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Testbericht

ME Geithain ME-150

Testergebnis
96.0 Punkte
5000 EUR
Testverfahren: 1.0

AUDIO


Malte Ruhnke

8. Januar 2008

ME Geithain liefert seine Monitore in unzählige Rundfunkanstalten. Mit den neuesten Standboxen wollen die Sachsen jetzt ihr nüchternes Image liften und in den High-End-Himmel schweben.

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Wie am Sternenhimmel, so auch im High-End-Markt: Gerade in den weniger bekannten Regionen lassen sich noch Entdeckungen machen. Die sächsischen Boxen von Musikelectronic Geithain sind im Studio- und Rundfunkbereich häufig anzutreffen, alle Aufnahmen des Deutschlandradios und damit auch die „AUDIO pure music“-CDs wurden auf ihnen abgemischt. Unter High Endern gelten sie höchstens als Geheimtipp, ihre zögerliche Verbreitung in Wohnzimmern mag aber auch damit zusammenhängen, dass Chefentwickler Joachim Kiesler in puncto Form und Funktion bisher keine Kompromisse eingehen wollte.

Neues Konzept

Die ME-150 ist da bewusst ein Gegenkonzept: Standlautsprecher, ziviles Format und mit der Passivtechnik ausgestattet, die nun mal den Markt-Konventionen entspricht.

Der Blick schweift von der soliden, doch etwas rustikalen Holzverarbeitung auf die Töner, und sofort erkennt der HiFi-Fan ein Chassis, das anders ist. Der Mittelhochtöner der ME-150 ist streng genommen kein echter Koax, sein Hochtöner sitzt auf einer die Bündelung beeinflussenden Brücke vor der Konusmembran, leicht außerhalb der Achse. Damit bleibt der Vorteil einer Punktschallquelle erhalten, die Töner wirken aber viel weniger aufeinander ein als bei verschachtelter Anordnung. Deshalb kann MEG-Chef Kiesler seinem Konus auch sämtliche Basstöne mit vollem Hub zumuten – wobei ein zweiter Töner unterhalb von 300 Hertz mithilft. Das Konzept lässt sich also als 2,5 Wege bezeichnen. Dem Hochtöner spendiert Kiesler eine Schutzschaltung, die bei länger anhaltender Belastung den Pegel einfach reduziert. Zwischen 32 und 50 Hertz spielt ein im Boxensockel eingelassenes Reflexrohr tatkräftig mit. Ein zweiter Resonator im Inneren der Box schwingt exakt auf der Tonhöhe, bei der sich im Gehäuse eine stehende Welle ausbilden würde, und saugt diese einfach weg.

Hörtest

Zunächst musste die ME Geithein beim spontanen Metal-Konzert ihrem Begrenzer Tribut zollen und erreichte nicht ganz die Extrempegel anderer Boxen dieser Preisklasse. Vor Erreichen dieser Grenze fiel sie aber durch eine größere Transparenz positiv auf.  Und mit Musik, die mehr ihrem Geschmack entsprach, wie zum Beispiel Dvoráks „Agnus Dei" (Requiem, Sawallisch, Supraphon), wurde sie zum Audio-Star. So räumlich natürlich, so weit reichend und dennoch in der Entfernung genau hatte bisher kaum eine Box im AUDIO-Hörraum gespielt. Wer ein konzentriertes und detailgenaues, dabei enorm natürliches Hören bevorzugt, sollte sich mit der monitorhaften Geithain anfreunden.

Fazit:

Die Geithain ist ein Geheimtipp: neutral, detailreich, mit sensationell natürlichem Raum – und zudem röhrentauglich.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Abmessung (B x H x T) 28,5 x 104,0 x 33,0 cm
Gewicht 26,0
Oberflächen
Farbe Schwarz, Esche, Buche, Kirsche, Ahorn
Technische Merkmale  
Bassprinzip Wege Bassreflex
Anzahl der Wege 2 1/2
Arbeitsprinzip Vollaktiv
Ausstattung  
Anschluesse Bi-Wiring
Anschlüsse XLR
Raumanpassung
Surround-Ergänz. nein
Cinch
Labor-Merkmale  
Maximale Lautstärke oberer Wert
untere Grenzfrequenz (-3dB)
Untere Grenzfrequenz (-6 dB)
Nennimpedanz (Audio)
Bewertung  
ja Neutral, detailreich und sauber mit phänomenalem Raum
nein Akustisch wählerisch, plötzlicher Limiter
Bassqualität 85
Basstiefe (Bassfundament) 85
Detailtreue (Präzision) 105
Feindynamik 90
Maximalpegel (Lebendigkeit) 75
Neutralität 100
Ortbarkeit 105
Räumlichkeit (Luftigkeit) 110
Verarbeitung sehr gut
Klangurteil überragend 96
getestet in Ausgabe: 07
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