Menü

Testbericht Linn Klimax DS/1 im Test

Der beste Digitalplayer, den AUDIO kennt, hat einen Nachfolger bekommen: Aus dem Klimax DS wird der Klimax DS/1 (15850 Euro), und wie immer bietet Linn ein Upgrade für die alten Spieler (3350 Euro) . Das Besondere daran: Aus den beim Umbau entnommenen Organen lässt sich für weitere 1850 Euro ein weiterer Spieler bauen.

Linn Klimax DS/1

Hersteller
Linn
UVP
15850.00 €
Wertung
148.0 Punkte
Testverfahren
1.0

Linn Klimax DS/1
  • +kraftvoller Klang
  • +sehr detailreich und körperlich

Etwas so Gutes wie den Linn Klimax DS klanglich noch besser zu machen, muss eine Herausforderung gewesen sein – hatte doch schon der alte Klimax in zahllosen Hörraum-Einsätzen gezeigt, dass er fast übernatürliche Fähigkeiten besitzt. So schaffte er es zum Beispiel mühelos, andere Spieler selbst dann noch regelrecht zu erniedrigen, wenn diese verlustfreie FLAC-Daten bekamen, er jedoch, quasi als digitales Handicap, das MP3-Extrakt derselben CD spielen musste.

In der Praxis dürfte der Klimax selten mit datenreduzierter Musik in Kontakt kommen, eher schon mit HighRes-Material, das er wie alle DS-Player mit bis zu 192Khz Samplingrate streamen kann. Selbstverständlich gapless, ­also bei durchgehenden Alben ohne Aussetzer zwischen den einzelnen Tracks, und in einer mittlerweile enorm großen Zahl unterschiedlicher Dateiformate.

Linn Klimax DS/1 - Innenansicht

Zukunftssicher Ausgelegt

Die DS-Prozessorabteilung hatten die Linngenieure von vornherein so über­dimensioniert, dass die Player seit ihrer Geburt im Jahr 2007 kontinuierlich dazulernen können. Dabei verbessert sich mit jeder Firmware-Generation das Praxisverhalten, aber auch der Klang.

Praxis: Musikarchiv anlegen und ordnen

So auch beim jüngsten Betriebssystem Davaar: Per „Songcast“ lassen sich jetzt beliebig viele über das Haus verteilte DS millisekundengenau synchronisieren, was bei Partys toll ist. Puristen freuen sich mehr über die neuen Digitalfilter-Algorithmen, die bei hochausgesteuertem, komprimiertem Material höhere Übersteuerungsreserven bieten.

Die Platinen der beiden Klimax-Modelle (links das alte, rechts das neue) unterscheiden sich schon auf den ersten Blick recht deutlich. Die Alu-Wand am linken Bildrand trennt den Netzwerkbereich ab, die einteilige Hauptplatine geht aber unter ihr hindurch. Der quadratische Chip im oberen Teil beider Audioboards ist ein FPGA, der hier als programmierbares Digitalfilter dient.

Schon der alte Klimax klingt durch das Software-Update nachvollziehbar genauer und noch entspannter als bisher. Das hielt die Schotten aber nicht davon ab, zeitgleich einen neuen Klimax vorzustellen, mit tiefgreifend überarbeitetem Platinenlayout, aber äußerlich nur an der Platzierung des Netzschalters erkennbar: den Klimax DS/1.

Dessen Wandlerchips sind immerhin beim Alten geblieben (Wolfson 8741), ansonsten ist der Wiedererkennungswert im Inneren nicht nur wegen der geänderten Platinenfarbe gering. Am auffälligsten sind die Änderungen im Clock-Bereich und in den Ausgangsstufen. Nach wie vor sitzen hier zwei sündhaft teure Lundahl-Übertrager – aber es handelt sich um andere Typen, angetrieben von einer deutlich komplexeren Verstärkerschaltung, die unter anderem den Ausgangswiderstand des Players auf nunmehr 150 Ohm nahezu halbiert und auch weniger klirrt.

Plug & Play: Die Klimax-Platine findet im Renew passende Befestigungspunkte, einen IR-Empfänger sowie dasselbe „Dynamik“- Schalt­netzteil wie im Original-Player vor. Das Board wechselt mit der Transplantation seine Identität und meldet sich in Kontroll- und Konfigurationsprogrammen fortan nicht mehr als Klimax, sondern als Renew DS an.

Hörtest

Zum Vergleich war auch ein Original-Klimax zugegen, beide natürlich mit identischer Firmware und gleichen Anschlusskabeln ausgerüstet. Verblüffend war zunächst die geringe klangliche Verwandtschaft zwischen den beiden Spielern.

Kaufberatung: Vollverstärker im Test

Der Klimax DS/1 spielte nicht wie eine leicht verbesserte Version des Vorgängers, sondern wie ein komplett anderes Gerät. Detailfetischisten konnten während der ersten Takte womöglich sogar den Ur-Klimax vorziehen, der etwas brillanter und spektakulärer wirkte. Wie bereits beim Akurate DS/1, dem ersten ­Modell der neuen DS-Generation, entpuppte sich der minimal dunkler tim­brierte Klang mit jedem Umschalten deutlicher als die korrekte, musikalisch aufschlussreichere und emotional intensivere Herangehensweise.

Das unscheinbare Blechgehäuse tarnt einen höchstwertigen Player, der durch das Fehlen des massiven Alu-Panzers vielleicht ein Minimum an Performance einbüßt. Nur der teure WBT-Doppelauspuff am Heck verrät: In diesem braven Kleinwagen steckt ein mächtiger Rennmotor. Das Anschluss-Layout entspricht – wenig überraschend, weil von der Platine vorgegeben – exakt dem des Original-Klimax.

Mehr lesen

Es stellte sich bei längerem Hören heraus, dass dem Klimax DS/1 nicht etwa oben etwas „fehlte“, sondern dass er, bei gleicher Lautstärkestellung und messtechnisch identischer Ausgangsspannung, schlicht kraftvoller, melodie- und körperreicher spielte und die Details, die vorher einen Hauch exponiert wirkten, nur selbstverständlicher einband. Mit dem schon vom Akurate vertrauten Effekt, dass die Abbildung zwar die gleiche opulente Bühnengröße besaß wie zuvor, die Musiker nun aber nicht mehr wie 3D-Projektionen, sondern mit fast erschreckender Körperlichkeit den Hörraum bevölkerten.

Upgrade-Angebot

Der unspektakuläre, fast unscheinbare Auftritt passt zum Klimax wie zu jedem großen Meister. Das gilt für den Klang wie fürs Gehäuse: An dem aus dem Vollen gefrästen Alublock lässt sich nichts mehr verbessern. Wer bereits einen Klimax besitzt, kann das vermutlich attraktivste Upgrade-Angebot der Firmen­geschichte nutzen: Für 3350 Euro offerieren die Schotten eine neue Hauptplatine, die den DS zu 100 Prozent in einen DS/1 verwandelt.

Gegenüber dem Vorgänger hat sich der Klimax DS/1 auch messtechnisch verbessert: Der Ausgangswiderstand liegt mit 157 Ohm deutlich niedriger, der Stör­abstand dagegen ist mit 117dB merklich höher als beim alten Klimax. Im insgesamt sehr geringen Klirr wurden die geradzahligen Oberwellen stark reduziert, die ungeradzahligen sind in ihrer Ampli­tude gleich geblieben.

Der eigentliche Hammer ist aber das mit Original-Schaltnetzteil und IR-Empfänger ausgerüstete, schlichte Blech-Leergehäuse, das für weitere 1845 Euro die ausgebaute Altplatine aufnimmt. Dadurch entsteht, neben dem neuen DS/1 samt frischer Fünfjahres-Garantie, zusätzlich ein zweiter Spieler: der nur auf diesem Weg erhält­liche Linn Renew DS – ein König im Bettlergewand, der Gipfel des Understatement, und das vermutlich coolste HiFi-Gerät des Jahres.

Fazit

Überzeugender, klarer und intensiver als mit dem Klimax DS/1 haben wir digitale Musik in unserem Hörraum noch nicht gehört. Damit der neue Netzwerk-König lebt, muss der alte nicht mal sterben: Er gibt zwar sein Prachtgewand ab, hat ­jedoch als Renew DS noch eine lange, erfüllte Zukunft vor sich.

Alle Daten und Testergebnisse zum Linn Klimax DS/1

Linn Klimax DS/1 günstig kaufen

Angebote 
alle Angebote

 
Anzeige
Anzeige
x