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Blu-ray im Retro-Look McIntosh MVP 891 im Test

McIntosh stellt mit dem MVP 891 seine zweite Blu-ray-Player-Generation vor, jetzt mit 3D sowie 32-Bit-D/A-Wandlern und 2000 Euro günstiger. Ein großer Schritt in die Zukunft? Unser Test verrät es.
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© McIntosh

McIntosh MVP 891
Gesamturteil: Überragend (110 Punkte)
Preis/Leistung: sehr gut
  • +Hervorragend ausgestattet
  • +Toll verarbeitet
  • +Inkl. SACD und DVD-Audio
  • +Super Bild
  • +Wuchtiger Klang

Vor ziemlich genau zwei Jahren testete stereoplay den ersten Bluray-Player von McIntosh, den MVP 881. Mit rund 9000 Euro gehörte er zu den teuersten seiner Zunft, dafür klang er ganz wunderbar. Den Nachfolger MVP 891 konnten die Tester erstmals auf der diesjährigen CES-Messe bestaunen, ebenso die passende Surround-Vor- und Endstufe. Die Verstärker waren bislang nicht lieferbar, so stürzte sich stereoplay erwartungsvoll auf den neuen Zuspieler. Er kostet mit rund 7000 Euro erfreulich weniger.

Im Kern ein Denon

Im digitalen Kern und mit seinem Laufwerk basiert der 891 wieder auf dem aktuellen Topgerät der Konzern-Kollegen von Denon. Das ermöglicht den High Endern, sich auf die zuverlässige, in Sachen Firmware langfristig wie zeitnah gewartete Hardware zu verlassen und sich auf das Großserienprodukt zu stützen. An dieser Stelle könnte McIntosh auch wenig besser machen. Die High Ender durften sich freuen, im gleichen Konzern eine entsprechende OEM-Quelle zu finden - zumal eine, auf die kein Mitbewerber Zugriff hat.

Die New Yorker Entwickler konnten sich also auf das konzentrieren, was sie anerkanntermaßen am besten beherrschen: mächtige Mechanik, überdimensionales Netzteil, feinste D/A-Wandlung und diskrete Ausgangsstufen. Sie hatten also genug zu tun. Das Tuning begann mit dem massiven Gehäuse. Zur maximalen Steifigkeit und Schwingungsfreiheit des Metalls dienen mehrere Schichten Blech, beispielsweise am Boden und an den Seitenteilen. Hier sind auf dem inneren Gehäuse nochmals massive Wangen verschraubt, die nicht nur die Steifigkeit der Seiten drastisch verstärken, sondern zusätzlich neben den versenkten Maschinenschrauben das dicke Deckblech festklemmen.

Audio-Mix: Im laufenden Film lässt sich der McIntosh zwischen Bitstrom-Ausgabe des HD-Tons (Bild) oder interner Dekodierung und PCM-Ausgabe, etwa für Kommentarspuren, umschalten. © stereoplay
Audio-Mix: Im laufenden Film lässt sich der McIntosh zwischen Bitstrom-Ausgabe des HD-Tons (Bild) oder interner Dekodierung und PCM-Ausgabe, etwa für Kommentarspuren, umschalten.

Hinter dem langsam und leise drehenden Kühlventilator befindet sich das riesige Netzteil mit mehr als faustgroßem Haupt-Transformator und diskreter Stromaufbereitung für die verschiedenen Baugruppen. Das mittlere Drittel des Innern nimmt die digitale Laufwerksund Decoder-Sektion ein.

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Sie basiert auf dem bewährten MediaTek-Chipsatz, der neben CD, DVD und Blu-ray auch DVDAudio und SACD verarbeitet, und bietet einen Audio- und Video-Netzwerk-Player an. Die integrierten Decoder liefern stets ein knackig scharfes, dennoch ruhiges Bild. Der De-Interlacer und der Scaler sorgen selbst bei schnöden DVDs für ein leinwandtaugliches Bild.

Alle gängigen Audiodecoder bis zu den verlustfreien Dolby TrueHD und DTS-HD sind integriert. SACD kann als DSD-Rohdatenstrom oder PCM ausgegeben werden, Letzteres dann mit 88,2 kHz bei 24 Bit. Der einzige der gängigen Audio-Codecs, die der McIntosh nicht versteht, ist ausgerechnet das audiophile FLAC. Schade. Dafür erlaubt der Streamer auch ein Suchen und Spulen in den Songs und Videos, die aus dem Netzwerk kommen.

Über dem Digitalboard verbauten die Amerikaner, die im Heimatmarkt im Installationsbereich gut vertreten sind, die Schnittstellen zur Integration des Players in Steuersysteme: von der simplen Ferneinstellung bis zur kompletten Kontrolle via RS232-Schnittstelle.

Steuerung: komplex

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Das linke Drittel des MVP 891 nehmen Digital/Analog-Wandlung und die Ausgangstreiber für sich in Anspruch. Die untere Platine kümmert sich um zweikanaliges Stereo, wahlweise symmetrisch per professioneller XLR-Buchsen oder Cinch. Die Stereosektion erhält bei Surround-Wiedergabe stets einen Stereo-Downmix. Das unsymmetrische 7.1-Surround lässt sich per Bassmanagement im Setup-Menü detailliert an die eigene Anlage anpassen.

Im Hörraum bestätigte sich schnell, dass der Kühlventilator wirklich leise säuselt. Auch das Laufwerk scheinen die Amerikaner gut entkoppelt zu haben, denn es bleibt auch bei schnell drehenden Blu-rays unauffällig, wo die Denon-Kollegen etwas laut werden. Hin und wieder scheint die Reaktion auf Bedienbefehle ein wenig verzögert. Menüs und Bedienung sind klar strukturiert, nur der Ferngeber wirkt anfangs etwas komplex. Dafür ist er angenehm diskret in den Tasten, kinofreundlich beleuchtet und frei von lästigen Mehrfachfunktionen. Durch die schiere Zahl an Einzeltasten muss der Nutzer fast nie ins Menü navigieren.

Der HDMI-Ausgang liefert neben HD-Bild und -Audio sogar 3D-Bild von Blu-ray. Die D/A-Wandler der Analogausgänge (von ESS) arbeiten mit satten 32 Bit Quantisierung. Bei Surround-Signalen erhalten die Stereoausgänge automatisch einen Downmix. © stereoplay
Der HDMI-Ausgang liefert neben HD-Bild und -Audio sogar 3D-Bild von Blu-ray. Die D/A-Wandler der Analogausgänge (von ESS) arbeiten mit satten 32 Bit Quantisierung. Bei Surround-Signalen erhalten die Stereoausgänge automatisch einen Downmix.

Klanglich, was HDMI betrifft, stellen seit einiger Zeit die Cambridge-Player eine gute Hürde für Neuanwärter dar. Doch dieses Hindernis nahm der McIntosh mit Leichtigkeit - dank seines druckvolleren, dennoch feinfühligeren Spiels. Das galt für Hochauflösendes genauso wie für gängige MP3-Dateien oder CDs.

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Der Mehrkanal-Ausgang des Cambridge Azur 651 BD liefert mit seiner musikalischen, ausgewogenen, dabei tendenziell spritzigen Art ebenfalls eine gute Messlatte für Cinch-Surround-Ausgänge. Auch diese Hürde überwand der MVP 891, aber mit größerer Mühe als vermutet. Er klang vergleichsweise träge, lieferte dennoch mehr Details und Stabilität in der Abbildung. Damit bleibt er etwas hinter seinem Vorgänger zurück.

Klang: echt McIntosh

Im direkten Vergleich hingegen tönte der XLR-Ausgang wie entfesselt. Er entwickelte eine Wucht und Substanz, gegen die der auch geringer auflösende Cambridge fast nervös und fitzelig wirkte. Der eilig aus dem Referenzregal geholte Moon CD .5 konnte da besser kontern. Doch immer noch behielt der neue McIntosh die Oberhand bei Kontur und Spielfreude. Erst der Ayre CX 7e löste nochmals feiner auf. Super: 61 Punkte für den McIntosh.

Meinung

Der McIntosh MVP 891 hält genau, was er verspricht: Retrodesign mit bombastischer Verarbeitung, Wiedergabe aller Scheibenmedien inklusive SACD in audiophilster Qualität, egal ob analog oder digital reproduziert.

Ausstattung McIntosh MVP 891
Allgemein
max. Auflösung HDMI 1080p/24, 3D
Decoder Dolby TrueHD / DTS HD Master • / •
Decoder DD/DTS • / •
Fernbedienung auch für TV/lernfähig – / –
Bildparameter vorgegeben/einstellbar – / •
Memory-Card-Reader
USB/Ethernet • / •
Ethernet für Update / interaktive Inhalte • / •
Kopfhörerausgang/regelbar
Wiedergabespeicher
HDMI-Steuerung
CD/DVD/BD-Einlesezeit (in Sekunden) 9/9/19
Zusätzliche Wiedergabeformate
MP3/WMA/AAC/FLAC/WAV • / • / • / – / •
JPEG
Analogausgang Stereo/5.1/7.1 • (XLR) / – / •
Abspielbare Recordable-Disc-Formate
DVD-R/RW • / •
DVD+R/RW • / •
DVD-RAM
CD-R/RW • / •
BD-R/RE • / •
Anschlüsse
Scart/(RGB)
Ton-Digitalausg. elektr./optisch/HDMI • / – / •
Video-Out analog Cinch/Hosiden/3-Komp. • / – / •
Video-Out digital HDMI (Version) 1.4a
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