Testbericht Meitner MA 2 im Test
Gesamtwertung: überragend - 96 Punkte
Preis/Leistung: überragend
- +technisch kompromisslose, absolut alltagstaugliche CD-Spieler-D/A-Wandler-Kombi
- +sagenhaft natürlicher, absolut verfärbungsfreier und unmittelbarer Klang
- +Highlight und neue stereoplay-Referenz
Für knapp 11.000 Euro ist der MA 2 kein Sonderangebot, aber keinesfalls der teuerste High-End-CD-Spieler auf dem Weltmarkt. Zudem ist die Bezeichnung „CD-Spieler“ etwas untertrieben: Treffender ließe er sich als vollwertiger D/A-Wandler mit integriertem CD-Laufwerk beschreiben – offiziell heißt er denn auch „MA 2 Integrated Playback System“.
EMM Labs und Ed Meitner
Stolz prangt dabei das „Meitner“-Logo auf seiner dicken Aluminium-Frontplatte. Völlig zu Recht, gilt doch sein Schöpfer, der gebürtige Österreicher Ed Meitner, bei HiFi-Fans und Studio-Profis gleichermaßen als absolute Koryphäe – nicht allein wegen seiner stets richtungsweisenden, technischen Lösungsansätze, sondern vor allem wegen der daraus hervorgehenden, superb klingenden Komponenten. Das erkannten auch Philips und Sony und ließen ihre Referenz-A/D- und D/A-Wandler für DSD-Produktionen von Ed Meitner entwickeln.
So wurde der Grundstein für das heutige Unternehmen EMM Labs gelegt. Und es wundert nicht, dass Ed Meitner bereits 1993 als einer der Ersten das sogenannte Taktzittern (Jitter) als potenzielle Ursache für unbefriedigenden Klang digitaler Audiokomponenten erkannte.
© Hersteller / Archiv
Meitner MA 2: Schaltung
Klar, dass der MA 2 von zwei Jahrzehnten Jitter-Knowhow profitiert. So verwendet er eine Schaltung namens MFAST (Meitner Frequency Acquisition Technology), bei der – ähnlich wie bei asynchron arbeitenden USB-Eingängen – Digitalquelle und D/A-Wandler nicht starr verkoppelt sind, sondern unabhängig voneinander arbeiten können, was den Einsatz einer besonders exakten Zeitbasis nahe den Wandlerchips ermöglicht. Zur Synchronisation analysiert MFAST permanent den am Digitaleingang anliegenden Datenstrom und extrahiert zudem die Audio-Daten. Diese werden dann mithilfe einer intelligenten Systemzeitbasis neu getaktet. Die Zeitbasis benutzt nicht wie üblich ein Schwingquartz mit einer einzigen, festen Frequenz: Vielmehr wird die Referenz präzise von einem eigenen, digitalen Signalprozessor vorgegeben. Dieser Prozessor wiederum bezieht sich bei seiner Tracking-Arbeit auf die bei der Analyse des Eingangssignals ermittelte Taktfrequenz.
Praxis: HiRes-WIedergabe am Computer
Weil die DSP-Zeitbasis den Steuertakt auch für die D/A-Wandler-Bausteine im MA 2 vorgibt, kommen die Audiodaten dort immer zum richtigen Zeitpunkt an. Auf digitalem Wege „ausgefiltert“, wird nicht nur der Jitter eliminiert – auch kann der MA 2 vollkommen unabhängig von der Beschaffenheit des anliegenden Digitalsignals in Ruhe seiner Wandlerarbeit nachgehen, was ihn quasi immun gegen Laufwerkseigenschaften macht. Und damit keine den Klang trübenden Interferenzen entstehen, bezieht auch das Schaltnetzteil seine Taktfrequenz aus der Systemzeitbasis.
© Hersteller / Archiv
Meitner MA 2: Datentransfer
Der eingangs erwähnte „Umweg“ beim MA 2 heißt „Meitner Digital Audio Translator“: Bei MDAT erfährt das Audiosignal zunächst mal ein 128-faches Oversampling ins 1-Bit-Pulsdichten-Format mit doppeltem DSD-Takt von 5,6 Megahertz. Hierdurch verteilt sich allfälliges Quantisierungsrauschen auf einen ausgedehnten Bereich und tritt damit im Hörspektrum weniger zutage (Noise Shaping). Der Clou: Das MDAT-Oversampling-Filter arbeitet nicht wie üblich mit festen Koeffizienten: Vielmehr untersuchen sogenannte Transienten-Detektoren das Signal auf der Pegel- und Frequenzebene, um – ebenfalls DSP-gesteuert – aus einer umfassenden Bibliothek die für den Moment günstigsten Filterkoeffizienten bereitzustellen.
So kompliziert der ungewöhnliche Datentransfer ins DSD-Format auf den ersten Blick scheinen mag, so eindeutig unkompliziert fiel das klangliche Ergebnis aus.
© Hersteller / Archiv
Meitner MA 2: Hörtest
Beim Hören mit dem MA 2 sind die Interpretation und das Abwägen einzelner Klangdisziplinen gegeneinander kein Thema mehr; mit ihm genossen die Juroren jederzeit die beruhigende Gewissheit, dass das Gehörte mit der Intention von Musikern und Tonschaffenden vollkommen übereinstimmte.
Praxis: Röhren-CD-Spieler im Test
Diese Überzeugungskraft erreichte der MA 2 nicht durch seine spektakulären Klangeigenschaften, sondern durch Unmittelbarkeit: So schien er jegliche Distanz zwischen Zuhörer und Musik zu eliminieren. Selbst wenn seine durchweg hochkarätigen Kontrahenten zum Teil betörend feingliedrig wirkten, besonders harmonische Klangfarben malten oder dynamisch ausgesprochen kultiviert zu reproduzieren schienen, so blieb dennoch stets die Gewissheit: Der Meitner ist einfach dichter dran.
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Natürlich legte der MA 2 als D/A-Wandler mit HiRes-Material nochmals spürbar zu – an seinem grundsätzlichen Charakter änderte sich jedoch glücklicherweise nichts. Auch vermittelte er ganz unten herum nochmals einen Hauch mehr Autorität als der ohnhin schon sagenhafte MA 1.