, während das obere durch ein Tiefpassfilter begrenzt wird.

Im Hörtest zeigte die Mordaunt-Short, die sich mit einem urbritisch klingenden Namen schmückt, eine zeitgemäße, kontinentale Abstimmung mit durchgezeichneten, aber keinesfalls aufdringlichen Höhen. Anders als früher auf der Insel üblich, wirkten die Präsenzen recht schlank, was der Transparenz zugute kam. Live-Aufnahmen lebten durch stürmisch vorgetragenen Applaus förmlich auf; so etwa der für Hörtests ungeachtet seines Verfallsdatums bestens geeignete Klassiker „Hotel California" von den Eagles („Hell Freezes Over“, Warner). Doch nicht nur Klatschen und Zwischenrufe unterstrichen die besondere Atmosphäre des nicht mehr taufrischen Stücks. Auch die differenzierte Gitarre machte Tempo, obwohl ihr ein Tick mehr Körper gut zur Saite gestanden hätte. Ähnlich erging es der Stimme von Don Henley, die leicht nach hinten wanderte und einen Tick weniger ausdrucksstark erschien. Dafür begeisterte die Mordaunt-Short mit messerscharfer Ortbarkeit der einzelnen Schallquellen.

Sehr satt und trocken kamen auch die Drums, die keinesfalls auf eine so zierliche Box schließen ließen. Allerdings zeigte sich nach einigen Programmwechseln, dass sich die Mezzo 6 sehr geschickt auf den Kick von Schlagzeug oder das Anreißen von Bass-Saiten konzentrierte, während ganz unten etwas Volumen fehlte. Dadurch wirkte die Britin stets konturiert, spritzig und transparent.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 22,0 x 100,0 x 28,0 cm
Gewicht 20,0
Oberflächen
Farbe
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 2 1/2
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse Bi-Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz. ja
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert 107 dB
untere Grenzfrequenz (-3dB) 60 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 39 Hz
Nennimpedanz (Audio) 4 Ohm
Bewertung  
ja ausgewogen, hochauflösend, punchiger Bass, exzellenter Fokus
nein Stimmen etwas zurückgesetzt, wenig Bassfundament
Bassqualität 75
Basstiefe (Bassfundament) 65
Detailtreue (Präzision) 80
Feindynamik 80
Maximalpegel (Lebendigkeit) 75
Neutralität 75
Ortbarkeit 90
Räumlichkeit (Luftigkeit) 80
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil sehr gut 78
getestet in Ausgabe: 9/09


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