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Testbericht Linn Sondek LP12 Majik/Akito im Test

Linn bietet den Plattenspieler LP12 mit unterschiedlichen Tonarmen an. Wir haben die Grundversion Majik der teureren Akito-Version gegenüber gestellt.

Linn Sondek LP12 Majik/Akito/Adikt
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© MPS, Archiv

Linn Sondek LP12 Majik/Akito/Adikt
Klangurteil: 107 Punkte
Preis/Leistung: Gut - Sehr gut
  • +zuverlässig
  • +ausgereift
  • +riesiges Klangpotential
  • -45U/min umständlich

Der LP12 feiert im kommenden Jahr seinen 40. Geburtstag, wird von seinen schottischen Erbauern aber immer noch emsig weiterentwickelt – und hat sich über die Jahrzehnte in fast schon astronomische Preisregionen hochgeschraubt. Mit Blick auf die fünfstelligen Top-Versionen ist das Majik-Einstiegspaket mit 3.200 Euro fast schon günstig – zumal hier ein vollständiger Plattenspieler gemeint ist, inclusive Arm, Tonabnehmer, Netzteil und Aufbau durch den Händler.

Linn Sondek LP12 Majik: Aufbau

Die mechanische Grundlage ist beim Majik identisch mit den größeren LP12-Modellen: ein Rahmen aus massivem Hartholz, ein Oberdeck aus Edelstahl, darunter mit drei Schraubenfedern aufgehängt ein Stahlblech-Subchassis, das Tellerlager und Tonarmbrett trägt. Die weiche Entkopplung hält Störeinflüsse aller Art zuverlässig vom sensiblen Abtastvorgang fern, erfordert bei Aufbau und Einstellung aber etwas mehr Sorgfalt als starre Konstruktionen. Einmal justiert (diesen Job erledigt der Händler), verstellt sich das Subchassis aber auch nach Umzügen und jahrelangem Betrieb nicht mehr – wer Gegenteiliges über Spieler auf aktuellem Stand behauptet (vor 25-30 Jahren waren LP12s tatsächlich zickiger!), hat entweder keine Ahnung oder will schlicht etwas anderes verkaufen.

Linn Sondek LP12 Majik/Akito/Adikt
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Innen- und Außenteller bestehen aus Zamak, einer Zinklegierung. Eine dünne Schellack-Schicht schützt sie vorm Anlaufen.

Was immer das Alternativangebot sein mag – ein so schönes, nach alter, guter Sitte im Druckgussverfahren aus einer speziellen Zinklegierung in Rohform gebrachtes, dann präzise gedrehtes und gewuchtetes Teller-Duett wird sich darauf fast sicher nicht finden. Die Linn-Rezeptur hat den Nachteil, dass sie etwas lichtempfindlich ist, mit den Jahren also nachdunkelt und zunehmend ihren zunächst brillanten Glanz verliert – hier siegt die Kombination aus hoher Dichte, optimalen mechanischen Eigenschaften und magnetischer Neutralität klar über den Glamour-Aspekt.

Tonarm Akito

Der Majik-LP12 kommt serienmäßig mit einem von Pro-Ject für Linn gebauten Arm. Den Klangbalken wirklich in Schottland zu fertigen kostet erheblich mehr – beim Endkunden fast 1.800 Euro Einzelpreis für den Linn Akito, um konkret zu sein. AUDIO hat den LP12 in beiden Versionen ausprobiert, mit dem gleichen System natürlich, und erntete im Vergleich das, was steifere, spielärmer gelagerte Tonarme fast immer bewirken: mehr Dynamik, mehr Sauberkeit, präzisere Details. Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass der prima verarbeitete tschechische Arm einem fast leid tun konnte. Was aber nicht heißt, dass in der Grundausführung nicht zugleich die immense Qualität des schottischen Laufwerks zum Vorschein gekommen wäre.

Linn Sondek LP12 Majik/Akito: Hörtest

Wie damals vor 20 Jahren, als der Autor Arm und System von einem kleineren Laufwerk auf den Linn transplantierte, wirkte der Wechsel von einem der anderen Spieler (ob Funk oder Transrotor) zum LP12 wie ein Schock: Dynamisch spielte der Linn in einer eigenen Klasse. Die Musik wirkte lauter, druck- und eindrucksvoller, die brachiale Laut-Leise-Dramaturgie von Tom Rothrocks R.L.-Burnside-Produktion („Come On In“, Fat Possum Records, in der besonders grimmigen Originalpressung aus dem Erscheinungsjahr; die aktuelle 180g-Version klingt wärmer, aber auch zahmer) entwickelte noch mehr Überraschungsmoment.

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Zugleich legte der Linn auch den ruhigsten Hintergrund hinter die Musik, was sich besonders gut mit „Mercy Street“ auf dem Luxus-Reissue von Peter Gabriels „So“ überprüfen ließ. Wer argwöhnte, dass diese Ruhe aus verschluckten Feinst-Strukturen resultiert, bekam in der zauberhaft subtil gewobenen Atmosphäre dieses Stücks den Gegenbeweis – nicht auf dem Silbertablett, sondern auf einem schwarzen Präsentierteller aus 180 Gramm feinstem Vinyl.

Fazit

Man kann den LP12 schon in der Grundversion jahrzehntelang genießen. Der erste Ausbau-Schritt führt über den Tonarm Akito und ist klanglich möglicherweise der dramatischste – Kompromisslose ordern den Spieler gleich damit.

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