Der Vormarsch von poppigen ohraufliegenden Kopfhörern für die Straße hat offensichtlich nicht der Beliebtheit der Ohrkanal-Hörer geschadet. Ganz im Gegenteil, immer mehr Hersteller bieten praktische In-Ear-Modelle an. Dabei gibt es nicht nur einen Trend hin zu höheren Preisen – wie etwa bei AKG, die für ihren Top-Hörer stolze 1200 Euro verlangen. Die In-Ear-Hörer dürfen auch als Ohrschmuck herhalten. Dafür werden sie hübscher und nicht mehr nur nach Funktion designt.
In-Ear-Kopfhörer: Design und Klang
In dieser Beziehung tut sich vor allem Monster hervor. Der amerikanische Anbieter hat zwei ungewöhnliche Modelle im Programm: das edle Miles Davis Tribute sowie das etwas schrillere Harajuku Wicked – eine Hommage an den Tokioter Stadtteil um den Bahnhof Harajuku, der für seine eigenwillige Jugendmode-Kultur bekannt ist.
Erfreulich, dass auch Hörgeräte-Profis wie Phonak und Etymotic sich dem Audio-Segment zuwenden. Schließlich verfügen sie über große Erfahrung mit Ohrkanalwiedergabe. Sie wissen etwa, dass die Ohrform des Menschen den Präsenzbereich zwischen 2 und 4 Kilohertz verstärkt. Das ist bei einer Reproduktion direkt im Ohr nicht so, deshalb wird ein linearer Frequenzgang als unnatürlich empfunden. So ist es bei Stöpsel-Hörern sinnvoll, diesen Abschnitt leicht anzuheben.
Wie für stereoplay üblich, hörten mehrere Tester nicht nur mit den Kopfhörerverstärker-Referenzen Lehmann Audio Linear (750 Euro) und dem Violectric HPA 181 (750 Euro). Ein Durchgang wurde auch mit dem Apple iPod/iPhone durchgeführt, da dies wohl der wahrscheinlichste Einsatz für die In-Ears ist.
In-Ear-Kopfhörer: Der Megatest
"Das ist fast uferlos, wie viele neue Modelle es gibt. Da kommen locker über 40 Hörer zusammen", lautete das Fazit der Tester nach Sichtung des Marktes. So entstand die Idee, das Feld der 45 Probanden zu teilen. So wurden alle 45 Kandidaten im Klang beschrieben doch nur die 22 interessantesten Modelle wurden entsprechend eingestuft und durften sich dem stereoplay-Messprozedere in der TESTfactory unterziehen.
So wie der Ultimate Ears 100 bemüht ist optisch aufzufallen, umso zurückhaltender geht er bei der Musikwiedergabe vor. Einzig der etwas angehobene obere Bassbereich bringt ab und an ein wenig Spaß und Würze in das ansonsten ausgewogene, doch zuweilen fade und vor allem in Höhen glanzlose geschehen.
Die Zielgruppe ist schon beim ersten Hinsehen klar; junge Mädchen die ihr MP3-Player und Ohrhörer eher als Accessoires ansehen als Audiophile die nach letztem Quäntchen Auflösung zu suchen.
Auch wenn’s an Klangfarben und der entsprechenden Auflösung sowie auch Glanz im Hochtonbereich zu wünschen übrig ließ, ist der Sony kein Spielzeug. Doch im Vergleich zu der Konkurrenz von Panasonic, die in der Preisklasse unter 25 Euro recht ansehnliche und besser klingende Hörer am Start haben, musste er sich beugen.
Wie bereits der RP HJE 350 (Test 9/09) ist auch der komfortable RP HJE 290 kein Auflösungs-Wunder. Im Bass neigte er zum Überzeichnen. Im Vergleich zu seinem Bruder malte er zwar mit angenehmeren Farben, dadurch verlor der Klang aber auch ein wenig an Struktur. In Tutti-Einsätzen blieb der 290 dafür stabiler und spielte sogar etwas mitreißender. So erreichte er die gleiche Klangpunktzahl und darf sich nun ebenfalls stereoplay Highlight nennen.
Verarbeitungstechnisch sind die kleinen Creative EP630i top. Auch das eingebaute Mikro mit Eintastenbedienung für Smartphones (Start, Stop vor- und zurück-skippen) ist lobenswert. Klanglich können die kleinen In-Ears nicht an die gute Leistung der größeren Modelle von Creative anknüpfen. So gesellt sich der schlechten Bassausbeute auch eine nervige Abstimmung in den Höhen.
Wie auch die RP HJE 290 sind die formähnlichen RP HJE 355 InEars extrem bequem zu tragen und dichten außerordentlich gut ab. Auch ist das Auflösungs(un)vermögen der beiden Brüder gleich. Den Ausschlag pro HJE 290 gab letztlich die zu ausgeprägte Bass-Wiedergabe des 355er. Die Mischung aus übertriebenem Bass und die Ungenauigkeit die daraus bei höheren Lautstärken resultiert sind es, die Tester dazu bewegte den 25 Euro Highlight RP HJE 290 Vorzug zu geben.
Die Ausstattung des SHE 8000/10 fällt wie die des SHE 8500 (9/09) mager aus. Anders jedoch als der 8500 wird der 8000er mit Silikon-Pads ausgeliefert, die sich im Ohr festsaugen und extrem dicht sind.
Die mehr basslastige als warme Wiedergabe und die vielen Farbfacetten, die der Hörer abbilden konnte, überzeugten – weniger jedoch die leichten Verfärbungen im Mitteltonbereich. So bleibt auch der 8000/10 an der 28-Punkte-Hürde hängen.
Dass sich die Dreingaben des Sennheiser CX 200 Street auf drei Gummi-Ohrpads beschränken, ist ob dessen günstigen Preises nicht verwunderlich. Musikliebhaber sollten aber eher 5 Euro mehr ausgeben und den CX 215 in die engere Wahl ziehen. Der hatte ein druckvolleres und in den Mitten farbigeres Klangbild, sowie mehr Übersicht in komplexen Passagen zu bieten.
Obwohl es an Verarbeitung des Ultimate Ears 200 nichts auszusetzen gab, wirkten die verwendeten Materialien in Gegensatz zu Klassenkonkurrenz von Panasonic oder Philips deutlich billiger. Auch anders als sein sportlicher Bruder UE 300 ist das positionieren des Ultimate Ears 200 in den Gehörgang etwas kniffeliger. Dafür entlohnt der UE 200 mit einer ausgewogenen, nie aufdringlichen Musikwiedergabe. Die Verfärbungen im Stimmbereich und kleine Unsauberkeiten in komplexen Passagen waren der Grund, dass beim Volltest letztlich der 300er Vorzug bekam.
Auf der Habenseite des AH C 260 stehen ein sehr guter Sitz des Hörers, die vier mitgelieferten Silikon-Einsätze und der Revers-Clip. Die Wiedergabe überzeugte jedoch nicht vollends. Sie war durchaus fein und ausgewogen, im Vergleich zum AH C 252 (8/08) fehlte es dem 260er aber an Glanz und Lebendigkeit im Hochton sowie dem letzten Quäntchen Druck im Tiefbass. So muss sich der Neue dem Alten geschlagen geben und sich mit 27 Klangpunkten bescheiden.
Der Sennheiser CX 215 ist ein Spaßhörer. Sein Tragekomfort wie auch die basslastige Abstimmung mit kräftigen unteren Mitten machen ihn unterwegs zum guten Spielpartner für iPod und Co. Die abgedunkelte und dynamische Spielweise ist jedoch eher etwas für Pop- als für Klassik-Hörer. Um am Ultimate Ears 300 vorbeizukommen, der einen Tick ausgewogener und detailreicher klang, reichte es nicht ganz. So muss sich der CX 215 mit 30 Punkten begnügen.
Optisch gefällt der CX 271 mit schöner Form, hübscher Lackierung und glänzendem Anschlusskabel. Leider packte ihm Sennheiser nur die obligatorischen drei Gummi-Pads bei. Beim Hörtest offenbarte er eine Vorliebe für Bässe. Dabei zeichnete er auch Höhen recht fein, konnte aber den gleichpreisigen CX 215 nicht überholen. Denn der zeigte noch ein wenig mehr musikalischen Schwung und präsentierte sich etwas ausgewogener.
Ausgewogen, doch in Tutti-Einsätzen mit Neigung zum lästigen, präsentiert sich der kleine Beyerdynamic DTX 41 iE während des Tests. Der kleine Heilbronner ist anders als seine größeren Brüder kein Auflösungswunder. Gegen den günstigeren Panasonic RP HJE 290 kann er grade noch gegenhalten - an Sennheisers CX 215 der kräftiger und dynamischer aufspielte musste er klein beigeben.
Das hübsche Stoffgeflecht um das Anschlusskabel beim Philips Der Specked mach es zwar robuster, aber Berührungen an dem Kabel werden intensiv zum Ohr geleitet, was recht störend ist. Klanglich gibt sich das Headset, das sowohl mit Apple’s iPhone als auch mittels Adapterkabel an Samsung oder Nokia- Geräten funktioniert, von der überaus druckvollen Seite. So ist für Klangfreunde eher der Philips SHE 8000/10 interessant, da er mehr Obertöne offenbarte, mehr Details vermittelte und auch den Bass nicht zurückstellte.
Mit Metallgehäuse und Gewebegeflecht um das Anschlusskabel präsentiert sich der Philips SHE 9000/10 optisch recht hochwertig. Das Zubehör dagegen ist mit drei Ohranpassstücken aus Silkon und einem aus Schaum eher bescheiden. Klanglich wollte er mit üppigem Bass blenden, was zu Überlagerungen und Unsauberkeiten bei Männerstimmen führte. Die Tester zogen den ausgewogeneren SHE 8000/10 nicht nur wegen seines günstigeren Preises vor.
Der Sennheiser CX 281 besitzt die schicke Optik des günstigeren Bruders CX 271, zusätzlich ist ein Lautstärkeregler montiert. Neben drei Anpassungsstücken, ist ein Adapter und eine Transporttasche im Beipack Packung. Klanglich ähnelt der CX 281 mit seinem fast schon überbordenden Bass dem CX 271, weshalb auch hier der schwungvoller aufspielende CX 215 klanglich interessanter ist.
Der UE 300 von Ultimate Ears passt auf Anhieb ins Ohr, wobei ihn seine integrierten Bügel und sein unempfindliches Kabel als Begleiter für sportliche Aktivitäten empfehlen.
Auch im Hörtest gab es wenig zu bemängeln. Der UE 300 spielte sich äußerst unauffällig, musikalisch und mit sattem Bassdruck durchs Musikrepertoire. Kleine Unsauberkeiten bei der Wiedergabe komplexer Passagen will man ihm angesichts des Preises gerne verzeihen.
Der 71er von Beyerdynamic ist ähnlich DTX 101 iE auf neutrale und saubere Wiedergabe getrimmt. Das Manko des DTX 71 iE ist jedoch die Schwierigkeit ihn richtig ins Ohrkanal zu platzieren. So klingt er auch im ersten Moment zu dünn und hell abgestimmt; macht man sich jedoch Mühe ihn zu positionieren (die drei mitgelieferten Ohrpassstücke sind zwar Klassenstandard jedoch beim Vorhaben nicht unbedingt hilfreich) wird man mit einer weiträumigen unaufgeregten Spielweise, die sowohl im Bass mit Druck als auch in Höhen mit Glanz und Feinheit überzeugt, belohnt. Den Ausschlag zum Volltest des 101er waren die bessere Auflösung und die farbenfrohen Mitten, die ihm letztlich auch ein Highlight einbrachten.
Als Ohrpassstücke liegen dem MDR EX 310 nicht nur vier Pads aus angenehmem Urethan bei, sondern auch drei, die zwecks besserer Dämpfung von Außengeräuschen innen mit Schaumstoff befüllt sind. Klanglich waren aber die Standard-Pads besser. Damit war der 310 ein Vorbild an Homogenität. Er besaß einen konturierten, kräftigen Bass, sehr natürliche Mitten, feine Höhen und zeigte eine einfühlsame Musikalität. Dies belohnten die Tester mit einem strahlenden Highlight.
Die Klipsch-Hörer aus der Image-Serie gibt es als reinen In-Ear-Hörer für 65 Euro oder die iPhone- und iPod- kompatible Version für rund 100 Euro. Die i-Version bietet volle Smartphone-Unterstützung, mit Rufannahme, Skip-, Play- und Stopp-Befehlen. Zur Ausstattung gehört neben vier Silikon-Ohradaptern eine Aufbewahrungsbox aus Aluminium.
Klanglich ist sich Klipsch treu - so gehen auch die In-Ears wie die Klipschboxen erstaunlich druckvoll zu Sache, und lassen gelegentlich ein wenig Feinauflösung und Durchzeichnung vermissen. Eine harmonischere Alternative sind der Sony MDR EX 310 LP oder Beyerdynamic DTX 101iE.
Optisch ist der Harajuku Wicked ein Hingucker, klanglich hingegen gefiel er eher durch Ausgewogenheit. Auf einer kräftigen Bass-Basis baute sich sein Sound angenehm auf – und verschwieg dennoch kaum Details. So tönten Stimmen über ihn einfühlsam und samtig, ohne zu nerven, was ihm vor allem am iPod zugute kam. Dafür fehlte dem Harajuku ein wenig der Glanz in den obersten Höhen, wie der Vergleich zum Sony MRD EX 310 LP zeigte.
Ganz unüblich hat Beyerdynamic den Preis für den Nachfolger des DTX 100 auf 80 Euro gesenkt. Deshalb stört es nur wenig, dass es als Dreingaben nur ein Täschchen und drei verschiedene Pads gibt.
Da sich aber der Klang des DTX 101 iE durch genau akzentuierte Bassläufe, viele Details sowie exemplarische Abgrenzung der Instrumente auszeichnete und der Hörer eine mitreißende Spielfreude an den Tag legte, war ihm ein stereoplayHighlight sicher.
Der Etymotic bleibt der Familientradition treu und lässt den Versuch die ganz tiefen Frequenzen darzustellen außen vor. Dafür geht der an den restlichen Frequenzbereich um so motivierter ran. So klingen sowohl die Mitten als auch die hohen Töne unheimlich sauber und dynamisch.
Die mitgelieferten Silikon-Pads dichten extrem ab – leider sind sie auf Dauer nicht schmerzfrei zu tragen. Abhilfe versprechen die Custom-Fit-Adapter die jedoch mit 100 Euro extra in Relation teuer ausfallen. In der Klasse bis 80 Euro stößt der eifrige Amerikaner leider auf Konkurrenz von Beyerdynamic DTX 101iE der ihn in mit mehr Glanz und mehr Tieftonausbeute in die Schranken wies.
Obwohl der CX 870 mit 80 Euro preislich schon zu der Oberklasse gehört, erschöpft sich die Packungsbeilage mit drei Silikon-Pads, einem Putzwerkzeug und zwei immerhin sinnvollen Membranschaumstoff-Filtern. Auch klanglich wollte er ja nicht auffallen und gab sich zwar sehr ausgeglichen, aber es fehlte an Auflösung in den Höhen und an Bassvolumen – was wir in dieser Preisklasse aber erwarten würden.
Mit verchromten Metallgehäuse setzt sich der Monster Lil Jamz sehr wertig in Szene. Auch die Verpackung mit Magnetverschluss, die fünf Anpassungs-Pads und die Transporttasche fordern keine Kritik heraus. Klanglich jedoch war der Lil Jamz nicht ganz so souverän und neigte vor allem im Bassbereich zu Kompression. So war etwa der Sony MDR EX 510 LP nicht nur mit feineren Höhen gesegnet, sondern bewahrte bei massiveren Orchestereinsätzen mehr Übersicht.
Optisch unterscheidet sich der In-Ear 2 deutlich von seinem großer Bruder Aurvana In-Ear 3. Gemeinsam haben die beiden den überragenden Tragekomfort (trotz der normalen Kabelführung des 2er) und das recht üppige Zubehör (6 Silikonadapter, Trageetui, Flugadapter und Reinigungswerkzeug). Klanglich zeichnet sich der Winzling vor allem durch seine Ausgewogenheit und Farbenpracht, die er im Stande ist darzustellen. Er spielte sich farbenreich und druckvoll durch das Musikrepertoire ohne jedoch an das Auflösungsvermögen und die Spielfreude eines Beyerdynamic DTX 101 iE oder die Dynamik sowie die Leichtigkeit seines Bruders ran zu kommen.
Mit einem trickreich geformten Pad verleiht Bose seinem IE 2 einen angenehmen und sicheren Sitz in der Ohrmuschel. Im Hörtest zeigte der Hörer eine etwas andere Abstimmung als sein Vorgänger IE. Der IE 2 brachte Becken deutlich feinnerviger und luftiger rüber und zeichnete Bassläufe genauer nach. Dies beeinträchtigte aber nicht das angenehme Langzeithören, das auch den Vorläufer charakterisierte. Der IE 2 errang einen Klangpunkt mehr.
Bis auf die Ledertasche ist das Zubehör des MDR EX 510 LP mit dem des kleineren Bruders MDR EX 310 LP identisch. Klanglich wollten die Sony-Ingenieure mehr, was sie beim 510er auch mit minimal feineren Höhen und etwas mehr Bass erreichten. Leider neigte der Große zu Unsauberkeiten. So zeigte er nicht die Homogenität des 310. Obwohl der MDR EX 510 LP in Tutti-Passagen eine etwas bessere Übersicht bewahrte, erhält er deshalb nur einen Punkt mehr.
Wie auch die anderen Monster Hörer kommt auch der Jamz mit außergewöhnlich viel Ausstattung daher. Die Klangwiedergabe des Jamz ist dynamisch und farbenfroh mit einer Briese spielerischen Leichtigkeit wie auch die des Harajuku oder der Miles Davis Tribute. Mit der entsprechenden Musik spielt der Jamz kraftvoll direkt und pegelstark mit einer extra Portion Bass, ohne dabei fett oder unausgewogen zu klingen.
Das durch Metallausführung etwas zu hohe Gewicht konnte für empfindliche Nutzer ein Ausschlusskriterium werden. In der Preisklasse bleibt er trotz seiner kraftvollen Darbietung hinter dem ausgewogenem Sony MDR EX 510 LP oder des stereoplay Highlights Beyerdynamic DTX 101 iE der zwar nicht ganz so druckvoll dafür aber musikalischer und farbenfroher agierte.
Seinen Preis sieht man dem Grado iGi nicht an. Auch das mitgelieferte Zubehör lässt nicht auf 125 Euro schließen. Dafür ist der Tragekomfort des günstigsten Modells der Marke durchaus anständig. Seine offene, feine, farbenfrohe und lebendige Spielweise überzeugte ebenfalls.
Im Vergleich zum Sennheiser CX 550 (9/09) klang der iGi jedoch bei Bläsern einen Tick schriller, dafür aber auch musikalischer. So erreichte er einen Punkte-Gleichstand.
Die Ausstattung des Phonak ist vorbildlich. Auch beim Tragekomfort überzeugt der Audéo 112 auf der ganzen Linie. Die mitgelieferten Klangtuning-Filter sind was Feines, sie konnten jedoch die weniger wuchtige Abstimmung des Audéo nicht entscheidend beeinflussen. Dies ist kein Nachteil, denn als feiner, dynamischer und bei Tutti-Einsätzen stabiler Begleiter spielte sich der 112er in die Testerherzen. Bevorzugt einen warm abgestimmten Zuspieler.
Gleich acht Ohr-Adapter sorgen beim Creative-Hörer für den angenehmen Sitz. Die Form, die Positionierung und die Überohr-Kabelführung machen ihn zum idealen Begleiter bei sportlichen Aktivitäten.
Klanglich gehörte der Aurvana In-Ear3 zum ausgewogenen Typ. Er beeindruckte mit feinen, nie aufdringlichen Höhen und konturiertem Bass. Seinen Höhenflug unterband der Ultimate Ears 700 (9/09), der schlanker, aber noch feiner und farbenreicher aufspielte.
Das HF 3 Headset von Etymotic hinterlässt gemischte Gefühle. Vor allem seine Schnelligkeit und die feinen Obertöne überzeugten. Die jedoch trafen auf einen kaum vorhandenen Tiefbass. Dadurch geriet die komplette Abbildung etwas kleiner, aber man hörte sogar Details, die selbst mit dem Sennheiser IE 6 (9/09) und dem Beyerdynamic DTX 101 iE verborgen blieben. Vor allem Feindynamik und Glanz im Hochton verhalfen so dem HF 3 zu 40 Klangpunkten.
Die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger IE 6 (9/09) sind beim IE 60 wohl nur optischer Natur – was aber kein Fehler ist, schließlich war die Ausstattung des IE 6 mit Transportcase und sechs Ohrpads mehr als nur zufriedenstellend.
Der neue IE 60 glänzte auch in den Hördurchläufen mit strahlenden Becken, dynamischer Attacke, schnalzenden Bassläufen sowie guter Übersicht in komplexen Passagen. Insgesamt sicherte er sich die gleiche Punktzahl wie der IE 6.
Die Lösung mit einer in der Ohrmuschel klemmenden Kabelschlaufe ist clever und effektiv. Dadurch ist der B&W C 5 recht sicher im Ohr verankert. Tonal beeindruckte er mit einem Klanggebilde, das auf einem massigen Bassfundament aufbaut und so Männergesang sonor rüberbringt. Dass bei dieser Abstimmung zarte Hochtongeflechte ein wenig in den Hintergrund geraten, ist wohl beabsichtigt – zugunsten von angenehmem Langzeithören.
Der CX 980 ist der größte In-Ear-Hörer aus der Sennheisers „Expression Line“-Serie. Das mitgelieferte Zubehör lässt sich sehen und besteht aus sieben Ohrpassstücken (6x Silikon und 1x Schaumstoff) einem Transportetui und einer Kunstledertasche. Zudem gibt es einen Flugzeug-Adapter, eine Kabelklemme und Schmutzfilter samt Reinigungswerkzeug. Im Kabel des CX 980 ist ein Lautstärkeregler installiert.
Klanglich gibt sich der Edel-InEar keine Blöße; hat man den richtigen Sitz gefunden hört man einen unaufgeregten Hörer, der sowohl druckvoll-dynamisch als auch fein und farbenfroh aufspielt. Typisch Sennheiser ist auch, dass lange Hörsitzungen überaus angenehm und schmerzfrei zum Abschluss kommen. Dennoch der ähnlich abgestimmte IE60 ist ob seines geringeren Preises von 160 Euro eher empfehlenswert.
Die Ausstattung des Klipsch X 10i mit iPod-Steuerung, Flugzeugadapter, Tasche und fünf Silikon-Pads ist sehr umfangreich. Der Klang? Farbenreich, antrittsschnell und fein mit Neigung zur bassbetonten, entspannten Spielkultur. Einzig den Glanz und das feine Ausklingen der Instrumente konnte der Hörer nicht perfekt umsetzen. Dennoch erkämpfte er sich einen Punkt mehr als der Beyerdynamic DTX 101 iE, der detailreicher, aber minimal lästiger aufspielte.
Dass Ortofon nun auch einen In-Ear-Hörer anbietet, ist weniger verwunderlich, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn die dänische Manufaktur liefert auch Teile an Hörgeräte-Firmen. Mit dem e-Q 5 ist Ortofon ein feiner Wurf gelungen. Strahlend und sehr differenziert in Tutti-Passagen, ohne das Fundament im Bass zu vernachlässigen, wäre der Hörer fast Referenz geworden, wenn nicht minimale Härten in den Mitten dies verhindert hätten.
Extras wie der 3,5-auf 6,3-mm-Adapter für die heimische Anlage, der Flugzeugadapter, die Ohrpads aus Silikon und Schaumstoff samt, den vier Auswechselfilter in einer Aufbewahrungsbox aus Kunststoff gehören zum Lieferumfang des ER 4 PT. Weiteres Plus sind die gesteckten Kabel die bei bedarf ausgetauscht werden können.
Was in Hörtest als Erstes auffiel, war die extreme Durchhörbarkeit des Etymotic. So zeichnete der Etymotic ER 4 PT ähnlich Shure SE 530 (STP 8/07) extrem konturscharf. Dies verleitet ihn gelegentlich dazu, das Gesamtgebilde zu vernachlässigen und zuweilen zu synthetisch zu klingen. Wer etwas mehr Musikalität erwartet, sollte eher den Ortofon e-Q 5 oder einen der beiden GRs von Grado in Betracht ziehen.
Das Zubehör, das dem Monster Miles Davis Tribute beiliegt, ist faszinierend – selbst eine „Kind of Blue“ des Trompetenmeisters liegt bei. Und bei der üppigen Auswahl an Schaum-, Gel- und Silikon-Stöpseln wird wohl für jedes Ohr das Richtige dabei sein. Gut so, denn der edle Miles Davis Tribute gefiel auch klanglich mit sanften Mitten und voluminösem Bass. So konnte sich der In-Ear sogar vom Shure SE 530 (8/07) absetzen, da er natürlichere Farben zauberte.
Optisch wirkt der neue IE 80 mit Metallverblendung edler im Vergleich zum Vorläufer IE 8. Geblieben ist die Option, den Bass je nach Geschmack dezent anzupassen. Im Originalzustand lief der IE 80 mit noch zarteren Obertönen dem IE 8 den Rang ab. Einen Klangpunkt mehr verhinderte aber der Ultimate Ears TripleFi 10 (8/07), der dem feineren Hochton des IE 80 einen Hauch farbigere Mitten gegenüberstellte. Dennoch ist der Sennheiser IE 80 nun die alleinige stereoplay-Referenz.
Optisch unterscheiden sich die ultrakleinen und hervorragend verarbeiteten Grado GR 10 und der GR 8 einzig durch ihre Metallic-Lackierung. Der etwas unauffälligere, blaue GR 8 wird wie auch der 10er in Japan produziert.
Klanglich gibt es beim 8er abgesehen von der etwas mageren Tiefbassausbeute nichts auszusetzen: er ist extrem schnell im Antritt mit superfeinen farbreichen Mitten und ist im Vergleich zum GR 10 nur eine kleine Nuance zurückhaltender in den Höhen.
Big ist Beautifull: so oder so ähnlich könnte das Moto geheißen haben als die Ingenieure Turbine Pro Copper entwickelten. Auch das Zubehör des 400 Euro teuren Hörers ist beinahe verschwenderisch – wer in dem mitgelieferten Zubehör keine passenden Ohrpassstücke findet der wird nirgends fündig. Die Spielfreude und Transparenz des Pro Copper ist überragend. Einzig sein Preis im Vergleich zu seinem fast gleich klingendem Bruder Monster Miles Davis Tribute stand dem großen Pro Copper im Weg um ein echter Tipp zu werden.
Bei Mitbringseln sind die Amerikaner knauserig. So beschränkt sich hier das Zubehör auf drei komfortabel zu tragende Silikonpads und drei Schmutzfilter. Klanglich ist der Amerikaner auf der Höhe: Dem Shure 530 (8/07), der mehr Pegel erzeugen konnte, aber nicht die feinen, farbenfrohen Mitten des Grado pflegte und im Hochton recht hart klang, lief der Grado locker den Rang ab. Nur die etwas magere Bassausbeute verhinderte, dass der GR 10 auf den Referenzthron stieg.
Nicht nur die solide Verarbeitung des MDR EX 1000 LP zeugt davon, dass er Sonys Topmodell ist, auch die Ausstattung ist sinnvoll üppig. Sieben Ohrpads aus angenehmen Urethan, drei mit zusätzlichem Schaumstoff zur Außengeräuschdämpfung und eine Ledertasche liegen bei.
Noch praxisgerechter ist das Anschlusskabel, welches per Stecker am Hörer gewechselt werden kann. Auch der Umstand, dass zwei unterschiedlich lange Kabel beiliegen, ist löblich. So startete der MDR EX 1000 LP mit Vorschusslorbeeren in den Hörvergleich und gefiel gleich mit ausgewogenen Mitten, druckvollen Bässen und sehr fein aufgelösen Höhen.
Dass er aber auch einen leichten Hang zur gedrängter Wiedergabe (zum Beispiel bei Orchester-Tutti) hatte, unterstrich der Vergleich zum Phonak Audéo PFE 112. Der Phonak separierte Einzelinstrumente einen Hauch besser und spielte letztendlich gelöster und feiner.
Leider packt AKG seinem Top-Hörer nur sechs latexfreie Pads in drei unterschiedlichen Größen bei. Dafür aber auch drei akustische Filter, die unterschiedliche Klangtendenzen ermöglichen. Der graue ist der ausgewogenste. Er brachte dem K 3003 einen feinauflösenden und dezent analytischen Klang. So konnte der AKG zwar nicht das Bassfundament und die weite Bühne des Ultimate Ears TripleFi 10 bieten, dafür aber feinere Hochtonmuster weben.
Fazit
Wie gut schon günstige Ohrkanal-Hörer sein können, ist beeindruckend. So passt das neue stereoplay Highlight PanasonicRP HJE 290 wegen seiner druckvollen Wiedergabe nicht nur sehr gut zu mobilen Playern; auch an Heimgeräten begeistert der Hörer mit seiner direkten Spielweise.
Noch universeller ist der Sony MDR EX 310 LP. Mit natürlichen Klangfarben ist er für ambitionierte Hörer, die In-Ears im Grunde als Verschleißteile ansehen, die erste Wahl. Verblüffend: Sennheiser konnte sein Top-Modell IE80 sogar noch ein wenig verbessern und wird mit der Referenz-Krone belohnt.
Die klanglichen Höhenflüge des AKG K 3003 hingegen werden angesichts des Preises wohl nur wenige HiFi-Fans genießen können.