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Testbericht Lautsprecher Nubert nuBox 481

Die Nubert nuBox 481 (500 Euro das Paar) spielte praktisch genauso rund und stimmig wie ihre kleinere Schwester nuBox 381, brachte aber weit mehr Autorität zuwege.

Nubert NuBox 481

Hersteller
Nubert
UVP
498.00 €
Wertung
39.0 Punkte
Testverfahren
1.0
Bewertung
Lautsprecher Nubert nuBox 481
Tester
stereoplay

Bei der Bassreflextechnik der 407 greifen ein oder zwei offene Rohre einen Teil der Schallenergie im Gehäuse auf, drehen sie in der Phase und machen sie so hörbar. Das erhöht den Wirkungsgrad und entlastet Chassis wie auch Verstärker. Die Rohre weisen nach vorne. Nubert versucht die Rohre so unterzubringen, dass Resonanzen aus dem Gehäuse möglichst wenig nach außen dringen.

Der Schalter im Anschlussfeld wirkt auf den Höchtöner. Der Effekt (zwei Stufen) ist deutlich hörbar.
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© Heinz D. Kupsch
Der Schalter im Anschlussfeld wirkt auf den Höchtöner. Der Effekt (zwei Stufen) ist deutlich hörbar.

Auf einen reinrassigen, sowohl zu höheren als auch tieferen Frequenzen begrenzten Mitteltöner wurde verzichtet. Dahinter stecken einfach Kosten/Nutzen-Abwägungen: Dreiwegekonzepte können nur mit hochwertigen Chassis und aufwendigen Frequenzweichen überzeugend gelingen; beides zusammen sprengt in der Regel das Budget.

Die nuBox 481 setzt auf einen einzelnen, großen 22-Zentimeter-Konus mit klangneutraler Kunststoffmembran. Es handelt sich um das gleiche Chassis wie in der kompakten nuBox 381, besser bekannt als „Volksbox" (stereoplay 2/2007). Ein hochbelastbares Schwingsystem beflügelt den Treiber zu rekordverdächtigen Maximallautstärken nahe 110 Dezibel. Eine üppig bestückte Frequenzweiche zähmt den schwarzen Riesen und den benachbarten Hochtöner mit seiner hauchdünnen Gewebemembran. Der beträchtliche Schaltungsaufwand verhilft der gedrungenen Box zu einem passablen Rundstrahlverhalten, obwohl die stark unterschiedlichen Membrandurchmesser dafür keine ideale Ausgangsbasis bieten.

Nubert verbaut ein mit Spulen, Kondensatoren und Widerständen verschwenderisch bestücktes Netzwerk, um die 481 auf Linearität zu trimmen.Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Letztlich helfen TechnikDiskussionen und Messungen nur bedingt weiter. Zum Hörtest stand feinste Referenz-Elektronik bereit, ebenso Boxen aus früheren Tests zum Vergleich. Gehört wurde mit einem breiten Querschnitt aus Pop, Jazz und Klassik.

Der große, robuste Konustreiber bedingt eine breite Schallwand. Dafür ist die Höhe moderat.
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© Heinz D. Kupsch
Der große, robuste Konustreiber bedingt eine breite Schallwand. Dafür ist die Höhe moderat.

Stellvertretend hervorgehoben sei das Album „Reprieve" der in New York lebenden Sängerin Ani DiFranco (siehe Pop-CD des Monats in stereoplay 10/2006). Das wunderschöne Album bietet trotz sparsamer Instrumentierung (vorwiegend Gitarre und akustischer Bass) einen enormen Dynamikumfang; die bisweilen energisch auftrumpfende Stimme von Ani DiFranco entlarvt mittelprächtige Boxen im Nu.

Die nuBox 481 konnte das variantenreich aufspielende Ensemble in live-verdächtigen Lautstärken übertragen: Partytauglichkeit ist offensichtlich auch bei kleinen Standboxen kaum noch ein Thema.

Die Nubert tönte angenehm warm und geschmeidig. Sie verlieh dem ständigen Wechsel zwischen laut und leise Nachdruck und trat alles in allem sehr engagiert auf. Die 481 spielte praktisch genauso rund und stimmig wie ihre kleinere Schwester nuBox 381, brachte aber weit mehr Autorität zuwege – kein Wunder bei gut dem doppelten Gehäusevolumen und gemessenen 20 Hertz mehr Tiefgang.

Allerdings wurden auch die Grenzen der 481 hörbar. Zwar blieb die Nubert bis in den Grenzbereich ohne Härten und Nebengeräusche, verlieh aber der Bassbegleitung wenig Kontur.

Alle Daten und Testergebnisse zum Nubert NuBox 481

 
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