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Testbericht Lautsprecher Tannoy Yorkminster

Rein visuell könnten Boxenfans die Yorkminster für 13800 Euro da Paar von Tannoy für gleichermaßen betagt halten wie die Cornwall von Klipsch, doch tatsächlich wäre das ein ausgesprochen unfairer Vergleich. Denn die Tannoy ist akustisch grundlegend anders aufgebaut und weitaus moderner, ihr Retro-Design ist lediglich Fassade.

Tannoy Yorkminster

Hersteller
Tannoy
UVP
13800.00 €
Wertung
61.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Bewertung
Tester
stereoplay

Hinter dem wuchtigen, nicht sehr schalldurchlässigen Stoffrahmen der Yorkminster steckt ein Klangkünstler der besonderen Art: Das 30 Zentimeter große Chassis ist ein Dual Concentric, wie Tannoy seine raffiniert verschachtelten Koaxialsysteme in bestem Understatement bezeichnet. Tief im Inneren des äußeren Treibers ist ein Hochtöner versteckt, dessen Schallbeitrag von einer kleinen, in der Seitenansicht an eine Tulpe erinnernden Schallführung nahtlos an die große Membran weitergereicht wird.

Hinter der britisch-konservativen Optik steckt ein hochmoderner Koax mit gewaltigem Alnico-Magnet.
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© Julian Bauer
Hinter der britisch-konservativen Optik steckt ein hochmoderner Koax mit gewaltigem Alnico-Magnet.

Die Trennfrequenz liegt bei für ein Zweiwegesystem ungewöhnlich tiefen 1100 Hertz. Der Übergang geschieht messtechnisch auffallend bruchlos und mit einem sehr gleichmäßigen Abstrahlverhalten. Seine Kraft gewinnt der ungewöhnlich tief bauende Treiber (siehe Foto oben) durch ein gigantisches Magnetsystem aus Alnico, eine besonders hoch magnetisierbare und sündhaft teure Kombination von Aluminium, Nickel, Cobalt und Eisen.Dank eines wahrhaft gewaltigen Gehäusevolumens von annähernd 200 Liter brutto und der tieffrequenten Eigenresonanz des Treibers reicht der Freifeldfrequenzgang locker bis an die 30 Hertz, fast 10 Hertz tiefer als bei der kompakter geformten Cornwall, die dafür in Sachen Wirkungsgrad eindeutig die Nase vorn hat.

Klanglich hatte die preiswertere Cornwall gegen die Yorkminster wenig Chancen. Zwar gelangen der Tannoy nicht ganz deren Mörderpegel, dafür tönte sie ungleich feiner, ausgewogener und letztlich natürlicher.

Kleine Schraubkontakte unter der Abdeckung gestatten feinfühlige Anpassungen der Klangfärbung.
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© Julian Bauer
Kleine Schraubkontakte unter der Abdeckung gestatten feinfühlige Anpassungen der Klangfärbung.

Den Durchgang mit den Thorens-Boliden nutzte die Yorkminster für eine Lehrstunde in Sachen Klangdichte, Genuss und Raumtiefe. Mit größter Klangfülle und gleichzeitig irrsinnig dynamikkompetent, dazu hochsensibel in Sachen Tiefenstaffelung – das klang wie eine süße kleine Kompaktbox mit nahtlos integriertem Subwoofer und zehnfachem Schub.Am gemächlicheren Ayre bot die Yorkminster von allem etwas weniger, sodass sich die Begeisterung in Grenzen hielt.

Erst die Röhre von Lyric brachte neue Reize ins Spiel, ließ Klangfarben aufleuchten, stieß aber kräftemäßig wesentlich früher an ihre Grenzen als die in dieser Konstellation eindeutig zu bevorzugenden Kraftpakete von Thorens.

Alle Daten und Testergebnisse zum Tannoy Yorkminster

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